Private Krankenversicherung (PKV)

Mit privater Krankenversicherung beim Arzt © istockphoto, kzenon

Die private Krankenversicherung ist die Absicherung bei einem privatrechtlich organisierten Versicherungsunternehmen. Personen, für die keine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung besteht, können sich privat versichern. Dies ist der Fall bei Arbeitnehmern, deren monatliches Bruttoeinkommen für das Jahr 2017 4.800 Euro beziehungsweise 57.600 Euro im Jahr überschreitet. Selbstständige, Freiberufler, Beamte und unter bestimmten Voraussetzungen auch Studierende können sich unabhängig vom Einkommen privat versichern.

Vollversicherung, Teilversicherung und Zusatzversicherung

Familienangehörige müssen stets selbständig krankenversichert werden. Bei privaten Krankenversicherungen unterscheidet man zwischen einer Vollversicherung, welche die gesamten Krankheitskosten abdeckt, einer Teilversicherung für die anteilige Absicherung der Krankheitskosten sowie einer Zusatzversicherung zur gesetzlichen Krankenkasse, um zusätzliche Risiken abzudecken.

PKV: Aufnahme

Um zu gewährleisten, dass wirklich alle Personen, die nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig sind, eine Absicherung im Krankheitsfall haben, müssen private Krankversicherer sogenannte Basistarife anbieten. In diesen Basistarif müssen die Anbieter jeden Antragssteller aufnehmen, der nicht gesetzlich versichert ist – unabhängig von seinem Gesundheitszustand.

Der Beitragssatz ist begrenzt auf den durchschnittlichen Höchstbetrag der gesetzlichen Krankenversicherung. Das Leistungsangebot entspricht ebenfalls in etwa dem der gesetzlichen Krankenversicherung. Reduziert der Gesetzgeber die dort festgelegten Leistungen, so wird auch im Basistarif entsprechend gekürzt.

Für die Normaltarife können private Versicherer ihre Mitglieder entsprechend ihrer Aufnahmebedingungen aufnehmen beziehungsweise ablehnen, wenn der Gesundheitszustand eines Patienten nicht den Bedingungen der jeweiligen Versicherung entspricht. Nach einer Aufnahme ist jedoch eine Kündigung bis auf wenige Ausnahmen (vorvertragliche Anzeigenverletzung oder Aussetzen der Beitragszahlungen) ausgeschlossen.

PKV: Beiträge

Während die Beiträge für den Basistarif gesetzlich festgelegt, hängen sie bei der privaten Krankenversicherung allein von individuellen Eigenschaften ab. Je nach Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand ist der Beitrag für jeden Versicherten unterschiedlich hoch. Die Kosten für die Versicherung teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber, wobei der Arbeitgeber maximal den halben Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung zahlen muss. Je nach Versicherung und Tarif besteht zudem die Möglichkeit, dass bei einer Nicht-Inanspruchnahme medizinischer Leistungen bis zu sechs Monatsbeiträge jährlich zurückerstattet werden.

Für das Alter bildet das Versicherungsunternehmen Rückstellungen, so dass mit Leistungskürzungen nicht zu rechnen ist. Dennoch können Beiträge in einem gewissen Rahmen erhöht werden.

Anders als gesetzlich Versicherte müssen privat Versicherte die Kosten für ambulante Behandlungen zunächst vorschießen und die Rechnungen dann an ihre Krankenversicherung weiterreichen, um die Kosten erstattet zu bekommen. Stationäre Behandlungen werden üblicherweise direkt mit dem Krankenhaus abgerechnet.

PKV: Leistungen

Der Leistungsumfang ist abhängig vom gewählten Tarif. Während der Basisschutz (PKV Basistarif) mit den im Sozialgesetzbuch festgelegten Leistungen vergleichbar ist, können die Top-Tarife Extras wie freie Arzt- und Krankenhauswahl, Einzel- oder Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung oder Erstattung von Zahnersatz beinhalten.

Aktualisiert: 01.06.2018 – Autor: Astrid Zehbe

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