Was ist das Oroya-Fieber?

Durch das Bakterium "Bartonella bacilliformis" wird die Erkrankung "Oroya-Fieber" hervorgerufen. Die Infektion erfolgt durch die Übertragung des Erregers durch die Sandfliege. Da die Sandfliege ausschließlich in Gebirgstälern oberhalb von 800m bis 3000m in Peru, Ecuador und Kolumbien vorkommt, ist die Krankheit auch nur dort verbreitet. Primär lebt das Bakterium in Erythrocyten (rote Blutkörperchen), sekundär kann es auch in inneren Organen vorkommen.
Die Inkubationszeit beträgt zwei bis drei Wochen, gelegentlich kann sie auch bis zu vier Monaten betragen.

Verlauf

Die Erreger können zwei unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen: die akute Form (Oroya-Fieber) und eine chronische Verlaufsform mit Hautsymptomen. Grundsätzlich kann man den Krankheitsverlauf in drei Phasen einteilen:

  1. Das Oroya-Fieber beginnt mit ansteigendem Fieber, welches durch Lymphadenopathie (Erkrankung der Lymphknoten), Hepatosplenomegalie (gleichzeitige Vergrößerung der Milz und Leber) und einem ausgeprägten Krankheitsgefühl begleitet wird. Es kommt schließlich zu einer hämolytischen Anämie (Blutarmut) durch Zerstörung der Erythrocyten.
  2. Nach dieser Krankheitsphase beginnt die Phase ausgeprägter Immunsuppression (diese Phase verlief früher meist tödlich, da kein Antibiotikum zur Verfügung stand).
  3. Zwei bis vier Monate später folgt die Hauptphase der Krankheit, bei der die so genannte "Verruca peruana" (Peru-Warze) entsteht. Diese Phase kann mehrere Monate andauern.

Herkunft des Namens

Zwischen 1870 und 1890 kam es in Peru zu einer unbekannten Epidemie, von der hauptsächlich Eisenbahnarbeiter betroffen waren. Sie litten an hohem Fieber, Schwäche und Blutarmut. Die Krankheit breitete sich hauptsächlich entlang der Eisenbahnneubaustrecke zwischen der Hauptstadt Lima und dem Ort La Oroya aus und hatte hierdurch ihre Namensgebung.

Entdeckung des Oroya-Fiebers

1881 starb ein junger peruanischer Medizinstudent an dem Oroya-Fieber. Er litt gleichzeitig unter warzenförmigen Hautausschlägen. Ein Studienfreund namens Alcides Carrion vermutete einen Zusammenhang zwischen dem Fieber und den Warzen. Durch das Schicksal seines Freundes angespornt, ließ sich Carrion das Blut einer Frau einimpfen, die an den Hautausschlägen erkrankt war. 22 Tage später entdeckte er die ersten Symptome (Schmerzen, Übelkeit, Fieber).

Kurze Zeit später wurden die Schmerzen so schlimm, dass sich Carrion nicht mehr bewegen konnte. Einige Zeit später starb er an der Krankheit. Bis heute wird er für seinen Mut als Nationalheld Perus gefeiert. Der Erreger der fortan nach ihm benannten "Carrion’schen Krankheit" wurde erst 1909 von Alberto Barton entdeckt und nach ihm als "Bartonella bacilliformis" bezeichnet.

Aktualisiert: 09.03.2017

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