Sekundäre Pflanzenstoffe - was sind das eigentlich für Stoffe?

Obst und Gemüse warten mit einer besonderen "Geheimwaffe" gegen Krebs und eine Vielzahl anderer Erkrankungen auf. Die Sekundären Pflanzenstoffe, die Obst und Gemüse zu ihrem eigenen Schutz bilden, können auch uns Menschen vor Erkrankungen schützen.

Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass sie die Abwehrkräfte steigern, vor Infektionen mit Pilzen, Bakterien oder Viren schützen, den Cholesterinspiegel senken, einen günstigen Einfluss auf die Blutzuckerwerte und den Blutdruck haben und Gefäßverstopfungen verhindern können. Durch diese Wirkungen beugen Obst und Gemüse Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Deshalb propagiert die "5 am Tag-Kampagne" einen deutlich höheren Verzehr an Obst und Gemüse, als die Deutschen bislang erreichen.

Schutz für Pflanze und Mensch

Bisher haben Forscher etwa 30.000 verschiedene Sekundäre Pflanzenstoffe entdeckt, davon mehr als 10.000 in essbaren Pflanzen. In jeder Obst- und Gemüseart findet sich eine andere Zusammensetzung dieser bioaktiven Helfer. Die Funktionen der einzelnen Sekundären Pflanzenstoffe sind unterschiedlich. Einige regeln das Wachstum der Pflanze oder dienen als Farb- und Duftstoffe. Andere wiederum schützen die Pflanzen vor Schädlingen, Bakterien oder Pilzen. Auch im menschlichen Körper verstärken Sekundäre Pflanzenstoffe den Schutz vor Krankheiten.

Das "1 x1 " der Sekundären Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe werden nach ihrer Struktur in zehn verschiedene Gruppen eingeteilt. Die wichtigsten unter ihnen sind Carotinoide, Flavonoide, Glucosinolate und Sulfide.

Carotinoide

Allein 600 verschiedene bioaktive Substanzen gehören zur Gruppe der Carotinoide. Das bekannteste darunter ist das Beta-Carotin, dem eine Krebs vorbeugende Wirkung zugeschrieben wird. Carotinoide sind die Farbstoffe in rot- und gelbfarbigen Gemüsen und Früchten: Möhren, rote Paprika, Kürbisse, Aprikosen und Tomaten führen die Hitliste an. Besonders reichhaltig sind sie aber auch in Grüngemüse zu finden, zum Beispiel in Grünkohl, Wirsing, Spinat und Feldsalat. Hier hat das grüne Chlorophyll die orange-rote Farbe überdeckt.

Flavonoide

Wie die Carotinoide sind auch die Flavonoide in der Lage, "freie Radikale", aggressive Sauerstoffverbindungen im Körper, unschädlich zu machen und so der Entstehung von Krebs vorzubeugen. Außerdem gibt es Hinweise aus Studien, dass sie vor Herzinfarkt schützen, Krankheitskeime abtöten und das Immunsystem stärken. Flavonoide isst man mit fast allen Obst- und Gemüsearten. Typisch für flavonoidreiche Pflanzen sind die kräftigen roten Farben, wie man sie von Rote Bete, Rotkohl, Auberginen, Kirschen und Trauben kennt.

Sulfide

Sulfide verleihen Knoblauch, Zwiebeln, Porree und Schnittlauch ihren typisch scharfen Geschmack. Sie fördern die Verdauung und können vor Magen- und Dickdarmkrebs schützen. Zusätzlich beugen sie Cholesterinablagerungen in den Arterien vor.

Glucosinolate

Glucosinolate sind hoch konzentriert in allen Kohlarten, in Kresse, Radieschen und Rettich enthalten. Auch diese Sekundären Pflanzenstoffe sind für die Krebsabwehr von großer Bedeutung. Sie regen die körpereigene Entgiftung an, hemmen das Wachstum von Mikroorganismen und mindern das Risiko der Entstehung von Magengeschwüren.

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Wertvolles optimal nutzen

  • Achten Sie beim Einkauf auf frische und reife Ware. Reifes Obst und Gemüse enthält die größte Menge bioaktiver Substanzen, viel weniger steckt dagegen in noch unreifen Früchten.
  • Bei vielen Obst- und Gemüsearten befinden sich die Sekundären Pflanzenstoffe besonders zahlreich in der Schale oder direkt darunter. Daher sollten Äpfel, Birnen, Möhren oder Gurken vor dem Essen kurz und gründlich gewaschen oder gebürstet, aber nicht geschält werden. Bleiben Obst und Gemüse im Wasser liegen, gehen leicht lösliche, wertvolle Inhaltsstoffe schnell verloren.
  • Einigen Sekundären Pflanzenstoffen, wie Carotinoiden, bekommt Hitze relativ gut, während andere, zum Beispiel Glucosinolate, empfindlich darauf reagieren. Daher ist es immer besser, Obst und Gemüse nur kurz und schonend zu garen und einen Teil als Rohkost zu essen.
  • Fertige Obst- und Gemüseerzeugnisse, wie Tiefkühlprodukte, Konserven, Trockenfrüchte und Säfte sind mit schonenden Verarbeitungsmethoden hergestellt und aus der täglichen Küche kaum wegzudenken. Auch sie liefern viele Sekundäre Pflanzenstoffe. Lycopin beispielsweise, ein Carotinoid, kann der Körper aus Tomaten sogar besser aufnehmen, wenn sie vorher verarbeitet wurden.
  • Der größte Feind mancher Sekundärer Pflanzenstoffe ist das Licht. Besonders die Carotinoide verlieren schnell ihre Wirkung, wenn Obst und Gemüse im Sonnenlicht liegen. Essen Sie Frischware so schnell wie möglich, damit Sie die größtmögliche Portion der wertvollen Pflanzenstoffe bekommen.