Sonnenbrand, Sonnenstich & Co.

Mann mit Sonnenbrand © rawpixel

Im Sommer zieht es viele von uns raus ins Freie, zum Grillen oder Schwimmen. Aber was, wenn die Sonne die Haut verbrennt, Insektenstiche anschwellen oder die Augen durch die Fahrt im offenen Auto tränen? Wir geben Tipps bei 8 typischen Gesundheitsrisiken im Sommer.

1) Sonnenstich – was tun?

Zu viel Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf kann einen Sonnenstich auslösen – Ursache ist vermutlich eine Reizung oder Schwellung im Gehirn. Erste Anzeichen sind ein rotes, heißes Gesicht, Kopfschmerzen und eine Übelkeit, die in schweren Fällen tagelang anhalten kann.

Deshalb sofort mit erhöhtem Oberkörper in den Schatten legen, den Kopf mit einem nassen Handtuch kühlen, außerdem viel trinken. Bei schwerer Benommenheit einen Notarzt rufen. Besser noch: vorbeugen, indem Sie in der prallen Sonne immer eine luftige Mütze oder einen Hut tragen.

2) Finger am Feuer oder am Grill verbrannt?

Nach einer Verbrennung gilt:

  • Hände oder andere betroffene Stellen sofort unter kaltes Wasser halten, ungefähr eine Viertelstunde lang. Nur so werden auch die tiefen Gewebeschichten durchgekühlt, Schmerzen und eine Ausweitung der Verletzung vermieden.
  • Kein Eis auf die Brandwunden packen, das kann sie noch stärker schädigen.
  • Nach dem Kühlen die verbrannte Haut desinfizieren und mit einer für Verbrennungen geeigneten Wundcreme eincremen, danach locker mit einem Pflaster oder einer Mullbinde schützen.
  • Wenn sich Blasen bilden, nicht aufstechen. Sobald sie von selbst aufgehen, mit einer desinfizierenden Wundcreme behandeln.

Achtung: Bei Kindern darf nur mit handwarmem Wasser gekühlt werden und auch nur für wenige Minuten – sonst droht die Gefahr des Auskühlens. Hier finden Sie weitere Tipps zum Umgang mit Verbrennungen und Verbrühungen.

3) Hitzekollaps: das hilft!

Wenn der Körper beim Schwitzen viel Flüssigkeit verliert, kann der Kreislauf schlappmachen. Schwindelgefühle und Übelkeit zeigen an, wenn der Blutdruck in den Keller geht, im schlimmsten Fall droht eine kurze Ohnmacht.

Deshalb bei den ersten Anzeichen von Schwummerigkeit hinsetzen oder hinlegen, Beine hochlegen und sofort langsam mindestens einen halben Liter trinken. Besonders gut sind Sportlerdrinks, sie ersetzen Salze, die wir beim Schwitzen verlieren.

Alkoholische Drinks sollten an heißen Tagen komplett gemieden werden. Denn Wärme und Alkohol haben dieselbe Wirkung: Sie erweitern die Blutgefäße, sodass das Blut in Armen und Beinen regelrecht wegsackt.

4) Insekten – stechender Schmerz, lästiges Jucken, gefährliche Schwellung

Insektenstiche sind lästig und können eine juckende Schwellung verursachen. Meist sind sie jedoch harmlos. Im Mund oder Rachen können Bienen- oder Wespenstiche allerdings richtig gefährlich werden.

  • Erste Gegenmaßnahme: Eis lutschen.
  • Bei den geringsten Anzeichen von Atemnot immer sofort den Notarzt rufen!
  • Bei Bienen- oder Wespenstichen am Körper muss der Giftstachel entfernt werden.
  • Danach den Stich mit nassen Umschlägen kühlen und eine Salbe mit einem Antihistaminikum auftragen (rezeptfrei in der Apotheke).

Vorsicht: Wer auf Bienen- oder Wespenstiche allergisch reagiert, muss immer seine Notfallmedikamente mitführen. Lesen Sie außerdem hier, was gegen Mückenstiche hilft.

5) Zecken: Verbissene Angreifer

Die kleinen Blutsauger lauern in Gras und Gebüsch. Lange Hosen und Mückenschutzmittel bieten Schutz. Dennoch sollte man nach Wanderungen durch Wald und Wiesen die Haut sorgfältig absuchen, denn Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen.

  • Zum Entfernen auf keinen Fall Öl oder Klebstoff auf die Zecke träufeln, solcher "Stress" bringt sie nur dazu, möglicherweise infektiösen Speichel abzugeben.
  • Mit einer Pinzette oder speziellen Zeckenzange (Apotheke) das Tier so nah an der Haut wie möglich fassen und langsam nach oben herausziehen.
  • Die Stelle anschließend desinfizieren.
  • Wenn Zeckenreste in der Haut geblieben sind oder wenn sich in den nächsten Tagen ein roter Fleck bildet, zum Arzt gehen.
  • Für FSME-Risikogebiete kann eine Impfung empfehlenswert sein.

Hier finden Sie Tipps zum Schutz vor Zecken.

6) Brennende und tränende Augen

Eine Cabriofahrt, Zugluft oder die grelle Sonne – und schon werden die Augen rot, jucken oder fühlen sich an, als wäre Sand drin. Kalte Luft oder starker reizen die Augen – es kommt zu einer vermehrten Tränenabsonderung, die Bindehäute sind gerötet.

Eine leichte Bindehautentzündung kann kurzfristig mit rezeptfreien Augentropfen aus der Apotheke behandelt werden. Bei Infektionen der Augen ist der Besuch beim Augenarzt obligatorisch.

7) Barfuß laufen: Tipps gegen Blasen

Endlich: Sandalen und Ballerinas ohne Strümpfe! Nur dumm, dass das so leicht Blasen gibt. Empfindliche Stellen deshalb lieber schon vorsorglich mit einem Pflaster schützen. Und immer ein paar Pflaster im Portemonnaie mitnehmen, damit man beim ersten Drücken reagieren kann.

Hat sich doch eine kleine Blase gebildet:

  • Möglichst nicht aufstechen, sondern ein spezielles Blasenpflaster aufkleben.
  • Wenn die Blase groß ist und im Schuh sehr stört, mit einer sauberen Nadel mehrfach vorsichtig einstechen und sanft ausdrücken.
  • Die Haut nicht wegschneiden.
  • Am besten Jod, Alkohol oder eine desinfizierende Wundsalbe auftupfen und mit einem luftdurchlässigen Pflaster schützen.

8) Sonnenbrand – und jetzt?

Am besten lässt man es natürlich gar nicht erst zu einem Sonnenbrand kommen und schützt sich durch entsprechende Kleidung und ausreichende Verwendung von Sonnencreme. Wenn es aber trotzdem mal zu einem Sonnenbrand kommt, heißt es:

  • Bereits bei den ersten Anzeichen ASS (Aspirin®) einnehmen, um eine Verschlimmerung des Sonnenbrandes zu verhindern.
  • Die Haut kühlen, zum Beispiel mit nassen Tüchern. Verwenden Sie keine Kühlpacks aus dem Gefrierfach.
  • Gels und Lotionen mit Hydrocortison, Kamille oder Aloe Vera auftragen.
  • Trinken Sie genug – der Sonnenbrand entzieht Ihrer Haut Flüssigkeit.
  • Finger weg von Hausmitteln wie Joghurt oder Quark: Diese können Entzündungen fördern.
  • Leiden Sie nach einem Sonnenbrand an starken Beschwerden oder Blasenbildung, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Aktualisiert: 01.08.2019 – Autor: npr; überarbeitet: Silke Hamann

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