Schminktipps für sensible Haut

Geschminkte Frau mit sensibler Haut © lightstargod

Die meisten Frauen fühlen sich mit einem dezenten Make-up einfach wohler. Wer sehr trockene Haut hat oder zu Allergien neigt, reagiert auf Kosmetikprodukte jedoch schnell mit lästigen Irritationen. Die Haut spannt und juckt, bildet rote Flecken oder kleine Bläschen – etwa jede dritte Frau kennt solche Hautreaktionen aus eigener Erfahrung. Schuld sind in vielen Fällen Duft- und Konservierungsstoffe, die in den meisten herkömmlichen Schminkprodukten enthalten sind. Wer darauf empfindlich reagiert, muss auf dekoratives Make-up jedoch nicht verzichten.

Gesicht

Moderne Teint-Grundierungen enthalten neben Puder und Pigmenten auch Pflegestoffe. Dennoch sollte gerade bei empfindlicher Haut das Make-up erst nach der Pflege aufgetragen werden. Eine Creme, die Fett und Feuchtigkeit spendet, ist als Grundlage wichtig, damit die Haut über den Tag nicht austrocknet und kein unangenehmes Spannungsgefühl entsteht. Das Make-up lässt sich außerdem gleichmäßiger auftragen und hält länger.

Ideal sind Cremes, die neben Feuchthaltefaktoren wie Urea (Harnstoff) auch beruhigende Inhaltsstoffe enthalten wie zum Beispiel Thermalwasser. Extrakte mit zum Beispiel Hamamelis wirken entzündungshemmend, Dexpanthenol und Vitamin E unterstützen die Regeneration der Haut und machen sie widerstandsfähig. Wer empfindliche Haut hat, sollte auf Produkte mit Duft- und Konservierungsstoffen besser verzichten oder diese zumindest nicht täglich verwenden. Sie gehören - neben Nickel - zu den häufigsten Allergieauslösern für die Haut.

Cremes in Tube brauchen weniger Konservierungsstoffe als Produkte in Tiegeln, weil der Inhalt kaum mit Keimen in Kontakt kommt. Sie sind deshalb im Allgemeinen auch besser verträglich. Und: Jede Haut reagiert anders - was der Haut der besten Freundin gut tut, bekommt der eigenen vielleicht überhaupt nicht. Deshalb: Ausprobieren, was für Ihre Haut passt und möglichst dabei bleiben. Verzichten Sie lieber auf Experimente.

Augen

Die Haut um die Augen ist besonders empfindlich, auch die Augen selbst reagieren auf bestimmte Inhaltsstoffe von Kosmetika schnell mit Rötungen. Schwarzer Eyeliner und schwarze Mascara werden bei sensibler Haut meist besser vertragen als Kosmetika mit blauen oder grünen Farbstoffen. Auch im Lidschatten führen Blau- und Grüntöne wegen der enthaltenen Kupferoxide oder Chromdioxid-Teilchen schneller zu Hautirritationen.

Wer allerdings unter einer Nickelallergie leidet, reagiert häufig auch auf schwarze Mascara mit Juckreiz und Ekzemen. Denn in der schwarzen Farbe kann Nickel enthalten sein.

Lippen

Die Lippen besitzen nur an den Rändern einige wenige Talgdrüsen, die Haut ist sehr dünn und wird besonders schnell rau. Lippenbalsam und Stifte mit pflanzlichen Ölen und Wachsen beugen schmerzhaften Rissen vor und machen die sensible Haut glatt und geschmeidig. Gerade für die empfindlichen Lippen gilt: Auch hier möglichst auf Produkte mit Duft- und Konservierungsstoffen verzichten.

Wer gerne farbige Akzente setzt, ist mit Lippenstiften gut beraten, denen pflegende Wirkstoffe zugesetzt sind. Jojoba-Öl beispielsweise enthält natürliche Fettsäuren, die den Zusammenhalt der Zellen unterstützen und die Barrierefunktion der Lippen verstärken. Wenn die Lippen bereits rissig und spröde sind, hilft Caranauba, ein natürliches Wachs, das die Lippen besonders intensiv pflegt. Panthenol und Allantoin wirken hautberuhigend und lindern Hautreizungen und Rötungen.

Nagellack

Farbe auf den Nägeln setzen modische Akzente. Herkömmliche Nagellacke sollten nur ab und zu aufgepinselt werden, da der Lack auf Dauer die Nägel austrocknet und bei Berührung im Gesicht vor allem an den Augen Ekzeme auslösen kann. Auch für die Nagelkosmetik werden Produkte angeboten, die speziell für empfindliche Haut entwickelt wurden. Sie kommen ohne Reizstoffe wie Formaldehyd, Acryl, Duft- und Konservierungsstoffe aus. Einige Lacke enthalten zusätzlich Silicium, das die Nägel kräftigt und stoßfest macht.

Richtig abschminken

Aus Hautschüppchen, Make-up und Umweltschmutz bildet sich im Laufe des Tages eine pappige Schicht, die die Poren verstopft und Entzündungen fördern kann. Damit die Haut nachts besser regeneriert, ist das abendliche Abschminken des Gesichts ein Muss. Verzichten Sie bei empfindlicher Haut auf herkömmliche Seifen und Waschlotionen – sie entziehen zusätzlich Fett und Feuchtigkeit. Häufig reicht zur Reinigung schon ein mit Thermalwasser getränkter Wattepad.

Kräftigere Make-up-Reste lassen sich am besten mit einer seifenfreien Reinigungsmilch oder einem Reinigungsgel entfernen. Produkte, die auf den pH-Wert der Haut abgestimmt sind, schonen den natürlichen Säureschutzmantel, der die Haut vor schädlichen Umwelteinflüssen bewahrt. Entsprechende Produkte enthalten besonders milde, zum Teil auch rückfettende Waschsubstanzen, die den hauteigenen Fettfilm nicht beeinträchtigen. So lässt sich vermeiden, dass die empfindliche Haut zusätzlich austrocknet.

Aktualisiert: 07.03.2014 – Autor: Dagmar Reiche

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