Per Auto in den Urlaub - Tipps für eine gute Reise

Gerade wenn man mit dem Auto in den lang ersehnten Urlaub fährt - und das tut jeder zweite Deutsche - beginnen die Ferien mit einer Strapaze. Schließlich ist das Autofahren während der Hauptreisezeit kein Vergnügen, denn Staus und Hitze belasten die Fahrer und Beifahrer extrem. Um sicher und einigermaßen entspannt am Strand oder in den Bergen anzukommen hier einige Tipps.

Reiseapotheke und Medikamente

Man stelle sich nur die Suche nach einer Apotheke in einem fremden Land vor, das mühselige Erklären von Symptomen und Befindlichkeiten. Wie viel einfacher ist es, eine gut sortierte Reiseapotheke für die gängigsten Krankheiten wie Magen-Darm-Verstimmung oder Erkältung mitzunehmen. Neben Verbandszeug, Fieberthermometer, Pinzette, Schere und Wundschnellverband sind folgende Medikamente sinnvoll, die fast alle in der Apotheke rezeptfrei erhältlich sind:

  • Desinfektionsmittel (70-prozentiger Alkohol, Jod)
  • Brand- und Wundsalbe
  • Schmerz- und Fiebermittel
  • Mittel gegen Reiseübelkeit
  • Mittel gegen Erbrechen, wenn der Magen durch ungewohnte Kost verdorben ist
  • Durchfallmittel, wichtig ist gerade für Kinder eine Elektrolyt-Glukose Mischung, um dem Körper Flüssigkeit und Mineralien zurück zu geben
  • Salbe oder Gel gegen Insektenstiche und Sonnenallergie

Chronisch Kranke sollten eine ausreichende Menge der gewohnten Arzneimittel (z.B. Bluthochdruckmittel, Herzmedikamente, Insulin etc.) einpacken, da sie nicht überall in der gewohnten Qualität zu bekommen sind.

Erste-Hilfe-Kasten im Auto überprüfen

Neben der Reiseapotheke gehört natürlich auch ein standardisierter Verbandkasten ins Auto. Aber nach einigen Jahren hat man schnell vergessen, was so alles darin enthalten sein sollte: Der Verbandkasten muss eine Rettungsdecke aus Alu, Einmal-Handschuhe aus PVC, Sicherheitsnadeln und eine Erste-Hilfe-Schere enthalten. Außerdem Mullbinden, Wundschnellverbände, Verbandstücher, Verbandspäckchen, Dreiecktücher, Kompressen, Wundauflagen, Heftpflaster.

Außerdem sollte man bedenken, dass der Kasten jahraus, jahrein im Auto liegt und damit Hitze und Kälte ausgesetzt ist. Darunter kann das Material leiden. Die Einmalhandschuhe sollten deshalb nach einem oder zwei Jahren gewechselt werden, denn das Material wird spröde und reisst beim Anziehen.

Achten sollte man auch auf die Verfallsdaten des Verbandsmaterials. Abgelaufene Produkte gehören raus und ersetzt. Eventuell lohnt es sich, gleich einen neuen Verbandskasten zu besorgen. Wer unsicher ist sollte den Erste-Hilfe-Kasten mit in die Apotheke nehmen und überprüfen lassen.

Tipps gegen Reiseübelkeit

Niemand kann dauernd Medikamente gegen Übelkeit schlucken. Und unter der leiden vor allem Kinder. Schuld ist meist das Gleichgewichtsorgan, das mit widersprüchlichen Informationen zu kämpfen hat, wenn man während der Fahrt liest: Das Gleichgewichtsorgan meldet Bewegung (Fahrt), die Augen melden Stillstand, weil sie sich längere Zeit auf einen Punkt konzentrieren. Lesen vermeiden, aus dem Fenster schauen, viele kleine Pausen, leichte Snacks und genügend frische Luft können manchmal die größte Übelkeit verhindern.

Ernährung und Trinken

Von süßen Getränken, unzähligen Tassen Kaffee oder gar dem deftigen Kraftfahrer-Teller mit Pommes Frites und Schweinshaxe sollte man sich auf gar keinen Fall ernähren. Es ist ein Irrglaube, dass Süßigkeiten die Konzentrationsfähigkeit lange Zeit aufrecht erhalten. Einen kurzfristigen Energieschub erreicht man damit zwar schon, denn der Blutzuckerspiegel steigt beim Genuss von Süßigkeiten. Dann aber fällt der Blutzuckerspiegel plötzlich wieder ab, Heißhunger stellt sich ein, die Konzentration lässt nach.

Obst, Gemüse (Tomaten, Karotten) für zwischendurch, ein leichtes Mittagessen bestehend aus Salat, Suppen, Quarkspeisen usw. leisten da bessere Dienste. Ganz wichtig ist das Trinken: Wasser, Fruchtsäfte mit Wasser vermischt oder Kräutertees sind eine sinnvolle Alternative zu Cola und Limonaden.

Kaffee schwemmt das Wasser aus dem Körper aus, und der vielgerühmte Wachhalte-Effekt des Koffeins lässt auch schnell wieder nach. Gegen Müdigkeit hilft Anhalten, an der frischen Luft bewegen und viel trinken.

Klimaanlagen richtig einstellen

Wissenschaftlich erwiesen ist, dass sich bei einer Temperatur von 35 °C im Auto die Reaktionszeit des Autofahrers bei einer 1,5-stündigen Fahrt um mehr als 65 % verschlechtert. Glücklich, wer eine Klimaanlage besitzt - sonst helfen bei Fahrten in den Süden nur sehr viele Pausen, alle ein bis zwei Stunden. D

ie Klimaanlage sollte so ausgerichtet sein, dass sie nicht direkt ins Gesicht bläst. Sie muss, um im Innenraum eine Temperatur von 22 bis 25 Grad zu erreichen, auf 15 Grad Kühlung eingestellt werden. Zu Beginn der Fahrt bei sehr großer Hitze sollte man das Fenster anfänglich leicht öffnen, um die warme Luft entweichen zu lassen.

Morgens losfahren

Vor einer Nachtfahrt sollte man unbedingt ausgeruht sein. Es bietet sich also nicht an, direkt nach einem schweren Arbeitstag loszufahren. Es ist erwiesen, dass die Leistungsfähigkeit eines übermüdeten Fahrers morgens zwischen drei und vier Uhr auf den Nullpunkt absinkt und sich die Gefahr für Unfälle damit drastisch erhöht. Die beste Startzeit für die Fahrt in den Urlaub ist deshalb morgens.

Wichtige Telefonnummern für die Reise

  • ADAC-Adressdatenbank deutschsprechender Ärzte: +49 89 76 76 76
  • ADAC-Pannenhilfe in Deutschland aus dem Festnetz: 01 80 22 22 22 2
  • ADAC-Pannenhilfe aus jedem Handynetz ohne Vorwahl: 22 22 22
  • ADAC-Pannenhilfe aus dem Ausland: +49 89 22 22 22

Aktualisiert: 23.04.2014

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