Weit verbreitete Ernährungsirrtümer

Rund um das Thema Essen ranken sich viele Mythen: Spinat soll gesund sein, Salz den Blutdruck nach oben treiben und spätes Essen dick machen – diese und andere Auffassungen kursieren in der Bevölkerung. Was aber ist an den weit verbreiteten Ansichten richtig und was falsch? Informieren Sie sich jetzt: Wir haben für Sie 13 bekannte Ernährungsirrtümer zusammengestellt.

Light-Produkte haben keine Kalorien

Light-Produkte sind für alle, die auf Kalorien achten eine gute Alternative - so scheint es zumindest. Häufig handelt es sich aber nicht um kalorienarme, sondern nur um kalorienreduzierte Produkte. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Nährwertangaben. So hat z. B. eine "Light"-Mayonnaise mit nur 50% Fett immerhin pro 100 g noch fast 500 Kalorien! Außerdem: Der Begriff "Light" ist gesetzlich nicht geschützt. "Light" muss sich also nicht immer auf eine Kalorienreduktion beziehen.

Kartoffeln machen dick

Ein hartnäckiger Irrtum, dem sich die Kartoffel immer wieder ausgesetzt sieht. Macht man die Probe aufs Exempel so zeigt sich, dass eine Portion gekochte Kartoffeln lediglich 105 Kalorien enthält. Die gleiche Menge als Pommes frites dagegen 369 Kalorien. Nicht die Kartoffel selber macht also dick, sondern die Zubereitung mit zuviel Fett.

Salz treibt den Blutdruck nach oben

Früher galt die These, dass Kochsalz für einen Bluthochdruck mitverantwortlich ist und aus diesem Grund unbedingt reduziert werden muss. Der Meinung ist man heute nicht mehr. Es gibt allerdings Menschen, die salzempfindlich - kochsalzsensitiv - sind. Bei ihnen steigt der Blutdruck, wenn sie zu viel Salz essen.

Vitamine kann man nicht genug bekommen

Stimmt nicht! Das Prinzip "viel hilft viel" gilt bei Vitaminen nicht. Überdosierungen können die Gesundheit schädigen, warnt die englische Lebensmittelbehörde Food Standard Agency (FSA). Zu den Substanzen, die man nicht in großen Dosen und über einen längeren Zeitraum einnehmen sollte zählen vor allem Beta-Karotin und Vitamin B6. Bei den fettlöslichen Vitaminen A, D, E, K. kann eine Überdosierung auf lange Sicht unerwünschte Nebenwirkungen haben.

Spinat enthält viel Eisen

Diese These beruht auf einem Irrtum: Als ein Wissenschaftler den Eisengehalt von Spinat berechnete, war er von 100 g getrockneter Ware ausgegangen, die 35 mg Eisen enthielt. Da dieses Gemüse zu 90 Prozent aus Wasser besteht, bezog sich der Wert also auf ein Kilo Spinat. Ein einfacher Rechenfehler führte also zu der Mär vom Eisenlieferant Spinat. Dazu kommt noch die Tatsache, dass pflanzliches Eisen vom Körper schlechter verwertet wird als Eisen aus tierischen Nahrungsmitteln.

Auf Steinobst soll man kein Wasser trinken

Dieser Rat stammt noch aus früheren Zeiten, als das Trinkwasser noch eine schlechtere Qualität aufwies als heute - es enthielt deutlich mehr Keime. Zusammen mit viel Obst konnte es durchaus zu Magenproblemen kommen. Wenn Sie Obst vor dem Verzehr waschen und keine riesigen Mengen davon essen, können Sie danach heute ruhig ein Glas Wasser trinken.

Abends essen macht dick

Klingt eigentlich logisch, stimmt trotzdem nicht! Fürs Gewicht ist nur entscheidend, wie viel man am Tag isst, und nicht wann. Eine Studie über zehn Jahre mit mehr als 7000 Frauen und Männern zeigte im Hinblick auf das Gewicht keinen Unterschied zwischen Früh- und Spätessern - sonst müssten zum Beispiel Spanier mit ihrem späten Abendessen die dicksten und ungesündesten Europäer sein.

Wenn man nichts isst, nimmt man am schnellsten ab

Eindeutig nein! Denn der Körper schaltet dann auf "Sparflamme" um und verbraucht weniger Kalorien. Der berühmte Jo-Jo Effekt ist vorprogrammiert. Übrigens: Pro 1 Kilo Körperfett das man verlieren möchte, muss man 8.000 bis 10.000 Kalorien einsparen. Besser ist es deshalb, wöchentlich ungefähr ein halbes Kilo abzunehmen, indem man täglich etwas weniger Kalorien zu sich nimmt.

Fett macht fett

Fett ist der energiereichste Nahrungsmittelbestandteil, und damit der größte Kalorienlieferant. Ein Gramm Fett enthält 9 kcal! Im Gegensatz dazu liefern Kohlenhydrate und Eiweiß nur 4 kcal/Gramm, Alkohol schlägt mit immerhin 7 kcal/Gramm zu Buche. Insofern ist es durchaus sinnvoll, den Fettgehalt seiner Nahrung zu überprüfen.

Aber: Fett ist nicht gleich Fett. Pflanzliche Fette sowie Fette aus Fischen sind für eine gesunde Ernährung sogar wichtig. Ein Beispiel: In Studien zeigte sich, dass die einfach ungesättigten Fettsäuren des Olivenöls bei regelmäßigem Genuss die Konzentration an LDL-Cholesterin im Blut senkten.

Frischgemüse ist besser als tiefgekühltes

Stimmt nicht. Tiefkühlkost kann sogar gesünder sein als andere Lebensmittel. Das Gemüse wird oft frisch vom Feld schockgefroren. Wichtige, licht- und luftempfindliche Vitamine bleiben so erhalten. Tiefkühlkost zu essen ist deshalb nicht nur bequem, sondern auch gesund.

Muscheln soll man nur in Monaten mit "R" essen

Stimmt! An dieser alten „Weisheit" ist auch heute noch ein Körnchen Wahrheit dran. Wobei sich die Gründe dafür geändert haben: Früher war die leichtere Verderblichkeit der Meeresfrüchte in den heißen Monaten schuld. Heute ist ein anderer Aspekt entscheidend: Muscheln, vor allem aus heimischen Gefilden, laichen in den Sommermonaten. Meerestiere, die jedoch gerade laichen, sind für gewöhnlich nicht so schmackhaft.

Frisches Brot ist ungesund

Das stimmt natürlich nicht. Das einzige, was passieren kann wenn man frisches Brot ißt, sind Blähungen. Die Annahme ist vermutlich ein Überbleibsel aus der Zeit, als Brot so elementar wichtig war, dass man nichts verschwendete. Zuerst sollte immer das "alte" Brot gegessen werden, bevor der frische Laib angeschnitten wurde. Und um das zu erreichen, wurde - vor allem den Kindern - eingeredet, dass frisches Brot ungesund sei.

Rohkost - in jedem Fall gesund?

Ganz so einfach ist das nicht. Mit einer einseitigen Rohkosternährung tun wir uns keinen Gefallen, denn Rohkost ist teilweise schwer verdaulich. Es bleiben Nahrungsbestandteile im Darm zurück, die von Mikroorganismen vergoren werden. Die unangenehmen Folgen sind oft Blähungen und Verdauungsstörungen. Darüber hinaus können die Inhaltsstoffe bestimmter Nahrungsmittel vom Körper besser verwertet werden wenn sie gekocht worden sind, so Z. B. das Beta-Carotin aus Karotte oder Tomate.