EU-Behörde besorgt über zunehmende Nutzung von Lachgas als Rauschmittel

Beobachtungsstelle: Substanz trotz leichter Verfügbarkeit nicht ungefährlich

Lachgas wird auch für Sprühsahne genutzt

Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) ist besorgt über den zunehmenden Missbrauch von Lachgas als Rauschmittel. "Die zunehmende Nutzung von Distickstoffmonoxid zur Aufheiterung in manchen Regionen Europas ist besorgniserregend", erklärte der Leiter der in Lissabon ansässigen EU-Behörde, Alexis Goosdeel, am Montag. Die Nutzer hätten generell das Gefühl, dass das Inhalieren von Lachgas gefahrlos sei.

Ein stärkerer und häufigerer Konsum erhöhe aber das "Risiko schwerer Schäden, wie etwa Schädigungen des Nervensystems", warnte Goosdeel. Laut einem Bericht seiner Behörde hat zudem die Zahl der gemeldeten Vergiftungen mit Lachgas in Europa leicht zugenommen.

Lachgas wird legal als Nahrungsmittelzusatz etwa bei Sprühsahne oder in der Medizin als Schmerzmittel eingesetzt. Weil es leicht verfügbar und billig ist, wird es zunehmend als Rauschmittel genutzt. Der EBDD-Chef erklärte, dass Lachgas immer stärker vermarktet werde und es eigene Online-Shops dafür gebe. 

Die Risiken und Folgeschäden durch Lachgas-Konsum müssten noch besser erforscht werden, forderte Goosdeel. Doch sei es schon jetzt wichtig, "eine Normalisierung und damit ungewollte Förderung des Konsums" zu vermeiden. 

Veröffentlicht: 21.11.2022 – Quelle: Agence-France-Presse