Phototherapie - Therapiearten

Neue Therapie bei Neurodermitis

Ein neuer Therapieansatz nutzt immunologische Vorgänge in den erkrankten Zellen bei der Bestrahlung, denn die Entzündungszellen sind äußerst lichtempfindlich und sterben ab. Der Abtransport der abgetöteten Zellen in das Lymphsystem des Körpers bewirkt einen "Lernprozess" im Knochenmark, diese Zellen nicht mehr zu produzieren. Im Laufe der Zeit kann die Haut sich erholen und schließlich komplett erholen. Daher wird dieser Vorgang auch "Licht-Impfung" genannt.

UV-freie Lichttherapie

Völlig geklärt ist der immunologische Prozess aber noch nicht, wenngleich bei vielen Patienten lang anhaltende gute Heilerfolge zu verzeichnen sind. Für weitere Aussagen gibt es derzeit noch keine Studien. Bei dieser so genannten "UV-freien Lichttherapie" wird Licht im blauen Spektralbereich eingesetzt, das ähnlich wie UV-Licht das Hautbild positiv beeinflusst, aber keine Verbrennungen hervorrufen kann.

Damit ist das Verfahren besonders gut für Kinder geeignet. Aber auch Patienten mit Schuppenflechte, Hand- und Fußekzemen, Psoriasis, Akne, krankhaftem Haarausfall und Sklerodermie wurden erfolgreich behandelt.

Lichttherapie

Die Bestrahlung mit weißem, hellem Licht, das in etwa der Zusammensetzung des Sonnenlichtes entspricht, findet vor allem in der Therapie von Schlafstörungen Anwendung. Diese Methode wird im Allgemeinen als Lichttherapie bezeichnet. Schlafstörungen liegen häufig Verschiebungen des biologischen Tagesrhythmus zugrunde: Schichtarbeiter leiden ebenso darunter wie zum Beispiel Flugpersonal.

Eine Bestrahlung vor einem Leuchtschirm, auch "Lichtdusche" genannt, kann den Organismus wieder ins Gleichgewicht bringen. Lichtduschen kommen auch bei der Behandlung der Saisonal abhängigen Depression (SAD) zum Einsatz. Diese psychischen Störungen werden durch einen Mangel an Sonnenlicht ausgelöst, der zu einem Ungleichgewicht von wichtigen Botenstoffen und Hormonen wie Melatonin und Serotonin führt.

In Sibirien zum Beispiel werden deshalb Kinder und Erwachsene im Laufe der langen Wintermonate mit UV-Duschen behandelt, um den langfristigen Mangel an Sonnenlicht auszugleichen. Allerdings ist das kein Rezept für den Hausgebrauch: Besuche in kommerziellen Solarien gehören nicht dazu. Eine Lichttherapie mit UV-Licht muss immer medizinisch sinnvoll sein und überwacht werden.

Medizinisch geprüfte und zugelassene Geräte zur Heimbehandlung von Winterdepressionen gibt es. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten hierfür in der Regel, wenn der behandelnde Arzt vorher einen entsprechenden Behandlungsplan beantragt hat und die Behandlung überwacht wird.

Aktualisiert: 23.10.2017 - Autor: Susanne Köhler

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