Sojamilch – die gesunde Alternative?

Vom tausendjährigen chinesischen Traditionsgetränk zum Trend-Drink der Reichen und Schönen: Sojamilch hat in den vergangenen Jahren einen enormen Wandel durchlaufen. Wenn Hollywoodstars im Coffeeshop ihren Low-Fat Sojamilch Latte mit Double-Espresso-Shot bestellen, denken sie vermutlich hauptsächlich an die Kalorien, die sie mit dem Getränk sparen. Sojamilch hilft jedoch nicht nur beim Abnehmen – sie steckt auch voller wichtiger Nährstoffe. Außerdem stellt das Getränk für Veganer oder Menschen mit Lakotoseintoleranz eine bedeutende Alternative zu Milch dar.

Sojamilch: Nährwerte und Kalorien

Sojamilch ist gesund – auch im direkten Vergleich zur Kuhmilch. Der Eiweißgehalt ist zwar bei beiden Getränken relativ hoch, jedoch sind die Soja-Proteine biologisch besonders wertvoll, denn sie können vom menschlichen Körper fast eins zu eins verwertet werden. Gleichzeitig enthält Sojamilch kein Cholesterin.

Zudem eignet sie sich gut als Diät-Getränk: Der Fettgehalt ist mit 2,2 Gramm nicht nur geringer als der von Vollmilch (3,5 Gramm), auch das Fett selbst ist qualitativ hochwertiger, da es größtenteils aus ungesättigten Fettsäuren besteht. Außerdem werden durch die Soja bestimmte Enzyme gebunden, die Kohlenhydrate abbauen. Auch beim Vitamingehalt übertrifft Sojamilch die Kuhmilch: Viermal so viel Folsäure, außerdem gesunde Saponine und Flavonoide stecken in dem Getränk. Lediglich Vitamin B12 fehlt der Sojamilch, weshalb es manchmal künstlich hinzugegeben wird.

Die wohl wichtigste Eigenschaft von Sojamilch ist jedoch, dass sie frei von Laktose ist, weshalb sie für Menschen mit Milchzuckerunverträglichkeit ein wichtiges Lebensmittel darstellt. Der einzige Nachteil von Sojamilch gegenüber Kuhmilch ist der geringe Kalziumgehalt. Da das Sojaprodukt von vielen Menschen als Milch-Ersatz getrunken wird, werden manche Soja-Drinks neuerdings mit Kalzium angereichert.

Kritik an Sojamilch

Trotz der zahlreichen positiven Eigenschaften kommt immer wieder der Vorwurf auf, Sojamilch sei ungesund. So wurden in einer britischen Studie 2004 mögliche negative Auswirkungen von Sojamilch auf die Fruchtbarkeit von Männern festgestellt. Andere Untersuchungen konnten dies jedoch nicht belegen.

Bekannt ist jedoch, dass Soja Allergien auslösen kann. Das enthaltene Sojaeiweiß ist gelegentlich für Nahrungsmittelallergien verantwortlich. Besonders bei einer Allergie gegen Birkenpollen kann es mit Sojamilch zu Kreuzallergien kommen.

Herkunft und Verbreitung

Die Sojamilch wurde vermutlich im Jahr 164 vor Christus in der chinesischen Han-Dynastie erfunden und breitete sich schnell in ganz Asien aus. Hier stellte sie sowohl einen gesunden Durstlöscher, als auch die Grundlage für zahlreiche weitere Soja-Produkte wie Tofu oder Soja-Joghurt dar.

Erst in den vergangenen Jahren hielt Sojamilch auch in Deutschland Einzug, wo sie sich aufgrund ihrer gesunden Eigenschaften und ihrer Laktosefreiheit schnell großer Beliebtheit erfreute. Zahlreiche Coffeeshops und Cafés bieten mittlerweile auch Kaffeespezialitäten mit Sojamilch an. In Deutschland darf Sojamilch übrigens offiziell nur als Soja-Drink bezeichnet werden, da der Begriff „Milch“ gesetzlich geschützt ist.

Sojamilch selber machen

Sojamilch wurde traditionell aus eingeweichten Sojabohnen hergestellt, die gemahlen und mit Wasser vermengt wurden. Anschließend wurde die Masse gekocht, ausgepresst und abgesiebt. Heute wird das Getränk molkereitechnisch in einem aufwändigen Verfahren aus geschälten Sojabohnen produziert.

Sojamilch lässt sich jedoch auch zu Hause selber machen – mit einer Methode, die der traditionellen Herstellungsweise ähnelt. Dazu werden 100 Gramm Sojabohnen über Nacht in Wasser eingeweicht. Dann wird 1/3 Liter Wasser zu den Bohnen gegeben und das Gemisch mit dem Pürierstab zu Brei verarbeitet. Anschließend werden in einem großen Topf 2/3 Liter Wasser zum Kochen gebracht und die Bohnenmasse hinzugegeben. Die Menge wird nun zehn Minuten köcheln gelassen.

In der Zwischenzeit ein sauberes Baumwolltuch über ein Sieb legen und dieses wiederum auf eine Kanne stellen. Das abgekühlte Püree durch das Sieb gießen, nach dem Abtropfen 1/4 Liter kaltes Wasser darüber gießen und das Baumwolltuch über der Kanne auswringen. Die fertige Sojamilch auskühlen lassen und genießen.