Zeitungen: Gesetzlich Versicherte zahlen fast 700 Millionen Euro für Hilfsmittel

Besonders bei Hörgeräten greifen Patienten oft in eigene Tasche

Hörgerät

Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen haben laut einem Zeitungsbericht im vergangenen Jahr insgesamt fast 700 Millionen Euro aus eigener Tasche für Gesundheitshilfsmittel ausgegeben. Sie zahlten 692,1 Millionen Euro an Mehrkosten etwa für Einlagen, Hörgeräte oder Prothesen, wie nach Informationen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben) aus einem Bericht des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen hervorgeht.

Demnach seien im vergangenen Jahr in 29,4 Millionen Fällen Patienten mit solchen Hilfsmitteln versorgt worden. Jedes fünfte Mal ? in 5,9 Millionen Fällen ? hätten die Betroffenen dabei auch in die eigene Tasche gegriffen. Im Vergleich mit einem vorherigen Bericht, der sich auf das zweite Halbjahr 2018 bezog, stieg der Anteil der Fälle mit Eigenkosten der Patienten damit den Funke-Zeitungen zufolge leicht an. Damals habe er noch bei 18 Prozent gelegen.

Vor allem bei Hörgeräten entscheiden sich Betroffene häufig für Ausstattung, die nicht vollständig von der Kasse bezahlt wird, wie die Funke-Blätter weiter aus dem Bericht des Spitzenverbandes zitieren. 445 Millionen Euro, also fast zwei Drittel der gesamten Mehrkosten, seien auf Hilfen zum Hören entfallen. 

Die Krankenkassen betonen, dass sich Versicherte freiwillig für Modelle von Hilfsmitteln entschieden, bei denen sie Mehrkosten tragen. Gesetzlich geregelt ist, dass die Kassen Hilfsmittel mehrkostenfrei zur Verfügung stellen müssen. Entscheiden sich Versicherte für Ausstattung, die über das medizinisch Notwendige hinausgeht, müssen sie die Kosten selbst tragen. 

Veröffentlicht: 06.07.2020 – Quelle: Agence-France-Presse