Zwei an Anti-Ebola-Kampagnen beteiligte Menschen im Kongo getötet

Gewalttaten nach monatelangen Drohungen

Medizinisches Personal im Einsatz gegen Ebola

In der Demokratischen Republik Kongo sind zwei Mitarbeiter von Kampagnen zur Bekämpfung von Ebola getötet worden. Die beiden, ein Mann und eine Frau, seien in der Nacht zum Sonntag in ihren Häusern in der Provinz Nord-Kivu im Osten des Landes getötet worden, teilte das örtliche Gesundheitsministerium mit. Zuvor seien sie monatelang bedroht worden.

Die Frau sei bereits vor einigen Wochen angegriffen worden, konnte sich aber freikaufen. "Mehreren Quellen zufolge könnte es sich bei den Tätern um Menschen aus dem selben Viertel handeln, die ihre Nachbarn um den Arbeitsplatz in der Ebola-Hilfe beneideten", erklärte das Ministerium.

Das Gesundheitsministerium und seine Partner, darunter die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatten entschieden, örtliche Bewohner verstärkt für Ebola-Kampagnen einzusetzen. Sie erhoffen sich dadurch, den Widerstand der Bevölkerung im Kampf gegen die Epidemie zu verringern.

Die Menschen im Kongo widersetzen sich häufig gegen Impfungen und andere Schutzmaßnahmen sowie Krankenhausaufenthalte im Zusammenhang mit Ebola-Infektionen. Widerstand gibt es auch gegen sogenannte "würdige, aber sichere" Beerdigungen, bei denen Kontakt zu Körperflüssigkeiten des Toten vermieden wird, um eine Ansteckung zu verhindern. 

In der Demokratischen Republik Kongo war im vergangenen August eine Ebola-Epidemie ausgebrochen. Laut Angaben des Gesundheitsministeriums vom Wochenende starben bislang mehr als 1650 Menschen an den Folgen der Krankheit. Rund 700 Patienten konnten demnach geheilt werden. Erschwert wird der Kampf gegen Ebola durch Angriffe bewaffneter Milizen auf Behandlungszentren.

Veröffentlicht: 16.07.2019 – Quelle: Agence-France-Presse