Was ist ein Hüftschnupfen?

Kind mit Hüftschnupfen © istockphoto, KatarzynaBialasiewicz

Der Hüftschnupfen, medizinisch "Coxitis Fugax" genannt, ist eine plötzlich auftretende, nicht bakterielle Entzündung des Hüftgelenkes, von der insbesondere Kinder betroffen sind. Verursacht wird die schmerzhafte Entzündung durch einen Gelenkerguss, das heißt einer Ansammlung von Flüssigkeit im Gelenkspalt. Ein Hüftschnupfen verschwindet meist nach ein bis zwei Wochen wieder und hinterlässt keine bleibenden Schäden. Somit ist er zwar schmerzhaft, aber in der Regel harmlos. 

Hüftschnupfen bei Kindern

Die genaue Ursache eines Hüftschnupfens ist bislang nicht eindeutig bekannt. Allerdings geht ihm in den meistens Fällen eine Viruserkrankung, beispielsweise ein grippaler Infekt oder eine Mandelentzündung, voraus. Dieser Zusammenhang könnte auch den ungewöhnlichen Namen der Krankheit erklären. 

Der Hüftschnupfen zählt zu den häufigsten Gelenkerkrankungen im Kindesalter und tritt typischerweise bei Kindern im Alter zwischen drei und zehn Jahren auf. Dabei sind Jungen bis zu vier Mal häufiger betroffen als Mädchen. Erwachsene können ebenfalls an einem Hüftschnupfen erkranken, dies ist allerdings äußerst selten der Fall. Warum insbesondere Kinder betroffen sind, konnte bislang noch nicht eindeutig geklärt werden. 

Symptome und Dauer der Hüftgelenksentzündung

Das typische Symptom für einen Hüftschnupfen sind Hüftschmerzen. Meistens treten die Schmerzen einseitig auf, nur in seltenen Fällen sind beide Hüftgelenke betroffen. Die Schmerzen beginnen plötzlich in der Leiste und können von dort in den vorderen Oberschenkelbereich oder bis hin zum Knie ausstrahlen.

Dagegen ist Fieber kein Symptom von Hüftschnupfen, was eher auf eine bakterielle Gelenkentzündung hinweisen könnte. Eine solche Entzündung sollte umgehend von einem Arzt behandelt werden.

Die Dauer eines Hüftschnupfens ist normalerweise auf 5 bis 14 Tage begrenzt. Die Entzündung tritt meist nur einmal auf, lediglich in seltenen Fällen leidet ein Kind mehrmals im Leben darunter.

Diagnose des Hüftschnupfens

Zwar ist ein Hüftschnupfen nicht gefährlich, dennoch sollten die Beschwerden ernst genommen werden. Eine ärztliche Diagnose und eine weitergehende Beobachtung sind wichtig, um frühzeitig auszuschließen, dass sich hinter dem "gutartigen" Hüftschnupfen eine schwerwiegende Gelenkerkrankung verbirgt. Denn in seltenen Fällen können auch Erkrankungen wie Morbus Perthes, Borreliose oder eine bakterielle Coxitis hinter den Beschwerden stecken. 

Durch eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) kann gesichert werden, dass es sich bei der Entzündung tatsächlich um einen Hüftschnupfen handelt. Per Ultraschall kann nämlich die Flüssigkeitsansammlung im Gelenkspalt des Hüftgelenks dargestellt werden.

Darüber hinaus stellen Röntgen, Blutwertuntersuchung und Temperaturmessung wichtige Maßnahmen dar, um gegebenenfalls andere Ursachen der Hüftschmerzen diagnostizieren zu können.

Behandlung: Schonung ist die beste Medizin

In der Regel ist zur Bekämpfung eines Hüftschnupfens keine gezielte Therapie erforderlich. Die Entzündung heilt innerhalb von einigen Tagen von selbst wieder aus und lässt keine bleibenden Schäden zurück. 

In jedem Fall muss das betroffene Hüftgelenk entlastet und geschont werden. Dazu empfiehlt es sich, einige Tage Bettruhe zu halten und beim Laufen das Gelenk durch Gehhilfen zu entlasten. Allerdings können Kinder erst ab etwa fünf bis sechs Jahren sicher mit Gehstützen umgehen. Bei starken Schmerzen können unterstützend auch schmerzlindernde oder entzündungshemmende Medikamente verschrieben werden.

Aktualisiert: 25.09.2018 - Autor: Olga Rollmann

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