Steckrüben stärken Haut und Sehkraft

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Jahrzehntelang wollte die Steckrübe niemand mehr sehen, geschweige denn sich auf die Gabel laden. Zu oft hatte die Steckrübe, auch Kohlrübe genannt, auf den Tellern gelegen, war das Einzige, was überhaupt noch zu kriegen war in den bitterkalten Kriegswintern, die die Menschen im 20. Jahrhundert zu überstehen hatten. Jahrelang geriet die Steckrübe danach in Vergessenheit. Doch nun erlebt diese Rübe in deutschen Küchen ein kulinarisches Comeback.

Steckrüben als kulinarische Abwechslung

Die dicke Knolle, eigentlich Futter für die Schweine, wurde während des Ersten Weltkrieges, im sogenannten Kohlrübenwinter 1916/1917, zum Hauptnahrungsmittel. Morgens, mittags und abends füllte sie die hungrigen Mägen. Das Kriegsernährungsamt empfahl Hungernden 2500 „Kauakte“ für 30 Bissen in 30 Minuten, um die Nahrung besser zu verwerten.

Im Ofen getrocknete und anschließend mit einer Mühle gemahlene Steckrübenraspeln ersetzten zudem das Kaffeepulver. Während die Regierung versuchte, die Rübe als ostpreußische Ananas beliebt zu machen, hatten die Deutschen die Rübe gründlich satt – der Berliner Oberbürgermeister Adolf Wermuth notierte: „Weit mehr als sich im Herbst ahnen ließ, musste die dicke wässrige Frucht dem Berliner aufgenötigt werden, bis sie ihm und noch mehr der Stadtverwaltung zu Hass und Abscheu wurde.“

Kein Wunder, dass die Deutschen in den folgenden Jahrzehnten einen großen Bogen um die Steckrübe machten. Doch zum Glück erlebt die dickbäuchige Knolle jetzt ein Comeback. Sogar Fernseh- und Gourmetköche sind nun dabei, den Ruf der Steckrübe zu rehabilitieren. Steckrüben sind wieder in. Zu Recht, denn ihr süßlich-würziges Fleisch ist köstlich, zum Beispiel als Beilage zu deftigen Fleischgerichten, als Eintopf oder als feines Püree. Im Jahr 2011 ist die Steckrübe das, was ihr vor hundert Jahren niemand zugetraut hätte: eine großartige kulinarische Abwechslung.

 

Inhaltsstoffe und Kalorien der Steckrübe

Steckrüben sind aufgrund ihres hohen Traubenzuckergehalts perfekte Energielieferanten. Außerdem stecken in ihrem Fleisch jede Menge Kalzium, Kalium, Vitamin C und Senföle, die entzündungshemmend auf Magen und Darm wirken. Steckrüben enthalten viel Beta-Karotin, die Vorstufe von Vitamin A, das für gesunde Haut und scharfe Sehkraft sorgt und wichtig ist für das Wachstum von Schleimhäuten und den Stoffwechsel.

So dick und knubbelig Steckrüben auch aus der Erde kommen, ihre Esser halten sie schön schlank. Denn wegen ihres hohen Wasseranteils sind die Rüben äußerst kalorienarm. So haben 100 Gramm Steckrübe nur 35 Kalorien. Neben dem vielen Wasser enthalten sie zudem 7,1 Gramm Kohlenhydrate, 1,2 Gramm Proteine und 0,2 Gramm Fett.

 

Steckrüben: Kauf und Lagerung

In den Einkaufskorb gehören am besten die kleineren Steckrüben. Die richtig großen Knollen sehen zwar toll aus, können aber auch ziemlich holzig schmecken. Nehmen Sie das Gemüse vor dem Kauf gut unter die Lupe. Eine pralle, glatte Schale ist ein Zeichen, dass die Rübe schön frisch ist. Es sollten keine Wurmlöcher zu sehen sein.

Steckrüben schält man wie einen Apfel mit einem kleinen scharfen Messer und schneidet sie dann in Würfel oder längliche Stifte. Je nach Dicke der Stücke sollten Sie Steckrüben nicht länger als 20 Minuten garen. Schießt man über das Garziel hinaus, entwickelt das Gemüse einen strengen kohligen Geschmack. Im kühlen Keller lassen sich Steckrüben übrigens mehrere Wochen lagern.