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Umfrage: Schlafprobleme bei Pflegern beeinträchtigen Versorgung Pflegebedürftiger

Einer von sieben Pflegern lässt sich deswegen regelmäßig krank schreiben

Eine Pflegerin begleitet eine Altenheimbewohnerin

Mehr als zwei von drei Pflegern in Deutschland haben derart ernste Schlafprobleme, dass darunter die Versorgung der Pflegebedürftigen leidet. Laut einer Umfrage der Initiative "Deutschland schläft gesund" leiden 69 Prozent der befragten Pflegekräfte oft oder zumindest manchmal unter so starken Schlafproblemen, dass dies ihre berufliche Leistungsfähigkeit beeinträchtige, wie die "Welt" am Dienstag berichtete. Einer von sieben Pflegern lässt sich wegen seiner Schlafprobleme regelmäßig krank schreiben.

Unter chronischer Überlastung und dadurch verursachtem Schlafmangel der Pfleger litten auch die Patienten, sagte der Vorsitzende der Initiative, der Schlafmediziner Ingo Fietze. Müde Menschen seien um zehn Prozent langsamer in ihren Reaktionen, auch ihr Wahrnehmungsfeld sei erheblich eingeschränkt. "Dass dies zu Unfällen führen kann, ist nachvollziehbar", sagte Fietze der Zeitung. Die Initiative ist ein Zusammenschluss von Ärzten und Betroffenenverbänden. Für die Umfrage wurden bundesweit 135 Pfleger befragt.

Der Deutsche Pflegerat sieht als wichtigste Ursache für die verbreiteten Schlafprobleme in dieser Berufsgruppe die häufig wechselnden Arbeitsschichten. "Die Schichtarbeit ist in der beruflichen Pflege unvermeidbar, und diese Belastung wird noch dadurch verstärkt, dass durch Personalmangel häufig ungeplant Dienste übernommen werden müssen", sagte der Pflegeratsvorsitzende Franz Wagner. Mehr als 40 Prozent aller Pflegenden müssen der Umfrage zufolge mindestens dreimal pro Monat ungeplant für zusätzliche Schichten einspringen.

Veröffentlicht: 13.11.2019 – Quelle: Agence-France-Presse