Seife – Die Geschichte der Seife

Seifestücke © pixabay, silviarita

Seifen sind waschaktive Substanzen, sogenannte Tenside. Chemisch gesehen sind sie Alkalisalze höherer Fettsäuren, hergestellt aus pflanzlichen oder tierischen Fetten, die mit Natronlauge "verseift" aufgespalten werden. Sie werden heutzutage hauptsächlich zur Körperreinigung verwendet werden. Als Waschmittel von Stoffen und Textilien hat die Seife an Bedeutung verloren, da sich beim Waschprozess unlösliche Rückstände ("Kalkseifen") bilden.

Erste Seife wurde vor über 6.500 Jahren erfunden

Schon seit Jahrtausenden benutzen Menschen Seife. Bereits ca. 4.500 v. Chr. entwickelten die Sumerer eine Vorform, die aus Pottasche und Ölen hergestellt wurde. Um an die benötigte Pflanzenasche zu kommen, verbrannten die Sumerer Tannenzapfen oder Dattelpalmen. Sie übersahen jedoch den reinigenden Effekt und verwendeten das Gemisch als Heilmittel.

Die Ägypter und Griechen (ca. 2.700 - 2.200 v. Chr.) dürften eine ähnliche Anleitung zur Herstellung von Seife verwendet haben, wobei erst die Germanen und Gallier die Seife als "dekoratives Kosmetikum" entdeckten. Sie verwendeten die aus Ziegen- Rinder- oder Hirschtalg hergestellte Seife als Bleichmittel für die Haare oder frisierten sich mit einer Art Seifen-Pomade; Bräuche, die von den Römern gerne übernommen wurden.

Luxusseifen und Badehäuser

Trotz ihrer hoch entwickelten Badekultur verwendeten die Römer die Seife zur Körperreinigung erst ab dem 2. Jahrhundert n. Chr. In der weiteren Entwicklung der Seifensiederkunst zeigten sich die Araber im 7. Jahrhundert als sehr einfallsreich: Sie verkochten erstmals Öl und Lauge unter Einsatz von gebranntem Kalk miteinander und gewannen dadurch besonders feste Seifen, die in ihrer Konsistenz mit der heutigen vergleichbar ist.

Dieses Wissen verbreitete sich schnell in Europa. Die meist parfümierten Luxusseifen waren zunächst nur dem reichen Adel vorbehalten. Nach und nach entwickelte sich eine Badekultur mit öffentlichen Badehäusern, die auch dem Bürgertum und der ärmeren Bevölkerung zugänglich waren.

Von der Badekultur bis zur Trockenwäsche

Dieser Badekultur setzten Pest und Syphilis jedoch im 14. Jahrhundert ein jähes Ende. 25 % der europäischen Bevölkerung fielen der großen Pestepidemie 1347 bis 1351 zum Opfer. Im Mittelalter hütete man sich daher vor Wasser und Seife aufgrund des Irrglaubens, dass Krankheiten überhaupt erst durch die Seife in den Körper gelangen. Die Bevölkerung erreichte damit genau das Gegenteil, denn Seuchen wie Pest und Cholera breiteten sich immer weiter aus. 

Im 16. und 17. Jahrhundert galt deshalb die Trockenwäsche als chic – ganz ohne Seife und Wasser, sondern mit Tüchern, Parfüm und Puder. In Adelskreisen setzte man ganz auf diese Art der Körperpflege, weshalb sich Keime, Läuse und Flöhe ungehindert ausbreiten konnten.

Aktualisiert: 17.05.2018 - Autor: beautypress/sebamed

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