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Rückruf von Frischmilch in zahlreichen Supermarktketten und Discountern

Vereinzelte Produkte mit Aeromonas-Bakterien verunreinigt - Kann zu Durchfall führen

Deutsches Milchkontor in Erfurt

Neuer Lebensmittelskandal: Wegen Verunreinigung durch Bakterien haben die Deutsche Milchkontor DMK und Fude + Serrahn einen großflächigen Rückruf von frischer fettarmer Milch in Supermärkten und Discountern gestartet. Bei Routinekontrollen sei festgestellt worden, dass "einzelne Artikel" mit Aeromonas-Bakterien verunreinigt waren, teilten die Unternehmen in Bremen mit. Dies könne zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Durchfall führen. Betroffen sind Eigenmarken von Ketten wie Aldi, Lidl, Edeka und Rewe.

Die fraglichen Marken tragen das Kennzeichen "DE NW 508" und bestimmte Mindesthaltbarkeitsdaten (MDH) zwischen dem 10. und dem 20. Oktober. Konkret geht es um die Marken Aro-Milch von Metro, Milsani von Aldi Nord, Milfina von Aldi Süd, K-Classic von Kaufland, Milbona von Lidl, Tip und Hofgut von Bartels-Langness, Gut und Günstig von Edeka, Gutes Land von Netto, Ja von Rewe und Tip von Real.

Die betroffene Ware werde "bereits vorsorglich aus dem Handel genommen", teilte DMK mit. Verbraucher erhielten den Kaufpreis auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet.

DMK ist nach eigenen Angaben die größte deutsche Molkereigenossenschaft und einer der größten Lieferanten des deutschen Lebensmitteleinzelhandels. Zu der Warenpalette gehören Käse, Molkereiprodukte, Babynahrung, Eis sowie Gesundheitsprodukte. Bekannte Marken sind Milram, Oldenburger und Alete.

Die Verbraucherzentralen und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) forderten angesichts der jüngsten Lebensmittelskandale, die Lebensmittelüberwachung müsse schlagkräftiger und die Information der Verbraucher schneller werden. Im Krisenfall müsse der Bund die Koordinierung und Verantwortung übernehmen. Die kommunale Lebensmittelüberwachung sei bei komplexen Lieferketten "nicht mehr zeitgemäß". Die Behörden müssten Rückrufe sofort selbst einleiten können, erklärte der vzbv.

Eine Sprecherin des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung sagte in Berlin, die Situation werde "sehr genau" beobachtet. Grundsätzlich seien in erster Linie die Hersteller verantwortlich für die Sicherheit ihrer Produkte; die Überwachung sei Aufgabe der Landesbehörden.

Erst vergangene Woche war der hessische Wursthersteller Wilke nach zwei Todesfällen durch Listerien geschlossen worden, sämtliche Produkte mit dem Identitätskennzeichen "DE EV 203 EG" wurden zurückgerufen. Dazu gehören sowohl Produkte der Eigenmarke als auch von 13 weiteren Marken und Handelsnamen, unter denen sie vertrieben werden. Die Verbraucherorganisation Foodwatch wirft den Behörden vor, viel zu spät eingegriffen zu haben.

Veröffentlicht: 12.10.2019 – Quelle: Agence-France-Presse