Lakritze

Zur Schnecke aufgerollte Schnüre, dragierte Stangen oder pastillenförmige Hartlakritze: Egal in welcher Form - charakteristisch für Lakritze ist die schwarze Farbe, für die der Saft des Süßholzstrauches verantwortlich ist (der aber heute künstlich nachgeholfen wird). Dass Lakritze auch medizinische Wirkungen hat, ist weniger bekannt.

Zur Herstellung von Lakritze wird der Saft aus der Wurzel des Süßholzstrauches verwendet, der ursprünglich aus Asien und dem Mittelmeerraum stammt. Die Pflanze gehört zu der Familie der Schmetterlingsblütengewächse (Fabaceae). Die holzige Staude wird ca. 1 bis 1,5 Meter groß und verdankt ihren Namen dem süßen Geschmack ihrer Wurzeln. Die Wurzelrinde enthält Glycyrrhizin, ein Glykosid, das der Lakritze ihren Geschmack verleiht und eine 50fach stärkere Süßkraft besitzt als Rohrzucker.

Süßholz gegen Zipperlein

Der Wurzel des Süßholzstrauches wird schon seit jeher positive Wirkungen zugesprochen. So fand man im Grab des berühmten ägyptischen Pharaos Tutenchamun diese als Grabbeigabe. Vermutlich sollte sie Hunger und Durst auf der letzten langen Reise stillen, auch ihre Heilkraft war den Ägyptern schon bekannt.

Die Griechen und Römer verwendeten den Saft der Süßholzpflanze (Succus Liquiritiae) jedenfalls nicht nur zum Süßen, sondern auch zur Behandlung von Magengeschwüren und Asthma. Traditionell wurde die Süßholzwurzel daneben auch bei Erkrankungen der oberen Atemwege, Leberleiden und Hauterkrankungen eingesetzt. Die aktuelle Wissenschaft gibt der Volksmedizin recht: Viele Studien haben die Heilkraft der süßen Wurzel bestätigt.

Sind Lakritze gesund?

Die Studien haben gezeigt, dass dieses Multitalent sogar noch weitaus mehr kann als Hals und Magen zu beruhigen: So werden ihr inzwischen entzündungshemmende, viren- und bakterienhemmende, leber- und herzschützende Effekte zugeschrieben; sie soll das Immunsystem stimulieren, freie Radikale einfangen und vor Krebs bewahren.

Hauptakteur ist die in der Wurzel enthaltende Glycyrrhizinsäure, daneben entfalten weitere Inhaltstoffe wie Triterpene und Saponine, Flavonoide und Isoflavonoide sowie Chalkone ihre Wirkung.

  • Glycyrrhetinsäure soll das Wehenhormon Progesteron beeinflussen. Frauen, die während der Schwangerschaft viel Lakritze essen, bringen Ihre Kinder durchschnittlich 2,5 Tage früher zur Welt, fanden finnische Wissenschaftler heraus.
  • Italienische Forscher wiederum vermuten, dass regelmäßiger Lakritz Konsum die Fettpolster schmelzen lässt. Eventuell liegt das am Appetit hemmenden Effekt der Lakritze.
  • Ebenfalls aus Italien stammen die Ergebnisse zu Lakritzverzehr und männlicher Potenz. Angeblich hemmt Lakritze Enzyme, die für die Produktion männlicher Hormone verantwortlich sind. Der Testosteronspiegel und die Lust am Sex sinken. Außerdem kann es zu Potenzstörungen kommen.
  • Laut einer US-Studie wirkt die Duftmischung aus Lakritze und Gurken sexuell stimulierend auf Frauen. Angeblich lässt diese Mischung die Durchblutung der Genitalgegend um 14 % steigen. Rasierwasser sei hingegen kontraproduktiv.