Rückkehr in gesetzliche Krankenversicherung

Frau beim Arzt nach Rückkehr in gesetzliche Krankenversicherung © istockphoto, AlexRaths

Rückkehr in die Gesetzliche – nicht ohne Weiteres möglich: Wer sich für einen Wechsel in die Private Krankenversicherung (PKV) entscheidet, geht oft einen "Bund fürs Leben" ein – so ist es zumindest vom Gesetzgeber vorgesehen. Zwar wurden im Jahr 2011 die Bedingungen für einen Wechsel in die PKV erleichtert, gleichzeitig jedoch nochmals die Rückkehr von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) erschwert.

Krankenversicherung: Wieso wird der Wechsel erschwert?

Grund dafür ist, dass viele junge und gesunde Menschen von den Vorteilen der Privaten Krankenversicherung profitieren, indem sie einen wesentlich geringeren Beitrag als bei der gesetzlichen Krankenkasse zahlen und zudem noch bessere Leistungen erhalten.

Mit zunehmendem Alter steigen jedoch auch die Beitragssätze, so dass die gesetzliche Krankenversicherung nun für sie eine Kostenersparnis darstellt – für die gesetzliche Krankenkasse würden die Wechsler jedoch zur finanziellen Belastung werden, da sie nicht in diese, sondern in die PKV eingezahlt haben, welche letztendlich als große Gewinner hervorgehen würden.

PKV: Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung

Der Beitritt zur privaten Krankenversicherung sollte gut überlegt sein, denn wenn sich die Umstände ändern oder die Kosten über die Erwartungen hinaus erhöhen, ist eine Rückkehr zur gesetzlichen Krankenversicherung nur noch in bestimmten Fällen möglich. Eine Voraussetzung dafür ist, dass eine Person wieder versicherungspflichtig wird. Ein solcher Fall könnte eintreten, wenn der Privatversicherte die Beitragsbemessungsgrenze für mindestens ein Jahr lang unterschreitet, etwa weil der Versicherte weniger verdient als zuvor.

Zudem wird die Beitragsbemessungsgrenze jedes Jahr neu errechnet, so dass es sein kann, dass das bisherige Jahresgehalt nicht mehr ausreicht. Für das Jahr 2011 wurde ein Bruttojahreseinkommen von 49.500 Euro als Beitragsbemessungsgrenze festgelegt. Anders als früher wird nicht mehr automatisch eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung bei Arbeitslosigkeit möglich. Durch die neue Regelung muss nun das Jobcenter für die Beiträge der PKV einspringen. In der Regel wird der Versicherte in diesem Fall in den Basistarif herabgestuft.

Wechsel in die Gesetzliche als Selbstständiger

Gerade Selbstständige und Freiberufler zählen häufig zu den Mitgliedern der Privaten Krankenversicherungen. Doch Selbstständige können als solche nicht mehr zur gesetzlichen Krankenkasse zurückkehren. Als Option bleibt ihnen nur, die Selbstständigkeit aufzugeben und in ein Angestelltenverhältnis mit einem Verdienst unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze einzutreten. Wer kein eigenes Einkommen nach Aufgabe der Selbstständigkeit bezieht, hat die Möglichkeit, in die Familienversicherung des Ehepartners oder der Eltern zu wechseln.

Die hier genannten Voraussetzungen für einen Wechsel von der PKV zur GKV können jedoch auch nichtig werden: Tritt der Fall ein, dass eine private Krankenversicherung aufgehoben werden muss, weil die gesetzliche Versicherungspflicht greift, kann ein Privatversicherter Widerspruch einlegen. Wird er in diesem Fall von der gesetzlichen Versicherungspflicht entbunden, kann er unter keinen Umständen mehr in die gesetzliche Krankenkasse zurückkehren.

Ein ähnliches Problem haben oft Studenten, die bei Aufnahme ihres Studiums privat versichert waren: Mit dem Verzicht auf die gesetzliche Versicherungspflicht können sie für die Dauer ihres Studiums – auch bei Unterbrechung, Fachwechsel oder Zweitstudium – nicht mehr den Wechsel zur gesetzlichen Krankenversicherung vollziehen.

Wechsel in die GKV über 55

Wie bereits erwähnt, denken vor allem ältere Menschen häufig über eine Rückkehr von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung nach. Durch vermehrte gesundheitliche Probleme steigen die Beitragssätze immer weiter an, gleichzeitig verfügen die meisten Rentner nur noch über ein deutlich geringeres Einkommen. Möglicherweise wurden auch bestimmte Leistungen bei Eintritt in die PKV ausgeschlossen, die nun dringend benötigt werden. Das Sozialgesetzbuch sieht einen Wechsel von Privatversicherten über 55 Jahre zur GKV deshalb nur noch in äußerst seltenen Ausnahmefällen vor.

Wer eine Rückkehr zur privaten Krankenkasse in Erwägung zieht, sollte also mindestens zwölf Monate vor Vollendung des 55. Lebensjahres – etwa durch Reduzierung der Arbeitszeit – sicherstellen, dass sein Gehalt die Jahresarbeitsentgeltgrenze unterschreitet. Bei Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung verlieren die Betroffenen in der Regel in ihre Alterszulage, wovor auch ein Wechsel zu einer anderen PKV nicht bewahren würde.

Um zu vermeiden, dass sich Rentner ihre private Krankenkasse irgendwann nicht mehr leisten können, hat der Gesetzgeber 2009 den Basistarif eingeführt. Dieser umfasst in etwa die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung und darf deren monatlichen Höchsttarif (der im Jahr 2011 bei 575,44 Euro liegt) nicht überschreiten. Zudem besteht meist die Möglichkeit, die Leistungen der PKV den neuen individuellen Ansprüchen anpassen zu lassen. Interessenten sollten sich ausführlich von ihrem Versicherungsträger informieren lassen.

Aktualisiert: 17.07.2019 – Autor: Daniela Heinisch

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