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WHO spricht nach erstem Ebola-Fall in kongolesischer Großstadt von "Warnung"

Behörden sehen aber geringes Risiko einer Ausbreitung der Krankheit

Reisende an der Grenze zwischen Uganda und Kongo werden per Infrarotkamera auf Infektionen untersucht

Nach einem ersten Ebola-Fall in der kongolesischen Millionenstadt Goma hat die Weltgesundheitsorganisation WHO von einem ernsten Alarmsignal gesprochen. "Goma ist eine Warnung", erklärte der für Krisenfälle zuständig WHO-Direktor Mike Ryan am Montag in Genf. Aus Goma hatten die kongolesischen Behörden zuvor eine erste Infektion mit der hochgefährlichen Krankheit gemeldet.

Die Stadt im Ostkongo hat rund eine Million Einwohner. Es ist die bisher größte Stadt des Landes, in der bislang ein Ebola-Fall registriert wurde. In der Demokratischen Republik Kongo war im August eine Ebola-Epidemie ausgebrochen, die bis heute anhält. Laut Angaben des Gesundheitsministeriums starben bislang mehr als 1650 Menschen an den Folgen der Krankheit. Mehr als 690 Patienten konnten demnach geheilt werden. Erschwert wird der Kampf gegen Ebola durch Angriffe bewaffneter Milizen auf Behandlungszentren.

Der Mann war demnach am Sonntagmorgen mit einem Bus aus der Stadt Butembo in der Provinz Nord-Kivu in Goma eingetroffen und bei einem Ebola-Screening positiv ausgefallen. Bei ihm handelte es sich demnach um den Priester einer evangelikalen Kirche, der in sieben Gotteshäusern in der Region um Butembo predigte. Dort liegt das Zentrum des aktuellen Ebola-Ausbruchsbruchsgeschehens

Die kongolesischen Behörden erhöhten ihre Vorsichtsmaßnahmen, riefen aber gleichzeitig zur Ruhe auf. Das Risiko der Ausbreitung der tödlichen Krankheit sei gering. Der Infizierte sei schnell bemerkt und isoliert worden, hieß es. 60 Kontaktpersonen seien identifiziert und 30 davon gegen Ebola geimpft worden. Darunter befanden sich demnach auch der Busfahrer und die Buspassagiere.

Der Pastor wurde demnach zurück nach Butembo gebracht. Dort gibt es wegen des Ebola-Ausbruchs in der Region bereits ein zentrales Behandlungszentrum, das den kongolesischen Behörden zufolge besser auf Infektionsfälle vorbereitet ist als die Kliniken in Goma. 

Veröffentlicht: 16.07.2019 – Quelle: Agence-France-Presse