Spahn lockert Vorschriften für Beschaffung von Grippeimpfstoff

Reaktion auf Versorgungsengpässe

November ist die Zeit für die Grippeimpfung.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lockert angesichts von Berichten über Engpässe bei Grippeimpfstoffen unter anderem in Niedersachsen und Sachsen die Vorschriften für deren Beschaffung. Demnach können die Bundesländer bei regionalem Bedarf erlauben, dass sich Apotheken und Arztpraxen untereinander mit Grippeimpfstoff versorgen und dass aus anderen EU-Ländern bezogene Impfstoffe in den Apotheken abgegeben werden dürfen, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Mittwochsausgaben) berichtete.

"Ich freue mich über die hohe Nachfrage nach Grippeimpfungen", sagte Spahn dem RND. "Wir gehen davon aus, dass es genug Impfstoff in Deutschland gibt, um diesen Bedarf zu decken." Insgesamt seien 15,7 Millionen Dosen verfügbar - "eine Million mehr, als im vergangenen Jahr insgesamt verimpft wurden". Allerdings melden laut Spahn gleichwohl mehrere Bundesländer Versorgungsengpässe. "Darauf reagieren wir", so der Minister. "Klar muss sein: Jeder, der will, muss sich gegen Grippe impfen lassen können."

Hintergrund sind Meldungen über Versorgungsengpässe in Niedersachsen, Bremen, Saarland, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Damit die betroffenen Bundesländer darauf reagieren können, muss der Bundesgesundheitsminister nach geltendem Recht offiziell den "Versorgungsmangel" bekannt geben. Das Robert-Koch-Institut rät insbesondere Menschen über 60, Schwangeren, chronisch Kranken und medizinischem Personal zu einer Grippeimpfung.

Veröffentlicht: 21.11.2018 – Quelle: Agence-France-Presse