Abnehmen mit Low-Carb-Diäten

Abnehmen durch weniger Kohlenhydrate: Eine der effektivste Methoden abzunehmen, ist die Low-Carb-Diät. Freunde einer üppigen Mahlzeit kommen hier auf ihre Kosten, denn statt Kalorien werden bei diesen Diäten nur Kohlenhydrate gezählt. Fette und Eiweiße können Abnehmwillige in unbestimmter Menge zu sich nehmen. Allerdings sind Low-Carb-Diäten laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) samt und sonders zu fett- und eiweißreich, um als Dauerernährung empfehlenswert zu sein.

Kohlenhydratarme Kost

Dennoch gibt es eine Vielzahl dieser Diät-Formen, die sich zwar bezüglich Fett- und Eiweiß-Aufnahme unterschieden, allesamt jedoch auf Kohlenhydrate verzichten. Kohlenhydratarme Kost steht also auf dem Essensplan.

Als ursprüngliche Low-Carb-Varianten sind die Atkins- und die South-Beach-Diät anzusehen. Die Idee hinter dem Verzicht auf Kohlenhydrate ist die Unterbrechung der Energiezufuhr. Diese stammt vor allem aus Kohlenhydraten. Werden keine Kohlenhydrate mehr zugeführt, muss der Körper Fettreserven angreifen, um die nötige Energie zu produzieren. Auf diese Weise kommt es zur Gewichtsreduktion.

Atkins-Diät

Der Kardiologe Robert Atkins entwickelte diese Diät in den 70-iger Jahren in Amerika. Sie stellt die radikalste Form einer fett- und eiweißreichen Ernährung dar. In einer vierstufigen Abfolge wird eine eingeschränkte Zufuhr von Kohlenhydraten geregelt, während gleichzeitig der Konsum von Fleisch, Fisch, Eiern und Käse in ungebremstem Ausmaß erfolgen darf. Der Stellenwert von Obst, Gemüse und Ballaststoffen wird in dieser Ernährung zu wenig berücksichtigt.

Zusammenfassend macht dies die Atkins-Diät wohl zu der am wenigsten empfehlenswerten Abnehmvariante der Low-Carb-Diäten.

South Beach-Diät

Auch hier war wieder ein Herzspezialist aus Amerika am Werke. Nach Dr. Arthur Agatston wird die Idealfigur in drei Phasen erreicht: Zuerst darf ausschließlich ein bis zwei Wochen lang nur Fleisch, Geflügel, Fisch und etwas Gemüse gegessen werden. Danach sind einige Beilagen aus der mediterranen Küche erlaubt. Abschließend dürfen in Maßen einige Lieblingsspeisen wie Pfannkuchen in der ansonsten kohlenhydratarmen Küche konsumiert werden.

Gut an dieser Diät ist die Bevorzugung einer richtigen Fettqualität in Form von pflanzlichen Fetten. Dies führt jedoch dazu, dass zum Beispiel Pommes Frites als empfehlenswerter gelten als eine Folienkartoffel. Außerdem ist die Zufuhr von ausreichend Obst, Gemüse und Ballaststoffen zu gering. Die Rezepte sind zu kompliziert und kommen dem Konsumenten durch die schwer zu beschaffenden Zutaten teuer zu stehen.

Glyx-Diät

Im Laufe der Zeit wurden Low-Carb-Diäten weiterentwickelt zu den sogenannten Glyx-Diäten. Hierbei ist die Aufnahme von Kohlenhydraten unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Anhand ihrer Wirkung auf den Blutzuckerspiegel werden Kohlenhydrate hier in "gut" und "böse" eingeteilt. Der sogenannte Glykämischen Index gibt an, wie schnell der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr verschiedener kohlenhydratreicher Lebensmittel ansteigt.

Schnellt er zu sehr in die Höhe, kommt es zu einer hohen Ausschüttung des Hormons Insulin, welches den Zucker aus dem Blut abtransportiert. Heißhungerattacken können die Folge sein. Angesagt sind daher Kohlenhydrate mit einem niedrigen glykämische Index (Glyx) wie Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Obst.

Im Vergleich zu den übrigen Low-Carb-Diäten ist bei dieser Abnehm-Variante der Gehalt von Fett in der Nahrung am gemäßigtsten und der Ballaststoffgehalt durch den Verzehr von viel Obst und Gemüse ausreichend. Dennoch ist die Glyx-Diät insgesamt noch zu eiweiß- und fettreich und die Kohlenhydratzufuhr zu gering, was sie für eine Dauerernährung ungeeignet macht.

Zu Beginn der Diät ist die empfohlene Verzehrsmenge viel zu kalorienarm, und der Einkauf mit der Glyx-Tabelle gestaltet sich äußerst kompliziert. Auch hier werden wissenschaftlich unhaltbare Versprechungen hinsichtlich der Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln und Fat-Burnern gemacht.

Aus der Gruppe der Kohlenhydrate sind keine Produkte aus Weißmehl, Kartoffeln und Zucker erlaubt, nur Mais, Vollkornprodukte und Schokolade mit viel Kakao dürfen ab und zu einmal auf dem Speiseplan stehen. Daneben gibt es reichlich Fisch, mageres Fleisch, Hülsenfrüchte sowie Obst und Gemüse.

Die LOGI- und Montignac-Methode sowie die Strunz-Diät sind die bekanntesten Formen der Glyx-Diät.

LOGI-Methode

LOGI steht für Low Glycemic Index (niedriger glykämischer Index). Diese Methode ist keine Diät im engeren Sinne, sondern wird als eine Dauerernährungsweise propagiert. Der Begründer Dr. Nicolai Worm postuliert, dass uns unsere Steinzeitgene ungeeignet machen für die heutige kohlenhydratreiche Kost.

Obst und Gemüse werden in ausreichender Menge empfohlen, doch es gibt eine deutliche Einschränkung von Vollkornprodukten: In der neuen LOGI-Ernährungspyramide, die die medizinische Fakultät der Harvard-Universität seit 2001 veröffentlicht, liegen diese Getreideprodukte mit Nudeln und Reis als "wenig empfehlenswert" direkt unter Nahrungsmitteln aus Weißmehl, Kartoffeln und Süßwaren an der Spitze.

Die Rezepte nach dieser Methode sind aufwendig und erfordern teure Zutaten, die Kalorienzufuhr ist insgesamt durch einen Fettgehalt von fast 50% der Gesamtenergiezufuhr viel zu hoch.

Montignac-Methode

Die Montignac-Methode, benannt nach ihrem Erfinder Montignac wird von ihren Befürwortern als Dauerernährung empfohlen. Weder auf Eiweiß, Fett noch Kohlenhydrate soll bei diesem Ernährungsprinzip verzichtet werden. Dennoch wird empfohlen, nur solche Lebensmittel zu verzehren, die einen niedrigen Glyx haben.

Zudem soll auf eine ausgewogene Kombination von Kohlenhydraten mit fetthaltigen Lebensmitteln geachtet werden, da Fett den Glyx-Index ebenso senkt wie Ballaststoffe. Zucker wird als das Gift schlechthin angesehen, da er den Blutzuckerspiegel steigen lässt und so einen hohen Insulinspiegel verursacht. Die durch übermäßige Insulinausschüttung bewirkte Senkung des Blutzuckerspiegels wiederum signalisiert dem Körper einen Nahrungsmangel, so dass dieser mit Fetteinlagerung reagiert. Ist der Insulinspiegel hingegen niedrig, wird die aufgenommene Nahrung verbrannt ohne Fett aufzubauen.

Strunz-Diät

Der Internist setzt neben einer Ernährungsumstellung auf ausreichend Bewegung und stimmt dabei mit den gängigen Meinungen von Medizinern und Ernährungswissenschaftlern überein.

Seine Diät, die nach eigenen Angaben eine Gewichtsreduktion von einem Kilo pro Tag bringen soll, unterteilt sich in drei Phasen: Nach einer Woche "Vital-Fatburning", bei der nur Eiweiße und Vitalstoffe erlaubt sind, beginnt eine zwei- bis zehnwöchige Intervall-Diät. Dabei folgt auf jeden „Vital-Fatburning-Tag“ ein sogenannter „Forever-Young-Tag“, der regelmäßiges, pulskontrolliertes Leichtlauftraining mit vitalstoffreicher Ernährung und mentalem Training verbindet.

Die dritte Phase ist die dauerhafte Ernährungsumstellung nach einem Baukastensystem mit 120 Rezepten. Für die optimale Umsetzung seiner Diät empfiehlt Strunz Nahrungsergänzungsmittel wie Eiweiß- oder Mineraldrinks.

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Low-Carb-Diät verschlechtert die Blutfettwerte

Kohlenhydratarme Diäten als Gegenpol zu fettarmen Diäten wurden in letzter Zeit immer beliebter. Eine neue Studie Schweizer und Amerikanischer Forscher zeigt, dass die Low-Carb genannte kohlenhydratarme Ernährung keine optimale Alternative zum Verzicht auf Fett zur Kalorienbegrenzung darstellt.

Forscher des Universitätsspitals Basel kamen beim Vergleich mehrerer Studien zu dem Ergebnis, dass kohlenhydratarme Kost die Pfunde zwar recht schnell verschwinden lässt, die Low-Carb-Diät allerdings den Cholesterinspiegel im Blut erhöht. In den Gefäßen kann sich dann ein bestimmtes Cholesterin ablagern und zu Aderverkalkung führen. Zudem bedeutet die sehr eiweißhaltige Nahrungsaufnahme eine größere Belastung für die Nieren, da der Körper die Vielzahl von Stoffwechselendprodukten aus Eiweißen über die Nieren abbauen muss. Darum ist diese Art von Diät besonders für Herzkranke und Menschen mit Gicht oder Nierenschädigungen ungeeignet.