Seife – Waschen wird modern

Seifestücke
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Bis weit ins 18. Jahrhundert hinein vertraten die Ärzte in Europa die Meinung, dass Wasser und Luft dem Körper schade. Das Einpudern der Haut und Kleidung diente als Schutz vor diesen "schädlichen Elementen".

Erst im bürgerlichen 19. Jahrhundert änderte sich die Einstellung und man ging dazu über, den Körper regelmäßig zu waschen und von unangenehmen Gerüchen zu befreien. Waschen wurde modern.

Seife als Mangelware

Doch während des Krieges im 20. Jahrhundert war die Rohstoffversorgung so knapp, dass es nicht genug Öle und Fette zur Seifenerzeugung gab.

Erst nach Ende des Ersten Weltkrieges in den 20er Jahren war es möglich, durch die industrielle Produktion die Seife als Massenartikel herzustellen. Es wurden billige Fettrohstoffe aus tropischen Ländern importiert und ein preisgünstigeres Herstellverfahren erfunden: "Leblanc-", später "Solvay-Verfahren".

Inhaltsstoffe von Seife

Heute werden Seifen aus pflanzlichen oder tierischen Fetten hergestellt. Die Hauptbestandteile sind:

  • Rohstoffe wie Kokosfett, Olivenöl oder Palmöl 
  • tierische Fette wie Talg, Schmalz oder Knochenfett

Diese Fette werden bei der Seifenherstellung zerlegt ("Verseifung"), indem sie mit einer Lauge gekocht werden. Dieses Verfahren nennt man "Seifensieden". 

Die sogenannte "Feinseife" - oder auch "Toilettenseife" genannt - wird meist zum Händewaschen verwendet. Sie besteht aus geruchsneutralen Fetten mit pflegenden Zusätzen, sowie Parfümen und Farbstoffen.

Seife kann der Haut schaden

Der Nachteil von alkalischer Seife ist, dass diese nicht nur den vorhandenen Schmutz entfernt, sondern auch den hauteigenen Fettfilm löst, was zu rissiger und rauer Haut führen kann. Sie erzeugt außerdem einen Anstieg des Haut-pH-Wertes und zerstört so den Säureschutzmantel.

Bei starken Ekzemen wurde daher noch bis vor 40 Jahren ein absolutes Waschverbot verordnet.

Revolution des Waschens: "Seife ohne Seife"

Die Erkenntnis, dass die gesunde Haut leicht sauer ist - pH-Wert 5,5 - und herkömmliche alkalische Seifen den Säureschutzmantel angreifen, brachte Dr. Heinz Maurer darauf, die Zusammensetzung von Seifen grundlegend zu überdenken. Er entwickelte ein seifenfreies Waschstück - abgestimmt auf den pH-Wert 5,5 der gesunden Haut - das auch von Menschen mit empfindlicher Haut bedenkenlos verwendet werden kann.

Die sogenannten "Syndets" sind seifenfreie, waschaktive Substanzen mit einer besonders hautverträglichen Wirkung. Im Gegensatz zur herkömmlichen Seife lassen sich Syndets weitgehend auf jeden gewünschten pH-Wert einstellen. Der Hautsäureschutzmantel wird durch die besonders schonende Reinigung mit leicht sauren Syndets aufrechterhalten und kann somit schädliche Umwelteinflüsse wie Krankheitserreger abwehren.

Aktualisiert: 17.05.2018
Autor*in: beautypress/sebamed

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