Wundstarrkrampf: Der Infektionsherd lauert im Garten

Die Impfung gegen Wundstarrkrampf (Tetanus) wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) bereits Kindern empfohlen – auch für Jugendliche und Erwachsene ist die Impfung besonders wichtig. Krankheitserreger können über verunreinigte Wunden in den Körper gelangen und dann unter anderem Krämpfe der Gesichtsmuskulatur auslösen.

Kind im Garten: Tetanus-Gefahr © Getty Images/Halfpoint Images

Die Tetanus-Erreger warten beispielsweise beim Spielen im Sandkasten oder im Garten und können nicht nur Kindern, sondern auch Jugendlichen und Erwachsenen einen erheblichen Schaden zufügen. So läuft die Impfung gegen Wundstarrkrampf ab.

Tetanus-Impfung: Grundimmunisierung bereits bei Säuglingen

Die STIKO spricht sich für die Grundimmunisierung im Säuglingsalter aus. Das Vakzin wird mit einem 6-fach-Impfstoff in Kombination mit den Impfungen gegen Diphterie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hib (Haemophilus influenzae Typ b) und Hepatitis B geimpft.

Seit Juni sollte die Impfung in dieser Reihenerfolge gegeben werden:

  • Die erste Impfung sollte im Alter von zwei Monaten erfolgen.
  • Die zweite Impfung folgt acht Wochen später, üblicherweise bei Kindern im Alter von vier Monaten.
  • Meist wird die dritte Impfdosis im Alter von elf Monaten verimpft. Zwischen Zweit- und Drittimpfung sollten mindestens sechs Monate liegen.

In der Folge sollte die Impfung im Vorschulalter und danach alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Tipp: Checken Sie Ihren Impfpass regelmäßig, um die Impfauffrischung nicht zu versäumen.

Mögliche Nebenwirkungen der Tetanus-Impfung

Auch bei der Tetanus-Impfung kann es zu möglichen Impfreaktionen kommen, welche in der Regel drei Tage nach der Impfung wieder abklingen:

  • Rötung und Schwellung an der Einstichstelle
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Frösteln
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Fieber
  • Infektionen der Atemwege

In sehr seltenen Fällen kommt es zu Fieberkrämpfen. Je nach Kombinationsimpfstoff können unterschiedliche Reaktionen auftreten. Kinderärzt*innen klären zudem üblicherweise über mögliche Komplikationen oder Nebenwirkungen auf.

Tetanus: So gefährlich ist Wundstarrkrampf

Das Tetanus-Bakterium (Clostridium tetani) ist meist in Erde zu finden und kann schon über kleine Wunden oder Stiche in den Körper gelangen. Auch Jugendliche, die viel Sport in der Natur und im Freien betreiben und Erwachsenen können betroffen sein.

Der Erreger ist weltweit verbreitet. In Deutschland sind Tetanus-Infektionen aufgrund der hohe Impfraten selten, dennoch und gerade deshalb lohnt sich die Impfung. Die Infektionsquellen sind noch immer vorhanden.

Nachdem die Bakterien durch eine Wunde vom Körper aufgenommen wurden, machen sich erste Symptome meist im Zeitraum von drei Tagen bis drei Wochen bemerkbar:

  • Krämpfe der Gesichtsmuskulatur
  • Problemen beim Öffnen des Mundes
  • Krämpfe des Kehlkopfes
  • Krämpfe der Brustmuskulatur

Besonders Verkrampfungen der Brustmuskulatur sind gefährlich, da diese zum Erstickungstod führen können. Trotz moderner Behandlungsmöglichkeiten sterben noch immer zirka zehn bis 20 Prozent der Patient*innen – meist an Herzversagen oder Atemnot.

Nicht die Bakterien selbst, sondern die Gifte, die sie ausscheiden, sind für den schweren Krankheitsverlauf verantwortlich. Deshalb sollten bei nicht geimpften Personen mit großen und schmutzigen Wunden Antikörper verabreicht werden, um das freizirkulierende Gift unwirksam zu machen. Antibiotika können die Ausbreitung der Bakterien im Körper verhindern.

Je nach Impfstatus wird bei Verletzungen zudem eine Auffrischung der Tetanus-Impfung gegeben.

Aktualisiert: 28.04.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin