Zahl der Drogentoten 2018 leicht auf 1276 gestiegen

Mortler fordert bessere finanzielle Ausstattung der Suchtberatungen

Spritze mit Heroin

Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist im vergangenen Jahr leicht auf 1276 gestiegen. Dies waren vier Tote mehr als im Jahr davor, wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), am Mittwoch in Berlin mitteilte. Grüne und Linke im Bundestag forderten neue Ansätze.

Einen deutlichen Rückgang gab es demnach bei Menschen, die an einer Überdosis von Opioiden wie Heroin oder Morphin starben. Die Zahl der Verstorbenen sank von 707 auf 629. Damit gab es dennoch weiter die meisten Todesfälle durch Überdosierungen der Rauschgifte.

Einen Rückgang habe es auch bei Todesfällen durch neue psychoaktive Substanzen, sogenannte Legal Highs, gegeben. Gestiegen seien dagegen die Todeszahlen infolge von psychoaktiven Medikamenten wie etwa Benzodiazepinen.

Mortler erklärte, um Suchtprobleme besser zu bekämpfen, sei besonders die kommunale Suchthilfe wichtig. "Es ist höchste Zeit, die Suchtberatung bestmöglich für die Zukunft aufzustellen." Dafür sei aber mehr Geld nötig. Es funktioniere nicht, bei gleichbleibender Finanzierung mehr zu leisten.

Die Grünen im Bundestag forderten von der Bundesregierung, bundesweit die Abgabe von Naloxon an Heroinsüchtige und Angehörige zu erlauben und die Substitutionstherapien in Gefängnissen auszubauen. Die Linke im Bundestag forderte eine Entkriminalisierung des Besitzes kleiner Drogenmengen und den umfassenden Ausbau von Drogenkonsumräumen, um Überdosierungen von Rauschgiftsüchtigen besser verhindern zu können.

Veröffentlicht: 11.04.2019 – Quelle: Agence-France-Presse