Die Haut – Spiegelbild der Seele

Gesicht einer jungen Frau
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Redensarten wie "Das geht einem unter die Haut", "Sie ist vor Scham errötet", oder "Ich könnte aus der Haut fahren" zeigen, wie sehr Haut und Seele miteinander verbunden sind. Die Röte aus Freude, Scham oder Wut entsteht dadurch, dass die Durchblutung der Gesichtshaut ausgelöst von bestimmten Hormonen für kurze Zeit in die Höhe getrieben wird. Blass vor Schreck wird man dagegen, weil sich der Blutfluss zum Herzen reflexartig verstärkt. Ob es der wohlige oder ein unangenehmer Schauer ist, der einem über den Rücken läuft oder sich vor Schreck die Haare aufstellen, immer wird es durch ein jähes Zusammenziehen der Haut verursacht.

Wenn die Seele "Blasen schlägt"

Neben diesen kurzfristigen Effekten kann das seelische Befinden auch länger anhaltende Beeinträchtigungen der Haut auslösen. Stress, Trauer und andere psychische Belastungen können dazu führen, dass sich plötzlich rote Flecken oder Hautunreinheiten bilden.

Auch übersensible Reaktionen auf Umwelteinflüsse, das Nicht-mehr-Vertragen der gewohnten Creme oder des üblichen Parfums können mögliche Gründe für Hautprobleme sein. Positive Stimmungen wirken sich umgekehrt auch positiv auf die Haut aus. Wer ausgeglichen und glücklich ist, scheint von innen heraus zu strahlen.

Wenn Hautkrankheiten die Lebensqualität beeinträchtigen

Es kann aber auch der umgekehrte Fall eintreten, dass nämlich Hautkrankheiten zum Auslöser für seelische Probleme werden. Menschen mit schweren Hautkrankheiten können in ihrer Lebensqualität ähnlich stark oder sogar stärker eingeschränkt sein, wie Personen mit schweren internistischen Erkrankungen, zum Beispiel Herzerkrankungen oder Zuckerkrankheit.

Die vermeintlich harmlose chronische Quaddelsucht oder Urtikaria beispielsweise beeinträchtigt laut der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) Emotionen, Sozialleben und Lebensenergie der betroffenen Patienten in gleichem Maße wie eine koronare Herzkrankheit; der Schlaf wird sogar stärker gestört.

Methodische Untersuchung der Lebensqualität bei Hautkrankheiten

Die Auswirkungen verschiedener Hautkrankheiten wie Schuppenflechte, Neurodermitis oder Akne auf die Lebensqualität wurden mithilfe spezieller Fragebögen untersucht.

Dabei wurde erfragt, ob und wie sehr hautkranke Patienten unter ihrer Krankheit leiden, wie stark sie durch Hautkrankheiten im Vergleich zu Erkrankungen anderer Organsysteme beeinträchtigt sind und wie sehr es Hautärzten gelingt, mit ihrer Diagnostik und Therapie das Missbefinden der Patienten abzubauen und sie zur Gesundheit im Sinne der WHO-Definition als körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden zu führen.

Solche standardisierten Bewertungen der Lebensqualität werden seit einigen Jahren für die Beurteilung von Krankheitserscheinungen und den Therapieerfolg akuter und chronischer Hauterkrankungen und für die Einstufung neuer Behandlungsmethoden genutzt.

Die so gewonnenen Erkenntnisse zeigen, dass Hautkrankheiten nicht als "Befindlichkeitsstörungen" oder "kosmetische Beeinträchtigungen" abgetan werden dürfen, mit denen Patienten einfach leben müssen. 

Bessere Beratung führt zum Heilungserfolg

Die Lebensqualitätsforschung belegt aber auch die Bedeutung der "sprechenden Medizin" für hautkranke Patienten. Eine Untersuchung aus Jena zeigt, dass die Lebensqualität von Patientinnen mit Haarausfall mehr mit ihrer seelischen Verarbeitung des Krankheitsgeschehens zusammenhängt als mit der objektiven Symptomatik.

Damit der Hautarzt seinen Patienten und Patientinnen hierbei helfen kann, ist Zeit für eine ausführliche Beratung erforderlich.

Patienten würden sogar zuzahlen

Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung sind bereit, für eine bevorzugte Beratung durch den Arzt selbst zu bezahlen, so das Ergebnis einer Image-Studie der deutschen Dermatologen. Die ausführliche Beratung ohne Zeitdruck und die nachgewiesene höhere Arztkompetenz sind dabei für die Probanden entscheidende Serviceleistungen für ihre Zuzahlungsmotivation.

Aktualisiert: 22.12.2017

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