Gesunde Tomaten

Nicht nur, dass die Tomate sich in einem Rot präsentiert, wie es schöner kaum sein kann, sie besitzt darüber hinaus auch noch ein sehr vitaminreiches Innenleben. Kultiviert wurde das Nachtschattengewächs in Südamerika, wo es in Mexiko den Azteken auch als Heilpflanze diente. Ihr Anbau in unseren Breiten verdanken wir den spanischen Eroberern, die die Tomate mit der Kartoffel nach Europa gebracht haben.

Tomate, Goldapfel, Liebesapfel

Nicht nur ihre Arten, sondern auch ihre Namen sind zahlreich: Ihre Entdecker, die indianischen Ureinwohner, nannten sie "tumatle". In Italien bezeichnet man sie ihrer ursprünglich gelben Farbe wegen als "pomodoro", was verheißungsvoll "Goldapfel" bedeutet. Aber auch Liebes-, Paradiesapfel und Paradeiser sind Namen, die der Frucht bereits Vorschusslorbeeren einbringen. Durch jahrhundertlange Züchtungen haben sich die geschätzten 2500 verschiedenen Tomatensorten zu feinen roten Früchten und einem vielseitigen Lieblingsgemüse in fast allen Küchen dieser Welt entwickelt.

Lycopin soll Zellmembranen schützen

Der Tomate wird ein Schutz vor koronaren Herzerkrankungen und Arteriosklerose zugeschrieben. Ursache dafür ist die Substanz Lycopin, ein spezielles Carotinoid mit antioxidativen Eigenschaften. Dieser sekundäre Pflanzenstoff, der die Zellmembranen schützen soll und dem eine Zeitlang auch die Veränderung vorgeschädigter Zellen in Krebszellen nachgesagt wurde, findet sich vor allem in roten Früchten und Gemüsen, so z.B. nicht nur in Tomaten, sondern auch in Wassermelonen, rosa Grapefruit und Guaven.

Carotinoide sind für unseren Organismus deswegen so wichtig, weil sie dazu beitragen, die so genannten "freien Radikale" zu bekämpfen. Da Carotinoide fettlöslich sind, sollte dies bei der Zubereitung der Nahrung entsprechend beachtet werden. Ein paar Tropfen Olivenöl können hier bereits ausreichend sein.

Lycopin in Tomatenprodukten

Die von Experten empfohlene Tagesdosis von Lycopin beträgt übrigens 6 mg. Interessant ist, dass Lycopin aus Tomatenpüree oder Tomatensaft um ein mehrfaches besser vom Körper aufgenommen wird als aus frischen Tomaten. Das ist kein Paradoxon, sondern dadurch erklärbar, dass sich das relativ hitzebeständige Lycopin erst bei höheren Temperaturen voll entfaltet (die bei der Herstellung von Saft oder Püree erreicht werden) und dann vom Körper wesentlich besser resorbiert werden kann.

Tomatenprodukt Lycopingehalt (in mg pro 100g)
Tomate (roh) 9,3
Tomatensaft 10,8
Tomatenpüree 16,7
Ketchup 17,2
Tomatensoße 18,0
Tomatenpaste 55,5

Tomaten: Gesund und kalorienarm

Tomaten sind aber nicht nur sehr gesund, sondern auch besonders kalorienarm. Neben dem Lycopin haben sie einen hohen Anteil an Vitamin C, Mineralstoffen (z.B. Kalium) und wichtigen Spurenelementen. Der Rest ist Wasser - und das zu einem Anteil von 95 Prozent. Am besten schmecken natürlich am Strauch ausgereifte Tomaten - wer einen eigenen Garten hat, kann sich glücklich schätzen.

Sicherlich hat jeder von uns schon einmal die Bekanntschaft mit wässrigen Tomaten gemacht, die grün gepflückt oder in Treibhäusern nachgereift sind. Unreife grüne Tomaten sollten übrigens in rohem bzw. unverarbeiteten Zustand nicht verzehrt werden, da sie das giftige Alkaloid Tomatidin (entspricht dem Solanin der Kartoffel) enthalten. Dieses kann Kopfschmerzen, Übelkeit, Magenschleimhaut-Entzündungen oder Krämpfe hervorrufen. In sehr hohen Dosen kann Solanin tödlich sein. Aber auch hier gilt: "Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist". Das wusste schon Paracelsus.

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Tipps zur richtigen Lagerung von Tomaten

  • Tomaten sind kälteempfindlich und gehören deshalb nicht in den Kühlschrank, auch nicht ins Gemüsefach. Sie sollten bei Zimmertemperatur am besten an einem dunklen Platz aufbewahrt werden. So entfalten sie ihr volles Aroma.
  • Tomaten nicht gemeinsam mit anderen reifen Gemüsesorten wie z.B. Salatgurken lagern. Die roten Früchte geben ein natürliches Reifegas (Ethylen) ab, das Gurken leicht weich werden lässt.
  • Äpfel, die ebenfalls Ethylen produzieren, sorgen umgekehrt fürs Nachreifen von Tomaten. Dabei hilft auch, sie ins Sonnenlicht zu legen.
  • Frische Früchte innerhalb von vier bis fünf Tagen aufbrauchen. Licht, Wärme und Sauerstoff verringern sonst den Gehalt an Nährstoffen.