Zeitumstellung: Mögliche Folgen für die Gesundheit

Auch in diesem Jahr wird am letzten März-Wochenende die Uhr wieder um eine Stunde vorgestellt. Das bedeutet eine Stunde weniger Schlaf – bei manchen Personen kann dies bereits zu einem Mini-Jetlag führen. So wirkt sich die Zeitumstellung auf unsere Gesundheit aus.

Zeitumstellung
© Getty Images/Anna Blazhuk

"Im Sommer vor, im Winter hinter" lautet der Merksatz: Bei der Umstellung von der Winterzeit auf die Sommerzeit werden die Uhren um 2 Uhr morgens auf 3 Uhr vorgestellt. Die Zeitumstellung kann wie ein Mini-Jetlag gesundheitliche Beschwerden wie Müdigkeit und Schlafstörungen auslösen. Diese Folgen hat die Zeitumstellung für die Gesundheit und so beugen Sie dem Jetlag vor.

Die Zeitumstellung stört die "innere Uhr"

Die Zeitumstellung kann unseren Schlaf-Wach-Rhythmus und unseren Biorhythmus, also die innere Uhr, beeinflussen. Bei den meisten Menschen dauert dieser Effekt ein bis zwei Tage an und hat keine gesundheitlichen Folgen. Andere reagieren sensibler auf die Zeitumstellung – diese kann sich sogar mehrere Wochen lang negativ auf den Organismus auswirken.

Dies zeigt sich durch folgende Anzeichen:

  • einen veränderten Schlaf-Wach-Rhythmus
  • einen beeinträchtigten Ruhe-Aktivitäts-Rhythmus
  • Antriebslosigkeit und Erschöpfung
  • geringere Schlafdauer
  • verminderte Schlafqualität

Vor allem die sogenannten "Eulen", also Menschen, die eher abends fit sind und morgens länger schlafen, haben mit den Folgen der Umstellung auf die Sommerzeit zu kämpfen. Auch Personen, die ohnehin bereits an Schlafstörungen leiden, haben oft Schwierigkeiten nach der Zeitumstellung.

Das menschliche Leistungsvermögen wird reduziert

Als Folge der schlechten Schlafqualität und des veränderten Schlaf-Wach-Rhythmus können gesundheitliche Folgen im psychischen und physischen Bereich auftreten. Studien zeigen, dass kurz nach der Umstellung auf die Sommerzeit häufiger Herzinfarkte auftreten. Ein direkter Zusammenhang zur Zeitumstellung konnte bislang nicht festgestellt werden, doch der Stress durch die Störungen der inneren Uhr könnte die Infarkte begünstigen.

Weitere Konsequenzen spiegeln sich besonders im mentalen Bereich wider, was ebenfalls vor allem auf den veränderten Schlaf-Wach-Rhythmus zurückzuführen ist. Diese Folgen umfassen:

  • Unzufriedenheit und schlechte Gemütslage
  • Müdigkeit und Konzentrationsstörungen
  • Verhaltensänderung (höheres Risikoverhalten etc.)
  • vermehrt manische Episoden im Rahmen einer bipolaren Störung

Die Zeitumstellung kann also Einfluss auf Körper und Geist haben. Dem Mini-Jetlag und seinen Folgen kann man vorbeugen, indem man das Schlafverhalten anpasst und den Körper langsam auf die Sommerzeit einstellt.

Zeitumstellung: 5 Tipps gegen den Mini-Jetlag

Gegen den Mini-Jetlag können folgende Tipps und Tricks helfen:

  1. Sport und Bewegung im Freien: Beim Sport produziert der Körper einerseits Glückshormone andererseits ist er nach dem Sport müde. Bewegung fördert gesunden Schlaf. Achtung: Nicht zu spät Sport treiben, um den Körper nicht abends unnötig lange zu aktivieren.
  2. Schlafzimmer abdunkeln und kühlen: Wenn es abends länger hell ist, stellt sich auch der Körper auf längere Tage ein. Ein dunkles Schlafzimmer trickst den Körper aus und signalisiert, dass es Zeit zu schlafen ist.
  3. Geregelter Schlafrhythmus: Besonders in der Woche vor und nach der Zeitumstellung wird ein geregelter Schlafrhythmus empfohlen. Der Körper findet so einen eigenen Rhythmus und verkraftet die Umstellung besser.
  4. Entspannung: Beim Einschlafen helfen Methoden zur Entspannung in Form von Meditation, progressiver Muskelentspannung oder Yoga. Auch ein entspannendes Bad oder eine heiße Milch mit Honig können das Einschlafen fördern.
  5. Zusätzliche Belastung vermeiden: Koffeinhaltige Getränke oder fettiges Essen am späten Abend können das Einschlafen erschweren und die Schlafqualität beeinträchtigen. Achten Sie daher auf Ihre Ernährung und vermeiden Sie es, Ihren Körper zusätzlich zu belasten.

Aktualisiert: 25.03.2022
Autor*in: Alexandra Maul, News-Redakteurin | Silke Hamann, Medizinredakteurin