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Zahngesundheit – mehr als gesunde Zähne

Lachender Mund mit gesunden Zähnen © Kjerstin Michaela Haraldsen

In den vergangenen Jahren haben die Wissenschaftler zahlreiche Wechselwirkungen zwischen unserem Mund und dem Gesamtorganismus entdeckt. Störungen an Zahnfleisch und Zähnen können das Risiko für Allgemeinerkrankungen erhöhen und die Gefahr von Frühgeburten steigern. Gewichtige Gründe, Mund und Zähne pfleglich zu behandeln. Langsam spricht es sich herum: Regelmäßige Zahnpflege und Mundhygiene verhelfen nicht nur zu einem strahlenden Lächeln und leckeren Küssen, sondern beugen auch zahlreichen Krankheiten vor.

Schlechte Mundhygiene begünstigt Ausbreitung von Krankheiten

Die häufigsten Erkrankungen im Mundraum sind Karies, also die Erkrankung der Zahnhartsubstanzen, und die Parodontitis, eine Entzündung des Zahnhalteapparates – deren Ausbreitung überwiegend bedingt ist durch unsere Lebensweise mit viel Zucker-, Alkohol- und Tabakkonsum. Diese chronischen Prozesse zerstören das Zahnfleisch und die Zähne, führen zu Schmerzen und Mundgeruch.

Bei längerer Dauer kommt es zu Zahnverlust – mit Folgen auch für das Ernährungsverhalten. Doch das ist nicht alles: Bei schlechter Mundhygiene erhöht sich auch das Risiko für bösartige Tumoren in der Mundhöhle.

Die Bakterien nisten sich in den Zahnzwischenräumen und Zahnfleischtaschen ein und lösen ein permanente Entzündungsreaktion aus. Das bedeutet, unser Immunsystem läuft ständig auf Hochtouren, um den Keimen den Garaus zu machen. Zum anderen können Entzündungsstoffe in die Blutbahn gelangen – und damit quasi zu fast allen Orten im Organismus. Die Folge: Das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall steigt, eine Zuckerkrankheit kann verschlechtert werden.

Auch für chronische Atemwegserkrankungen und dem metabolischen Syndrom, Magen-Darm-Krankheiten sowie Erkrankungen von Muskeln und Knochen, insbesondere rheumatischen Störungen scheint ein Zusammenhang mit Zahnproblemen zu bestehen.

Vorbeugen – aber richtig

Zahlreiche Studien haben in den letzten Jahren nicht nur diese Zusammenhänge aufgezeigt, sondern auch belegt, dass umgekehrt eine verbesserte Mundhygiene und eine frühzeitige und adäquate Behandlung von Erkrankungen im Mundraum das Risiko für allgemeinmedizinische Erkrankungen senkt.

Diabetiker und Schwangere betroffen

Insbesondere Diabetiker profitieren von der Beseitigung eine Parodontitis: Dadurch dass die Infektions- und Entzündungsquelle im Mundraum vermindert wird, gelangen weniger Bakterien und Entzündungszellen in die Blutbahn, wodurch sich wiederum die Insulinwirkung bessert.

Doch bei verbesserter Mundgesundheit verlangsamt sich auch die Gefäßverkalkung (Atherosklerose) und die Gefahr der verstärkten Blutgerinnung sinkt wieder.

Auch werdenden Müttern wird empfohlen, während der Schwangerschaft besonders gut auf ihre Mundhygiene zu achten. Wissenschaftler vermuten, dass ein Zusammenhang zwischen Mundentzündungen und vorzeitigen Wehen beziehungsweise Blasensprung besteht, damit also das Risiko für eine Frühgeburt mit einem zu geringen Gewichts des Babys steigt.

Aktualisiert: 30.05.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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