Mindestens 25 Menschen durch Masern-Ausbruch in Philippinen gestorben

Großteil der Toten seit Januar sind Kinder

Zahl der Masern-Toten in Philippinen wegen fehlenden Impfschutzes gestiegen

In den Philippinen haben durch einen neuen Masern-Ausbruch mindestens 25 Menschen seit Januar ihr Leben verloren. Der Großteil der Opfer sind Kinder, wie die Behörden am Donnerstag mitteilten. Die Zahl der Toten dürfte demnach weiter steigen. Während der ersten acht Monate des vergangenen Jahres waren in dem Land insgesamt 30 Menschen an Masern gestorben, im Jahr 2017 nur fünf.

Gesundheitsstaatssekretär Eric Domingo erklärte die deutliche Zunahme der Zahl der Masern-Toten mit einem Rückgang der Impfungen während der vergangenen fünf Jahre. Zur Impfabneigung beigetragen habe zuletzt der Skandal um einen Impfstoff gegen das Dengue-Fieber namens Dengvaxia, sagte Domingo vor Journalisten.

Der Skandal geht zurück auf Ende des Jahres 2017. Zuvor hatten die philippinischen Behörden rund 837.000 Schüler mit Dengvaxia geimpft. Der Hersteller des Impfstoffs, der französische Pharmakonzern Sanofi, sorgte dann aber für Panik mit einer Warnung vor schweren Nebenwirkungen für Menschen, die noch nicht an Dengue-Fieber erkrankt waren. 

Sanofi stellte zwar klar, dass Dengvaxia sicher sei. Dennoch stoppten die Behörden die Impfkampagne und versetzte zahllose Eltern in Angst um die Gesundheit ihrer Kinder, wenn diese geimpft werden sollten.

In der Folge stieg die Zahl der registrierten Masern-Fälle von 791 im Jahr 2017 auf 5120 im vergangenen Jahr. In diesem Jahr wurden bereits 1813 Fälle festgestellt. Das San-Lorenzo-Krankenhaus in der philippinischen Hauptstadt Manila meldete allein 50 Tote und 1500 Erkrankte im Januar. Die Zahlen wurden bislang nicht vom Gesundheitsministerium bestätigt.

Weltweit war die Zahl der Masern-Ansteckungen zuletzt deutlich gestiegen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wurden im Jahr 2017 rund 30 Prozent mehr Ansteckungen gemeldet als im Vorjahr. Ein Grund dafür sei fehlender Impfschutz bei Kindern.

Veröffentlicht: 08.02.2019 – Quelle: Agence-France-Presse