VdK fordert grundlegende Verbesserungen für Pflegepersonal

Verband: Bonuszahlung ändert nichts an "systematischer Benachteiligung"

Seniorin und Pflegekraft in Düsseldorfer Altenheim

In der durch die Corona-Pandemie befeuerten Debatte um die Arbeitsbedingungen im Pflegebereich hat der Sozialverband VdK grundlegende Reformen gefordert. Die beschlossene einmalige Bonuszahlung nähmen die Angestellten "sicher gerne mit", doch gebraucht werde ein "großer Wurf", sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstagsausgabe). Der Bonus ändere nichts an dem "jahrzehntelangen Reformstau" und der "systematischen Benachteiligung der sozialen Berufe".

Bentele forderte, die Arbeit in der Pflege durch bessere Rahmenbedingungen attraktiver zu machen. Nicht nur müssten die Gehälter erhöht und die Arbeitszeiten besser und verlässlicher werden. Auch müssten den Beschäftigten mehr Aufgaben und mehr Verantwortung gegeben werden. Mindestlöhne reichten in der Pflegebranche nicht aus, betonte die VdK-Präsidentin. Nötig sei vielmehr ein bundeseinheitlicher Tarifvertrag für alle Angestellten.

Der vom Bundestag beschlossene Pflegebonus sieht eine einmalige steuerfreie Zahlung von bis zu 1000 Euro für Beschäftigte in der Altenpflege vor. Die Länder und die Arbeitgeber können die Prämie freiwillig um bis zu 500 Euro aufstocken. 

Veröffentlicht: 14.07.2020 – Quelle: Agence-France-Presse