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Grünen-Spitze sagt Kommission zu Homöopathie ab

Gremium sollte Position zu umstrittener Heilmethode erarbeiten

Fläschchen mit homöopathischen Mitteln

Die Grünen-Spitze hat die geplante Kommission zur Homöopathie abgesagt. Der Bundesvorstand sei "einstimmig zu dem Ergebnis gekommen, dass eine vertrauensvolle und erfolgreiche Arbeit dieser Kommission nicht möglich ist", heißt es in einem AFP am Dienstag vorliegenden Beschluss des Grünen-Bundesvorstandes. Zur Begründung wurde auf eine interne Telefonkonferenz verwiesen, über die trotz vereinbarter Vertraulichkeit in Zeitungen berichtet worden sei. 

Über den am Dienstag gefassten Vorstandsbeschluss hatte zunächst die Berliner "tageszeitung" ("taz") berichtet. "Die Debatte um die Homöopathie war von Anfang an durch einen aggressiven und teilweise polemischen Ton beschwert", konstatiert der Bundesvorstand in seinem Beschluss. Bereits vor dem Parteitag im November in Bielefeld seien "immer wieder aus internen Gesprächen Informationen an die Medien weitergegeben" worden. Die Delegierten hatten sich für die Einsetzung der Kommission ausgesprochen, die von Parteichef Robert Habeck geleitet werden sollte.

Der Vorstand zieht die Beschlussfassung zur Homöopathie nun an sich. Der Bielefelder Parteitag vom November habe den Vorstand beauftragt, eine Positionierung zu einem wissenschaftsbasierten und ethischen Gesundheitssystems zu erarbeiten. "Der Auftrag kann nur erfüllt werden, indem der Bundesvorstand die erforderliche programmatische Arbeit selbst verantwortet und mit dem Entwurf des Grundsatzprogrammes vorlegt", heißt es in dem Vorstandsbeschluss. Den Mitgliedern der ursprünglich geplanten Kommission sollten die Textpassagen zuvor zur Kommentierung zugeleitet werden.

Bei den Grünen ist die Haltung zur Homöopathie heftig umstritten. Kritiker der Heilmethode setzen sich insbesondere dafür ein, die Finanzierung der Behandlung durch die gesetzliche Krankenkassen zu beenden. Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass Homöopathie nicht über den Placebo-Effekt hinaus wirke. Die Homöopathie-Befürworter plädieren hingegen dafür, an der Kassenfinanzierung festzuhalten.

Veröffentlicht: 15.01.2020 – Quelle: Agence-France-Presse