Guarana: Koffein aus dem Dschungel

Guarana soll müde Menschen munter machen. Die Liane, die zu den Seifenbaumgewächsen zählt und ursprünglich aus dem Gebiet des Amazonas stammt, besitzt die fünffache Menge an Koffein im Vergleich zu einer Kaffeebohne. Daher wird die Guarana Pflanze auch gerne als Koffein-Liane bezeichnet. In Deutschland ist Guarana vor allem in Form von Pulver als Kapseln oder als Energydrink bekannt und beliebt. Nebenwirkungen sind denen ähnlich, die auch bei Konsum von anderen Lebensmitteln mit Koffein auftreten können.

Guarana als Pulver, Tee oder Kapseln

Es sind die kleinen roten Früchte der Guarana Pflanze, die im Inneren die wertvollen, aber bitter schmeckenden Samen, auch Nüsse genannt, enthalten. Diese sind nicht nur reich an Fetten, Eiweißen sowie Stärke, sondern weisen ebenfalls eine hohe Konzentration an Koffein auf.

Im Gegensatz zum enthaltenen Koffein der Kaffebohne entfaltet sich das Koffein der Guarana Samen allerdings erst nach und nach, da es zugleich an Gerbstoffen gebunden ist. Damit sich das Koffein von Guarana freisetzen kann, müssen zuvor die Gerbstoffe abgebaut sein. Dies hat den Effekt, dass das Koffein der Guarana Pflanze bis zu sechs Stunden im Körper vorhanden sein und damit eben solange auch seine Wirkung zeigen kann.

Belebende Wirkung dank Koffein

Die Guarana Samen werden bereits seit Jahrhunderten von Indianern im Gebiet des Amazonas für Medizin sowie Körperpflege benutzt. Diese bezeichnen Guarana auch mit „wara“, was übersetzt „Frucht der Jugend“ zur Bedeutung hat. Vor allem während mehrtägiger Jagdausflüge der Indianer spielte und spielt Guarana eine Rolle.

Es wird dabei als Energiereserve genutzt, zugleich soll Guarana auch das Gefühl von Hunger sowie Durst dämpfen können, zugleich aber die Konzentration stärken. Üblicherweise werden dafür die geschälten sowie getrockneten Guarana Samen zu einem Pulver mit hellbrauner Farbe zermahlt, mit Wasser aufgeschwemmt und mit Honig gesüßt. Traditionell stellen die Indianer vor der Jagd sogenannte „Bastones“ her. Hierzu werden die Samen der Guarana zu Pulver gemahlen, mit Wasser sowie Maniokstärke zu einer Paste vermischt. Diese wird getrocknet sowie geräuchert, sieht dann wie eine Art Brotlaib aus.

Beim Jagen benutzen die Indianer dann mehrmals täglich einen harten Fischknochen, um damit etwas von der „Bastone“ abzuschaben. Dies wird in Wasser aufgelöst und zur Steigerung der Energie getrunken. Hierzulande gibt es jedoch einfachere Methoden die Wirkung von Guarana zu erhalten. In Apotheken aber auch Biomärkten wird Guarana in Form von Pulver oder als Kapseln verkauft.

Nebenwirkungen von Guarana

Die Wirkung von Guarana wird als schonende Alternative zu Kaffee für den Körper bezeichnet. Im Gegensatz zum Kaffee soll das Koffein von Guarana weder die Magenschleimhäute angreifen noch Nebenwirkungen besitzen. Dabei soll es aber seine fiebersenkende sowie leistungsfördernde Wirkung unter Beweis stellen. Doch bei übermäßigem Konsum kann Guarana möglicherweise Nebenwirkungen wie etwa Schlafprobleme, Kopfschmerzen oder Herzrasen verursachen. Weitere Nebenwirkungen können Zittern, innere Unruhe oder Durchfall sein.

Als Pulver ist es schwer zu dosieren. 3 Gramm Guarana Pulver in Wasser aufgelöst entsprechen etwa einem Koffein-Gehalt von 150 Milligramm. 50 bis 200 Milligramm Koffein entsprechen ein bis vier Tassen Kaffee. Diese Menge täglich zugenommen wird als unbedenklich eingestuft. Guarana ist nicht für Schwangere, während der Stillzeit sowie für Menschen mit Schilddrüsenüberfunktion sowie Bluthochdruck zu empfehlen.

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Guarana in Energydrinks

In Form von Trinkampullen, Pulver oder Kapseln wird Guarana auch von Sportlern mit dem Ziel der Steigerung der eigenen Leistungsfähigkeit genutzt. In den 90 er Jahren hat Guarana vor allem in Form von Energydrinks an Popularität gewonnen. Bekannte Energydrinks beziehungsweise Erfrischungsgetränke mit Extrakten von Guarana sind Antarctica® aus Brasilien, Kuat® aus den USA sowie Kicos® aus Deutschland.

Übrigens: Wer in den Genuss von Guarana kommen will, muss dafür nicht unbedingt Guarana Kapseln oder Pulver zu sich nehmen. Mittlerweile gibt es zahlreiche Lebensmittel, die Guarana als Extra-Zugabe enthalten, wie etwa Gummibärchen, Schokolade oder Kaugummis. Diese werden meist durch den Hinweis „enthält Guarana“ versehen. Der ursprünglich bittere Geschmack von Guarana ist in diesen Lebensmitteln keineswegs zu bemerken.