Gesund auf Flugreisen

Viele Traumziele sind nur mit dem Flugzeug zu erreichen. Aber wie groß sind die gesundheitlichen Risiken des Fliegens und wie kann man sich sinnvoll auf eine Flugreise vorbereiten? Pro Jahr starten und landen über 145 Millionen Menschen auf deutschen Flughäfen, in diesem Jahr werden es kaum weniger sein. Jedoch werden Flugreisende immer wieder mit Meldungen zu Thrombosen, Infektionen und Herzattacken beim Aufenthalt in den Lüften aufgeschreckt. Klar, dass so etwas für Verunsicherung sorgt. Aber was ist tatsächlich dran?

Thrombosegefahr im Flugzeug

Gesichert ist, dass der längere, weitgehend bewegungslose Aufenthalt in der Enge eines Flugzeugsitzes das Thromboserisiko erhöht. In einer Studie der Uni-Klinik Dresden entdeckte man bei knapp 3 Prozent von 964 untersuchten Langstreckenfliegern ein Gerinnsel in den Waden; laut einer australischen Erhebung kommt auf etwa 40.000 Langstreckenflüge eine Thrombose - doch nur bei einem von zwei Millionen Flügen stirbt ein Patient daran.

Im Verhältnis dazu ist das Risiko für einen Unfalltod beim Autofahren etwa hundertmal so hoch. Eine wirkungsvolle Thrombosevorbeugung sind Bewegungsübungen am Platz: Fuß- und Zehengelenke immer wieder mal beugen und strecken, wobei die Spannung der Muskeln für einige Sekunden gehalten wird. Auch gelegentliches Aufstehen und Umherlaufen sowie der reichhaltige Verzehr koffein- und alkoholfreier Getränke wirken unterstützend.

Menschen mit besonderem Risiko wie etwa Senioren, Raucher, Schwangere und stark Übergewichtige sollten Kompressionsstrümpfe tragen. Zusätzlich kann im Einzelfall Heparin zur Blutverdünnung zum Einsatz kommen.

Strapaziertes Immunsystem

Generell schwächen Langstreckenflüge von mehr als sechs Stunden laut einer Studie der Universität Mainz das Immunsystem. Besonders kritisch wird es 12 bis 24 Stunden nach der Landung. Es empfiehlt sich daher, am ersten Tag nach der Reise besonders vorsichtig zu sein und große Menschenansammlungen und riskante, unter unhygienischen Bedingungen angebotene Speisen, zu meiden. Zusätzlich kann man einige Tage vor dem Reiseantritt damit beginnen durch Heilpflanzen wie Echinacea und Kapland-Pelargonie oder Kombinationspräparate aus Vitamin C und Zink das Immunsystem "aufzurüsten".

Reiseübelkeit

Die berüchtigte Reiseübelkeit wird durch das überforderte Gehirn ausgelöst, dem die Augen aus dem Innern der Flugzeugkabine Ruhe vorgaukeln, während das Innenohr mit seinem Gleichgewichtsorgan Beschleunigungs- und Lageveränderungen signalisiert. Dies veranlasst die Ausschüttung von Stresshormonen, die zu den bekannten Symptomen Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit führen. Der Aufenthalt im Bereich der Tragflächen, wo es am wenigsten turbulent zugeht, kann helfen.

Ebenfalls zweckmäßig: der Verzicht auf Nikotin, Alkohol und fettreiche Speisen. Flugmediziner empfehlen zudem Entspannungstechniken wie zum Beispiel autogenes Training. Weitere Alternativen sind spezielle Antihistaminika sowie Ingwerpräparate aus der Apotheke.

Jetlag

Um dem so genannten Jetlag zu entgehen, sollte man versuchen, sich vor längeren Reisen schon vorab etwas an den Tag-Nacht-Rhythmus des Urlaubslandes anzupassen. Außerdem vor Ort gleich früh morgens aufstehen. Licht ist ein wichtiger Taktgeber und hat Einfluss auf den rythmusbestimmenden Melatoninstoffwechsel. Untersuchungen haben außerdem gezeigt, dass Vitamin B 12 helfen kann, besser mit diesem biorhythmischen Stress klarzukommen.

Aktualisiert: 12.12.2013

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?