Milch

Während Säuglinge auf Milch angewiesen sind, können Kinder und Erwachsene natürlich auf zahlreiche andere Lebensmittel zurückgreifen. Dennoch sollte man sich die Vorzüge der Milch – in der Regel Kuhmilch – nicht entgehen lassen.

Milch ist ein Allrounder. Das zeigt etwa die Tatsache, dass Säuglinge in der Zeit ihres schnellen Wachstums nur mit diesem Nahrungsmittel auskommen. Milch ist ein so genanntes Vollnahrungsmittel, das man auch trinken kann. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt einen halben Liter Milch oder Milchprodukte am Tag.

Milch liefert Kalzium, Zink und Magnesium

Der Wassergehalt von Milch lässt sich etwa mit dem von vielen Obst- und Gemüsesorten vergleichen. Pro Portion nimmt man jedoch vergleichsweise mehr lebenswichtige Nährstoffe zu sich - Experten sprechen von einer höheren Nährstoffdichte. Am bekanntesten ist der hohe Gehalt von Kalzium in der Milch. Ein halber Liter deckt den Kalziumbedarf eines Grundschulkindes zu etwa 70 Prozent, den von Heranwachsenden und Erwachsenen zu 50 bis 60 Prozent.

Kalzium spielt eine wichtige Rolle für den Knochenaufbau. Vor erhöhter Knochenbrüchigkeit im Alter bewahrt das Mineral jedoch nicht in jedem Fall, denn die Erkrankung kann mehrere Ursachen haben. Jedoch wirkt sich der hohe Kalziumgehalt und das günstige Kalzium-Phosphat-Verhältnis in jedem Alter günstig auf die Knochengesundheit aus.

Auch weitere Mineralstoffe wie Zink und Magnesium sind in dem natürlichen Powerdrink reichlich enthalten. An Vitaminen finden sich besonders A und D sowie verschiedene B-Vitamine. Das Eiweiß hat ebenfalls eine gute Zusammensetzung und ergänzt sich für den menschlichen Bedarf sehr gut mit pflanzlichem Eiweiß, wie zum Beispiel bei Müsli mit Milch.

Fettgehalt von Milch

Vollmilch, 1,5-prozentige oder die ganz magere Variante – vor dem Milchregal hat man die Qual der Wahl. Prinzipiell ist Milchfett gut verträglich, da viele so genannte mittelkettige Fettsäuren darin stecken. Außerdem liegen viele bioaktive Fettsäuren vor, deren Mengen durch das Futter der Tiere beeinflusst wird. Öko-Kühe, die oft mehr frisches Gras fressen, liefern laut Untersuchungen etwa dreimal mehr konjugierte Linolsäure (CLA) als in herkömmlicher Milch steckt.

Die fettärmere Milch enthält hingegen weniger Kalorien, was oft wichtig für die Kaufentscheidung ist. 65 Kalorien pro 100 Milliliter Vollmilch stehen hier 35 Kalorien bei Magermilch (bis 0,3 Prozent Fett) gegenüber. Schlanke Menschen können bedenkenlos zur Vollmilch greifen; für Abnehmwillige eignet sich natürlich eher die fettreduzierte Variante. (Hier sind allerdings die fettlöslichen Vitamine A und D reduziert.)

Viele Kinderlebensmittel, die "eine Extraportion Milch" liefern, sind jedoch nicht empfehlenswert. Denn ob Nougataufstrich, Schokoriegel oder andere Süßwaren mit milchhaltiger Füllung – zu den Vorteilen der Milch kommt hier immer ein hoher Anteil an Fett oder Zucker. Derartige Lebensmittel müssen deswegen zwar nicht ganz vom Speiseplan gestrichen werden, sollten aber keineswegs als "gesunde Mahlzeit" verstanden werden.

Trotz der gesundheitsfördernden Wirkung von Milch gibt viele Menschen, denen Mich nicht bekommt. Ernährungswissenschaftler unterscheiden dafür 2 Gründe: eine Milchallergie mit Hautausschlägen und Schleimhautreizungen besteht, wenn bestimmte Eiweißbausteine der Milch nicht vertragen werden. Eine Allergie gegen Kuhmilch tritt oft im Babyalter auf, kann aber im Kleinkindalter wieder verschwinden. Wer dauerhaft eine Allergie auf Kuhmilcheiweiß hat, kann eventuell auf Ziegen- und Schafsmilch umsteigen, die zum Beispiel im Biohandel erhältlich sind.

Milchzuckerunverträglichkeit

Ein weiterer Inhaltstoff der Milch, den nicht alle vertragen, ist der Milchzucker (Laktose). Um Milchzucker im Darm aufzunehmen, muss der Mensch diesen zunächst aufspalten. Das hierfür benötigte Enzym, Laktase, bilden viele Erwachsene nicht mehr in ausreichender Menge, wodurch es zu Blähungen und Durchfall kommen kann. Unter Mitteleuropäern besteht eine solche Laktoseintoleranz bei etwa 15 Prozent der Erwachsenen.

In asiatischen Ländern wird Milch fast nur von Kindern vertragen – deswegen finden sich auf Speisekarten aus dem fernen Osten auch selten Milchprodukte. Laktoseunverträglichkeit kann jedoch unterschiedlich stark ausfallen. Manche vertragen noch gut die Milch im Kaffee. Auch Joghurt und gereifter Käse, die wenig Milchzucker enthalten, können in der Regel in kleineren Mengen gegessen werden. Laktasepräparate aus der Apotheke können das Leben ebenfalls erleichtern.

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Wechselwirkungen mit Medikamenten

Auch Menschen ohne Allergie und Unverträglichkeit sollten Milch in manchen Fällen meiden. Nämlich dann, wenn sie beispielsweise Antibiotika, Eisenpräparate oder Biphosphonate zur Osteoporosetherapie einnehmen. Hier besteht die Möglichkeit, dass Milch oder Milchprodukte die Wirksamkeit der Produkte einschränken. Hier wird empfohlen, Milch nur im Abstand von 2 Stunden zur Einnahme der Medikamente zu trinken. Entsprechende Hinweise finden sich auch auf den Packungsbeilagen.