Kohl – das ideale Wintergemüse

Dieser Geruch des Arme-Leute-Essens haftet ihm immer noch an, und riechen tut er tatsächlich nicht besonders gut - der Kohl. Aber er ist unschlagbar, was seinen Gehalt an gesunden Inhaltsstoffen betrifft. Kohl soll sogar gegen Krebs schützen.
Mittlerweile erobern Grünkohl und Co. die Restaurants der Sterneköche. Als die britische Queen bei einem Besuch in Düsseldorf weilte, kam sie in den Genuss eines Menüs des Michelin-Sternekochs Peter Nöthel. Regionale Küche sollte es sein, mit dabei: Kohl, genauer: Rheinischer Sauerbraten mit Spitzkohlköpfchen, Apfelkompott und Kartoffelklößchen als Hauptgang.

Verschiedenste Kohlarten

Kohl war bereits in der Antike geschätzt: Marcus Gavius Apicius, ein berühmter römischer Feinschmecker und der bekannteste Kochbuchautor der Antike, verwendete Kohl in vielen Rezepten. Der Kohlanbau wurde erstmals um 600 vor Christi in der griechischen Literatur erwähnt.

Kohl, das ist aus botanischer Sicht die wichtigste Kulturpflanze der Kreuzblütengewächse. In den über 3000 Jahren, in denen er angebaut wird, haben sich aus dem Wildkohl durch Zucht und Kreuzung zahlreiche eigenständige Gemüsearten entwickelt. Weiß-, Rot- und Spitzkohl, Wirsing, Chinakohl - aber auch Blumenkohl und der mit ihm verwandte Brokkoli, schließlich Rosenkohl, Grünkohl und Kohlrabi gehören alle zu seiner Familie, sogar Radieschen und Rettich sind entfernte Verwandte.

Kohl: Vitamine, Mineralstoffe, sekundärer Pflanzenstoffe

Kohl, das sind vor allem jede Menge Vitamine wie C und A, Mineralstoffe wie Eisen, Kalzium und Magnesium, Kalium für ein starkes Herz und die für die Verdauung wichtigen Ballaststoffe. 100 Gramm Grünkohl enthalten mehr Eisen als die gleiche Menge Schweinekotelett und fast genauso viel Kalzium wie ein Glas Milch. Auch die Folsäure, ein für den Zellstoffwechsel wichtiges B-Vitamin, ist in vielen Kohlarten in hohen Mengen enthalten. 100 Gramm Wirsing zum Beispiel decken fast ein Viertel des täglichen Folsäurebedarfs.

"Bei Erkältung, aber auch bereits zur Vorbeugung, ist Kohl ideal", sagt die Ernährungsexpertin der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK), Hanna-Kathrin Kraaibeek. "Wichtige Vitamine und Mineralstoffe, die das Immunsystem stärken, können so einfach ‚gefuttert‘ werden."

Bis ins 19. Jahrhundert wurden Kohlblätter auf Wunden gelegt und Kohlsaft bei Entzündungen des Magen-Darm-Traktes verordnet. Als sekundäre Pflanzenstoffe enthält Kohl u.a. die Glucosinolate, eine Gruppe von scharfen schwefelhaltigen Bestandteilen, die früher als Vitamin U bezeichnet wurden. Sie dienen den Pflanzen zur Abwehr von Mikroorganismen, z.B. Bakterien und Schimmelpilze, und so schützen sie auch den Menschen vor Krankheiten.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Damit die gute Wirkung des Kohls auch wirklich zur Geltung kommt, rät die DAK, beim Einkauf auf Qualität zu achten. Frische Schnittstellen sollten nicht zu stark eingetrocknet sein. Kohl in Plastikfolie eingeschweißt sollte man nicht kaufen, denn im Plastik fault er viel schneller und schmeckt fad.