USA verzeichnen abermals Rekordhoch bei Coronavirus-Neuinfektionen

Mehr als 65.000 weitere Ansteckungen binnen eines Tages gezählt

Temperaturmessung vor Geschäft in New York

In den USA ist die Zahl der täglich festgestellten Neuinfektionen mit dem Coronavirus abermals auf ein neues Rekordhoch angeschwollen. Innerhalb von 24 Stunden wurden weitere 65.551 Ansteckungsfälle gezählt, wie aus am Donnerstagabend (Ortszeit) von der Johns-Hopkins-Universität veröffentlichten Zahlen hervorging. Der vorherige 24-Stunden-Rekord lag bei 60.209 Infektionsfällen und war am Dienstag verzeichnet worden.

In den USA breitet sich das neuartige Virus seit einigen Wochen wieder verstärkt aus. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land den Angaben der Universität zufolge inzwischen bei 3,1 Millionen. Auch wurden demnach seit Mittwoch weitere 1000 Todesopfer gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Todesfälle durch die Infektion stieg damit auf 133.195. 

Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Dies gilt sowohl für die Infektions- als auch die Totenzahlen. Zuletzt waren immer neue Rekordstände bei den Ansteckungszahlen verzeichnet worden.

Der oberste Seuchenexperte des Landes, Anthony Fauci, sprach am Donnerstag von einer "sehr schwierigen" Phase. In einer Telekonferenz mit dem Nachrichtenportal "The Hill" plädierte der Präsidentenberater dafür, dass die Bundesstaaten bei der Lockerung ihrer Corona-Maßnahmen eine Pause einlegen. Eine erneute weitgehende Stilllegung des öffentlichen Lebens halte er aber nicht für nötig.

Kritiker führen das erneute Hochschnellen der Infektionsraten darauf zurück, dass Corona-Restriktionen vorschnell gelockert worden seien. Vielerorts wurden die Maßnahmen aber bereits wieder verschärft. US-Präsident Donald Trump spricht dennoch immer wieder von einer positiven Entwicklung im Kampf gegen das Virus. 

Am Donnerstag widersprach Trump zum wiederholten Mal der Lageeinschätzung seines Beraters Fauci. Die hohe Zahl der Infektionsfälle sei darauf zurückzuführen, dass in den USA viel mehr und "besser" getestet werde als in anderen Ländern, schrieb der Präsident im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Trump wird von Kritikern vorgeworfen, die Bedrohung durch die Pandemie zu verharmlosen. So hat Trump auch wieder damit begonnen, Kundgebungen mit großen Menschenmengen abzuhalten. Am 3. November finden in den USA die Präsidentschaftswahlen statt.

Veröffentlicht: 10.07.2020 – Quelle: Agence-France-Presse