Knäckebrot essen heißt Vollkornbrot essen

Wussten Sie eigentlich, dass Knäckebrot auch Vollkornbrot sein kann? Was eigentlich ist Vollkornbrot und warum ist es so gesund? In Deutschland darf ein Brot erst dann die Bezeichnung Vollkornbrot tragen, wenn es einen Vollkornmehlanteil von 90% hat. Dies trifft jedoch nicht nur für Brot aus der Backstube, sondern oft auch für Knäckebrot zu. Für Vollkorn-Knäckebrot wird zumeist der ernährungsphysiologisch besonders wertvolle Roggen verwendet. Vermahlen wird er mit all seinen gesunden Bestandteilen, also inklusive Stärkekörper und Keimling sowie der Randschichten des Korns. Beim Weißmehl hingegen, das einen niedrigen Ausmahlungsgrad hat, wird auf die nährstoffreichen Randschichten und Keimlinge verzichtet.

Knäckebrot – gesund und nährstoffreich

Aufgrund der schonenden Verarbeitung des Getreides und einer kurzen Backzeit von meist nur wenigen Minuten bleiben die lebenswichtigen Nährstoffe in Vollkorn-Knäckebrot weitestgehend erhalten. Deshalb ist Knäckebrot nicht nur reicher an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen sowie sekundären Pflanzenstoffen als Weißmehlbrote, sondern schlägt in punkto Nährstoffgehalt teilweise auch andere Vollkornbrote.

Schließlich ist Knäckebrot das Brot mit der höchsten Nährstoffdichte. 100 g Vollkorn-Knäckebrot enthalten z.B. mit 14,6 g Ballaststoffen rund dreimal so viele dieser multi-funktionalen Wirkstoffe wie die gleiche Menge an Weißbrot und fast doppelt so viele wie 100 g anderer Roggenvollkornbrote. Der Gehalt von 14,6 g Ballaststoffen entspricht bereits etwa 50% der von der DGE empfohlenen Tagesmenge.

Vollkorn-Knäckebrot enthält darüber hinaus mehr Kohlenhydrate, Kalium, Eisen, Zink, Vitamin B2, Folsäure und Vitamin B6 als manche andere Brotsorten. Außerdem ist es besonders reich an Kalzium, Magnesium und den Vitaminen B1 und E. All diesen Stoffen werden zusammen mit den Ballaststoffen zahlreiche gesundheits- und leistungsfördernde Effekte zugeschrieben, wie beispielsweise

  • ein längeres Sättigungsgefühl
  • die Förderung der Verdauung
  • die Unterstützung der Gewichtskontrolle
  • ein günstiger Einfluss auf das Konzentrationsvermögen
  • einen gleichmäßigeren Blutzuckerspiegel, was von besonderer Bedeutung für die Vorbeugung von Diabetes ist
  • eine bessere Cholesterinkontrolle und damit eine Risiko mindernde Wirkung bezüglich Herzkreislauferkrankungen

 

Gut verträgliches Essvergnügen

Im Gegensatz zu manch anderem Vollkornprodukt zeichnet sich Vollkorn-Knäckebrot durch eine besonders gute Verträglichkeit aus. Mögliche Beschwerden wie Blähungen bleiben bei dieser Vollkornbrotsorte aus, weil beim Backen nicht ganze Körner sondern nur hoch ausgemahlenes Korn verwendet wird. Das knusprige Brot verleitet zudem zu kräftigem Zubeißen und Kauen, so dass die Stärke im Mund vorverdaut werden kann. Die kurze Backzeit von Vollkornbrot hat jedoch auch einen Nachteil: Durch die hohen Temperaturen kann krebserregendes Acrylamid entstehen. Verbraucher sollten daher darauf achten, nicht regelmäßig größere Mengen an Knäckebrot zu essen.

Quelle der Nährstoffangaben: S.W. Souci, W. Fachmann & H. Kraut: Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Medpharm Stuttgart, 2000.