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Kuba entsendet in Corona-Krise 39 Ärzte und Pfleger nach Andorra

Inselstaat unterstützt auch Italien und elf weitere Staaten mit Fachpersonal

Kubanische Ärzte und Pfleger vor ihrer Abreise nach Andorra

Kuba unterstützt Andorra im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie mit 39 kubanischen Ärzten und Krankenpflegern. Die Fachkräfte seien am Samstag in das kleine Fürstentum entsandt worden, sagte der Leiter der Dienste für medizinische Zusammenarbeit, Jorge Delgado, der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor hatte Kuba in der Krise bereits Italien und andere Staaten mit medizinischem Fachpersonal unterstützt. 

Insgesamt hat Kuba in den vergangenen zehn Tagen 508 Ärzte und Krankenpfleger in andere Länder entsandt, um zur Bekämpfung des Coronavirus beizutragen. Neben Italien erhielten auch elf lateinamerikanische und karibische Staaten Unterstützung durch den Inselstaat. 

Mit einem Umsatz von 6,3 Milliarden Dollar (5,6 Milliarden Euro) im Jahr 2018 ist der Export medizinischer Dienstleistungen eine der wichtigsten Einnahmequellen Kubas, gefolgt vom Tourismus. 29.000 kubanische Ärzte arbeiten derzeit in 59 Ländern. 

Die Ärztemissionen wurden vergangenes Jahr unter anderem von den USA und Brasilien scharf kritisiert. Sie bemängelten, dass ein Teil des Gehalts der Fachkräfte dem kubanischen Staat zufällt und forderten eine direkte und faire Bezahlung. In der Folge beendeten Brasilien, Bolivien, Ecuador und El Salvador ihre Verträge mit Kuba.

Der 70.000-Einwohner-Staat Andorra liegt zwischen Frankreich und Spanien - zwei der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder Europas. In Andorra selbst wurden bislang 267 Infektionsfälle registriert, drei Menschen starben. In Kuba wurden 119 Fälle gemeldet, drei Patienten starben an dem Virus.

Veröffentlicht: 30.03.2020 – Quelle: Agence-France-Presse