Paprika: Reich an Vitamin C

Beim Einkaufen hat man bei Paprika zumeist die Qual der Wahl, denn das gesunde Gemüse gibt es in den verschiedensten Varianten: Ob rot, orange, gelb oder grün – schon bei den Farben ist die Auswahl groß. Dazu kommen dann noch verschiedene Formen: Während Gemüsepaprika eher dick und rund sind, haben Gewürzpaprika eine längere und schmalere Form. Auch im Geschmack unterscheiden sich die verschiedenen Paprikasorten voneinander: Von mild bis scharf ist die Paprika in den verschiedensten Abstufungen zu erhalten. Eines ist den verschiedenen Paprikasorten allerdings gemeinsam: Paprika sind gesund, haben viele Vitamine und nur wenige Kalorien.

Paprika: Gesund und lecker

Die verschiedenen Farben der Paprika spiegeln den Reifegrad des Gemüses wider: Im unreifen Zustand sind alle Paprika grün, werden mit zunehmendem Reifegrad aber gelblicher oder rötlicher und damit auch süßlicher im Geschmack. Doch egal ob rot, gelb oder grün, die Inhaltstoffe der Paprika unterscheiden sich nur wenig voneinander: Alle Paprika haben kaum Kalorien, je nach Reifegrad bringen es 100 Gramm Paprika gerade einmal auf 19-28 kcal. Der geringe Kaloriengehalt hängt damit zusammen, dass 100 Gramm Paprika nur 3 Gramm Kohlenhydrate, 0,3 Gramm Fett sowie 1,1 Gramm Protein enthalten.

Doch Paprika sind nicht nur gesund, weil sie kaum Kalorien haben, sondern auch wegen ihrer Inhaltsstoffe. So besitzt die Paprika große Mengen an Kalium, Magnesium, Zink und Calcium. Darüber hinaus ist die Paprika reich an Vitaminen, neben Vitamin A und B ist in ihr besonders viel Vitamin C enthalten. In roten Paprika ist der Vitamin C-Gehalt im Vergleich zu andersfarbigen Paprika besonders hoch. Während 100 Gramm grüne Paprika etwa 140 Milligramm Vitamin C enthalten, sind es bei einer roten Tomatenpaprika etwa 400 Milligramm. Damit zählt die Paprika zu den Vitamin C-reichsten Nahrungsmitteln überhaupt.

Weitere Inhaltsstoffe der Paprika

In Paprika sind außerdem Flavonoide und Carotine vorhanden. Flavonoide besitzen eine antioxidative Wirkung und haben somit eine große Auswirkung auf die Gesundheit des Menschen. Sie agieren im Körper als Radikalfänger und reduzieren das Risiko für bestimmte Krankheiten. So sinkt bei einer erhöhten Flavonoidaufnahme die Gefahr, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Carotine kommen vor allem in farbigen Früchten vor. Auch sie wirken als Antioxidantien zellschützend.

Die unterschiedlichen Farbtöne der Paprikaschote kommen durch verschiedene Cartinoid-Farbstoffe zustande. Die meisten Cartinoide sind rot, es gibt aber auch gelbe Farbstoffe. Für die Schärfe der Paprika ist der Stoff Capsaicin verantwortlich. Durch Capsaicin werden die Geschmacksnerven auf der Zunge nicht gereizt, sondern es wird ein Hitze- und Schmerzreiz ausgelöst.

Die Schärfe von Paprika wird mit Hilfe des Scoville-Index bestimmt. Er gibt den Capsaicin-Gehalt in der jeweiligen Frucht an. Eine normale Gemüsepaprika wird auf dieser Skala als mild eingestuft, als pikant gelten Kirschpaprika oder Peperoni, als mittelscharf sind Jalapenos und als scharf Cayenne-Pflanzen eingeordnet.

Paprika als Heilmittel

Paprika wurden bereits von den amerikanischen Ureinwohnern als Heilmittel verwendet. Hier kamen sie unter anderem als Mittel gegen Arthrose zum Einsatz. Heute werden Paprika vor allem in den so genannten ABC-Pflastern, die zur Linderung von rheumatischen Schmerzen benutzt werden, verwendet. Auch bei Problemen wie Hexenschuss oder Migräne werden capsaicinhaltige Produkte eingesetzt. Wegen ihres hohen Gehalts an Vitamin C helfen Paprika außerdem Herzinfarkten vorzubeugen und Durchblutungsstörungen zu verbessern.

Neben diesen positiven Wirkungen stehen die schärferen Sorten der Paprika aber auch im Verdacht, Auslöser von Magenschmerzen, Durchfall, Blasenirritationen und Inkontinenz sein zu können. Vereinzelt kann beim Verzehr von Paprika außerdem eine Allergie ausgelöst werden. Dabei handelt es sich zumeist um eine Kreuzallergie: Vermutlich ist in Paprika ein Protein enthalten, das auch in der Birke vorkommt. So kann es bei Menschen, die gegen Birkenpollen allergisch sind, auch beim Verzehr von Paprika zu einer allergischen Reaktion kommen.

Die Familie der Paprika ist groß

Die Paprika gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Damit ist sie eng verwandt mit Pflanzen wie Tomaten, Auberginen und Kartoffeln. Während bei der Kartoffel jedoch die unter der Erde liegende Knolle für die Lebensmittelproduktion verwendet wird, werden bei der Paprika die Früchte geerntet.

Diese werden ebenfalls als Paprika bezeichnet, haben aber je nach Farbe, Größe und Schärfe der Frucht noch weitere Namen. So gehören auch Peperoni und Chilis zur Familie der Paprika. Allgemein unterscheidet man zwischen Gewürzpaprika, die durch ihren hohen Capsaicin-Gehalt relativ scharf schmecken, und Gemüsepaprika, die nur wenige Capsaicin enthalten.

Die Paprika stammt ursprünglich aus Südamerika, aus dem Gebiet zwischen Brasilien und Bolivien. Durch Vögel wurde die Paprika mit der Zeit bis nach Mittelamerika verbreitet. In Mexiko wurden Belege gefunden, dass die Paprika hier bereits um 7000 v. Chr. als Nutzpflanze diente. Heute erfolgt der Anbau der Paprika weltweit in tropischen sowie in gemäßigten Zonen.

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Verwendung der Paprika

Paprika werden heute fast überall auf der Welt zum Kochen verwendet, entweder als Gewürz oder als Gemüse. Dabei sind die schärferen Formen der Paprika in erster Linie in südlicheren Ländern, beispielsweise in Mexiko, beliebt. Das bekannteste Gewürz, das aus Paprika hergestellt wird, ist das Paprikapulver. Je nach Schärfe gibt es Paprikapulver in verschiedenen Varianten.

Für die Herstellung des Gewürzes werden die Früchte der Paprika zunächst getrocknet und anschließend gemahlen. Schärfere Gewürze werden aus verschiedenen Chilisorten gewonnen, so zum Beispiel der Cayennepfeffer aus der Chilisorte Cayenne. Daneben werden auch Würzsaucen wie Sambal Oelek, Tabascosauce oder Ajvar aus Paprika hergestellt.

Als Gemüse kann die Paprika sowohl roh als auch gefüllt, gedünstet oder gebraten verwendet werden. Ein besonders beliebtes Gericht in Deutschland sind gefüllte Paprika mit Reis oder Hackfleisch. Anstatt mit Hackfleisch kann man die Paprika alternativ auch mit Gemüse und Schafskäse füllen. Bei Zimmertemperatur halten sich frische Paprika zwei bis drei Tage, im Kühlschrank bis zu einer Woche.