Zahlreiche Entlassungen im jüngsten Pharmaskandal in China

Kommunistische Partei reagiert auf Skandal
um mangelhafte Impfstoffe

Ein Impfstoff gegen Tollwut entsprach nicht den Standards

Im jüngsten Pharmaskandal in China sind zahlreiche Verantwortliche entlassen worden. Ein hochrangiges Komitee der regierenden Kommunistischen Partei erwirkte am Donnerstag unter anderem den Rücktritt des Vize-Gouverneurs der Provinz Jilin, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Ein Pharmaunternehmen in der Provinz hatte ein Präparat gegen Tollwut produziert, das nicht den Standards entsprach.

Das Komitee, dem Präsident Xi Jinping vorsteht, ordnete dem Bericht zufolge auch den Rücktritt von drei weiteren hochrangigen Regionalvertretern an. Zudem entließen regionale Behörden laut Xinhua acht weitere Menschen. Dutzende weitere Verantwortliche sollen "zur Rechenschaft gezogen" werden, wie Xinhua berichtete.

Im Juli hatten die Behörden mitgeteilt, dass sie die Produktion eines Impfstoffs gegen Tollwut durch den Pharmakonzern Changchun Changsheng Biotechnology stoppen lassen mussten. Bei einer Inspektion seien gefälschte Daten und andere Probleme aufgefallen. 15 Menschen wurden bereits festgenommen, unter ihnen die Konzernchefin.

Chinas Kabinett verhängte eine Geldstrafe gegen das Unternehmen und kündigte an, sämtliche "illegalen Profite" einzubehalten, wie Xinhua am Freitag berichtete. Die nationale Medikamentenbehörde hatte bereits eine Kontrolle aller Impfstoff-Produzenten des Landes angekündigt.

In Online-Netzwerken hatte der Fall eine Flut von Artikeln und Kommentaren ausgelöst. Eltern äußerten sich beunruhigt darüber, dass ihren Kindern ein unzulässiger Impfstoff gespritzt worden sein könnte. In China gibt es immer wieder Skandale rund um giftige Lebensmittel, Medikamente oder andere Produkte.

Veröffentlicht: 18.08.2018 – Quelle: Agence-France-Presse