Typische Reisekrankheiten vermeiden

Die schönsten Tage im Jahr sollen es werden – doch wenn man nicht aufpasst, kann man im Urlaub schnell krank werden: Egal, ob eine Blasenentzündung, Durchfall oder ein unangenehmer Sonnenbrand – gesundheitliche Probleme können auch auf Reisen auftreten. Wir stellen Ihnen acht typische Reisekrankheiten und -beschwerden vor und geben Ihnen Tipps, wie Sie auch im Urlaub fit und gesund bleiben.

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Reiseübelkeit

Reiseübelkeit (Kinetose) © iStock.com/FtLaudGirl
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Der Urlaub hat noch nicht einmal richtig angefangen, schon treten die ersten Beschwerden auf: Egal ob Sie mit Auto, Bus, Schiff oder Flugzeug unterwegs sind – Reiseübelkeit kann beim Reisen mit verschiedenen Fortbewegungsmitteln auftreten. Sie macht sich durch Symptome wie Schwindel, ein flaues Gefühl im Magen, vermehrten Speichelfluss sowie Schweißausbrüche bemerkbar. Wird Ihnen auf dem Weg in den Urlaub schlecht, können Sie Ihre Reiseübelkeit mit den folgenden Tipps schnell wieder in den Griff bekommen:

  • Auto und Bus: Legen Sie eine Pause ein und bewegen Sie sich etwas an der frischen Luft. Atmen Sie möglichst tief, ruhig und gleichmäßig. Konzentrieren Sie sich beim Weiterfahren auf die Straße und unterlassen sie Nebenbeschäftigungen wie beispielsweise Lesen. Schauen Sie in Fahrtrichtung und vermeiden Sie es, seitlich aus dem Auto zu sehen.
  • Schiff: Gehen Sie raus an Deck und bleiben Sie nicht im Innenraum des Schiffes. Schauen Sie nicht aufs Wasser, sondern fixieren Sie einen Punkt am Horizont. Lassen Sie sich auf die Bewegungen des Schiffes ein und stemmen sich nicht dagegen.
  • Flugzeug: Reservieren Sie einen Platz auf Höhe der Tragflächen. Vermeiden Sie es, aus dem Fenster zu schauen, sondern schließen Sie lieber die Augen.

Vor dem Beginn der Reise können Sie Reiseübelkeit durch ein leichtes, fettarmes Essen vorbeugen. Auf Koffein und Nikotin sollten Sie vor der Fahrt dagegen verzichten. Während der Reise kann es hilfreich sein, einen Kaugummi zu kauen oder ein Bonbon zu lutschen.

Thrombosegefahr

Thrombosegefahr auf Reisen © iStock.com/Suze777
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Auf langen Flügen, aber auch bei längeren Fahrten mit dem Auto oder der Bahn, besteht ein erhöhtes Thromboserisiko. Durch das lange Sitzen verlangsamt sich der Blutfluss, das Blut dickt durch die meist geringe Flüssigkeitsaufnahme ein und staut sich in Beinen. Dadurch können sich kleine Gerinsel – sogenannte Thromben – bilden. Diese können lebensgefährlich werden, wenn sie wichtige Gefäße am Herz oder an der Lunge verstopfen.

Um einer Thrombose vorzubeugen, sollten Sie beim Reisen auf genügen Bewegung achten. Vertreten Sie sich bei Fahrten mit dem Auto ab und zu an der frischen Luft die Beine oder gehen Sie im Flugzeug öfters am Gang auf und ab.

Auch im Sitzen können Sie Ihr Thromboserisiko senken, indem Sie die Blutzirkulation durch etwas Fußgymnastik anregen. Vermeiden Sie es dagegen, die Beine übereinander zu schlagen.

Achten Sie außerdem darauf, genügend zu trinken, koffeinhaltige Getränke und Alkohol sind allerdings nicht geeignet. Wenn Sie Probleme mit Ihrer Venenfunktion haben, tragen Sie während der Reise Kompressionsstrümpfe.

Sonnenbrand

Sonnenbrand im Urlaub © iStock.com/mangostock
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Am Urlaubsort angekommen freuen sich viele Urlauber besonders auf das Relaxen in der Sonne, doch gerade in den ersten Tagen sollte man es mit dem Sonnenbaden nicht übertreiben – sonst droht ein Sonnenbrand. Langfristig begünstigen Sonnenbrände die Entstehung von Hautkrebs, deswegen sind schützende Maßnahmen unbedingt erforderlich:

  • Verwenden Sie im Sommer vor jedem Aufenthalt im Freien eine Sonnencreme mit einem ausreichend hohen Lichtschutzfaktor.
  • Tragen Sie lange, luftige Kleidung sowie einen Hut oder eine Kappe.
  • Meiden Sie die Mittagssonne und legen Sie regelmäßig Pausen vom Sonnenbaden ein.
  • Denken Sie daran, dass Sie auch im Schatten sowie bei bewölktem Himmel noch UV-Strahlung erreicht.

Haben Sie sich trotzdem verbrannt, sollten Sie die Sonne in den nächsten Tagen meiden und die verbrannten Stellen mit einer After-Sun-Lotion eincremen. Auch das Duschen mit lauwarmem Wasser oder ein Aloe-Vera-Gel können dazu beitragen, den Sonnenbrand zu kühlen. Nehmen Sie außerdem ausreichend Flüssigkeit zu sich.

Blasenentzündung

Frau mit Blasenentzündung im Urlaub © iStock.com/szefei
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Bei warmem Wetter ist nicht nur das Relaxen in der Sonne, sondern auch das Baden im Pool oder im Meer bei den Urlaubern beliebt. Doch Vorsicht – dieses Sommervergnügen hat seine Tücken: Denn wer die nasse Kleidung nach dem Baden nicht wechselt, riskiert eine Blasenentzündung.

Bakterien fühlen sich nämlich besonders in einem feucht-warmen Klima wohl. Nasse Badekleidung bietet ihnen damit einen idealen Lebensraum. Da der Körper durch die nasse Badekleidung mit der Zeit auskühlt und dadurch das Immunsystem geschwächt wird, können Bakterien zudem leichter in den Körper eindringen.

Liegt eine Blasenentzündung vor, äußert sich diese durch einen häufigen Harndrang sowie ein Brennen beim Wasserlassen. Dann ist es wichtig, viel zu trinken, um die Keime aus dem Körper zu spülen. Besonders gut geeignet sind Blasen- oder Nierentees. Werden die Beschwerden nach einigen Tagen nicht besser, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Durchfall und Verstopfungen

Mann mit Durchfall und Verstopfungen im Urlaub © iStock.com/sb-borg
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Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall oder Verstopfungen gehören zu den häufigsten Reisekrankheiten. Um Durchfall vorzubeugen, sollten Sie vor allem bei Reisen in südliche Länder genau darauf achten, was Sie essen. 

Besonders häufig lauern Krankheitserreger im Leitungswasser. Nehmen Sie deswegen in gefährdeten Gebieten keine Getränke mit Eiswürfeln zu sich. Verwenden Sie zum Zähneputzen Mineralwasser aus der Flasche und achten Sie beim Duschen darauf, den Mund fest zu schließen. Beim Essen sollten Sie zu gekochten und gebratenen Speisen greifen, rohe Lebensmittel, Eis und ungeschältes Obst sollten Sie dagegen meiden.

Während einige Urlauber vom stillen Örtchen gar nicht mehr herunterkommen, streikt bei anderen die Verdauung ganz und sie leiden an Verstopfung. Gründe dafür sind zu wenig Bewegung und eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme während der Fahrt sowie die Nahrungsumstellung am Urlaubsort.

Um Verstopfungen vorzubeugen, sollten Sie darauf achten, genug zu trinken. Ebenfalls empfehlenswert ist eine ballaststoffreiche Kost mit Vollkornprodukten sowie Obst und Gemüse. Haben Sie bereits Verstopfungen, sollten sie morgens ein Glas Wasser auf nüchternen Magen trinken. Dadurch wird der Magen gedehnt und die Darmmuskulatur angeregt. Daneben können auch einige Trockenpflaumen dafür sorgen, dass die Verdauung wieder in Schwung kommt.

Blutvergiftung

Blutvergiftung am Fuß © iStock.com/Vonschonertagen
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Barfuß am Strand ist es schnell passiert: Man tritt in eine scharfkantige Muschel oder eine Scherbe und zieht sich eine Schnittwunde zu. Über die Wunde können Bakterien in den Körper gelangen und dort eine Entzündung hervorrufen. Oft bleibt eine solche Entzündung örtlich begrenzt, über die Blutbahn können sich die Erreger jedoch auch im ganzen Körper ausbreiten und nach und nach die verschiedenen Organe angreifen. Dann liegt eine Blutvergiftung (Sepsis) vor.

Haben Sie sich im Urlaub eine Schnittwunde zugezogen, sollten Sie die Wunde zunächst vorsichtig mit Wasser säubern und anschließend mit einer sterilen Kompresse auswischen. Entzündet sich die Wunde, kann ein Wundheilgel dazu beitragen, die Entzündung zu bekämpfen.

Ist die Wunde sehr tief oder geht die Entzündung nicht zurück, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Gleiches gilt, wenn Krankheitssymptome wie Fieber, Schüttelfrost oder allgemeine Abgeschlagenheit auftreten. In einigen Fällen ist bei einer Blutvergiftung auch ein roter Strang, der von der Wunde zum Herzen verläuft, zu erkennen.

Fußpilz

Fußpilz im Urlaub © jackmac34
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Schwimmbäder, Umkleidekabinen und Saunen – überall dort, wo sich viele Menschen tummeln, ist die Infektionsgefahr für Fußpilz besonders hoch. Selbst im Urlaub ist man vor den Fußpilz-Erregern nicht sicher, denn auch auf den Fußböden der Hotelzimmer lauert die Gefahr. Wer hier keine Schuhe trägt, läuft schnell Gefahr, sich mit Fußpilz anzustecken.

Typische Symptome einer Fußpilz-Erkrankung sind juckende oder brennende Füße. Zudem können Hautveränderungen auftreten – es bilden sich rote Stellen, die Schuppen oder Blasen bilden. Damit die unangenehmen Symptome so schnell wie möglich verschwinden, sollte ein Pilzmittel zu jeder Reiseapotheke gehören.

Um Fußpilz effektiv vorzubeugen, sollten Sie immer Badeschuhe tragen – sowohl am Pool als auch im Hotelzimmer. Machen Sie darüber hinaus um Desinfektionsduschen lieber einen großen Bogen – meist ist hier die Ansteckungsgefahr nämlich besonders groß. Achten Sie nach dem Duschen außerdem immer darauf, ihre Füße gründlich abzutrocknen – auch zwischen den Zehen!

Insektenstich

Insektenstich im Urlaub: Mücke © iStock.com/Bigkhem
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Insektenstiche an sich sind in unseren Gefilden zwar nicht gefährlich – lästig sind sie jedoch allemal. Je nachdem, welches Insekt uns erwischt hat, sind die Stiche entweder schmerzhaft oder jucken stark. In seltenen Fällen können Insektenstiche eine allergische Reaktion auslösen. Wer überempfindlich reagiert, sollte einen Arzt aufsuchen.

Um eine Infektion zu vermeiden, sollte an einem Insektenstich nicht gekratzt werden. Gegen die Schwellung und den Juckreiz hilft es, die betroffene Stelle mit Kühlpacks oder nassen Waschlappen zu kühlen.

Während ein Insektenstich in unseren Gefilden meist harmlos ist, können in tropischen und subtropischen Gebieten Insekten gefährliche Krankheiten wie Malaria, das Dengue-Fieber oder die Schlafkrankheit übertragen. Deswegen sollten Sie sich bereits vor dem Antritt Ihrer Reise über mögliche Gefahren im Urlaubsland erkundigen.

Reisen Sie in ein Risikogebiet, sollten Sie sich durch lange Kleidung und ein am besten vor Ort erworbenes Mückenschutzspray schützen. Nachts ist es empfehlenswert, unter einem Moskitonetz zu schlafen.

Aktualisiert: 26.07.2021 - Autor: Kathrin Mehner, Medizinredakteurin