Stevia: Süßen ohne Zucker

Es klingt verführerisch. Stevia, auch Honigblatt, Süßkraut oder Süßblatt genannt, kann Zucker ersetzen, ist nicht schädlich für die Zähne, weist keinerlei Kalorien auf und soll zudem zusätzlich eine positive Wirkung auf die Gesundheit erzielen können. In Deutschland ist Stevia allerdings erst seit dem 2. Dezember 2011 als Lebensmittel zugelassen, da vorher die gesundheitliche Unbedenklichkeit des Süßstoffes nicht als gesichert galt.

Als Süßstoff oder Zuckerersatz verwendet

Stevia, als Pflanze Stevia Rebaudiana genannt, hat seinen Ursprung in Paraguay in Südamerika. Schon lange wird Stevia wegen seiner extrem natürlichen Süße als Süßstoff und Zuckerersatz verwendet. Die Bevölkerung in Brasilien sowie Paraguay verwendet Stevia nicht nur als Zuckerersatz, sondern auch als Medizin.

Stevia soll zur Senkung des Blutdrucks sowie des Blutzuckers führen können. Daher ist Stevia auch ein geeigneter Zuckerersatz für Diabetiker. Auch für Neurodermitiker kann Stevia ideal als Alternative für Zucker verwendet werden.

Wirkung von Stevia

In China, Japan, USA, Israel, Mexiko sowie Neuseeland ist die süße Pflanze als Zuckerersatz in Getränken sowie Speisen sehr beliebt. Der Grund, warum Stevia in Großteilen Europas lange nicht zugelassen war, besteht darin, dass es keine wissenschaftlichen Thesen über die absolute Unbedenklichkeit des Verzehrs dieser Alternative für Zucker gab. Zudem zeigten Studien aus den 80er Jahren, bei denen Stevia an Ratten sowie an Hamstern getestet wurde, dass dieser Zuckerersatz möglicherweise fruchtschädigende Wirkung zeigen könnte.

Aktuelle Ergebnisse zeigen jedoch auf, dass ein Mensch täglich etwa mehr als die Hälfte seines eigenen Körpergewichts als Masse an Stevia zu sich nehmen müsste, um eine vergleichbar hohe Konzentration an einer Stevia Dosierung zu erlangen wie die damals getesteten Hamster und Ratten.

Stevia: 300mal süßer als Zucker

Im April 2010 hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit eine positive Bewertung von Stevia veröffentlicht. Im Juli 2011 stimmte der Ständige Ausschuss der Europäischen Kommission für die Zulassung von Steviasetrakten zur Nutzung als Süßstoffprodukt. Der natürliche Süßstoff hat es in sich. Stevia, dessen Glykoside sich in den Blättern der Pflanze befinden, ist als extrahiertes Steviosid etwa 300-mal süßer als Zucker.

Rezepte mit Stevia

Damit Stevia als Ersatz von Zucker nicht zu einem unerwünscht bitteren Nachgeschmack führt, ist es wichtig, diesen Zuckerersatz richtig zu dosieren. Doch das ist gar nicht so einfach. Bei Stevia als Pulver oder Flüssigkeit sollte genau auf die Angaben des Herstellers geachtet werden. Außerdem ist zu beachten, dass Zucker in vielen Rezepten für Kuchen nicht nur eine Funktion als Süßstoff besitzt, sondern auch zum Volumen des Teigs beiträgt und für eine lockere Konsistenz sorgt.

Stevia eignet sich bestens für einen Mürbeteig, Quark-Öl-Teig oder auch Hefeteig. Aber: Stevia lässt sich nicht karamellisieren!

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Rezept für einen Marmorkuchen mit Stevia

So kann auch der klassische Marmorkuchen mit Stevia gelingen:

  • 500 g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 250 g weiche Butter
  • 4 Eier, Größe M
  • 1 Fläschchen Rum-Aroma
  • 1 Fläschchen Vanille-Aroma
  • 125 ml Milch, sowie 2 EL Milch
  • 2 El Kakao
  • 1 TL Stevia als Pulver
  • 1 Prise Salz

Eier in eine große Schüssel geben und zusammen mit der Butter schaumig schlagen. Hierzu Milch, Stevia, Salz sowie Rum- und Vanille-Aroma hinzufügen, weiter schlagen. Backpulver mit Mehl vermischen, diese Mischung nach und nach zur Masse in die Schüssel geben, zu einem Teig verrühren. Teig zu 2/3 in eine eingefettete Kastenform geben, den Rest des Teigs mit 2 EL Milch sowie Kakao verrühren. Kakao-Teig in die Kastenform hinzugeben, mit einer Gabel hellen sowie dunklen Teig miteinander marmorieren. Im vorgeheizten Ofen bei 180 °C Umluft etwa 50 bis 60 Minuten backen. Dieser Kuchen kann auch von Diabetikern genascht werden!