Hagebutten – reich an Vitamin C

Hagebutten am Strauch

Hagebutten kennt wohl jeder. So mancher hat in seiner Kindheit auch schon weniger angenehme Bekanntschaft mit dem "Juckpulver" der roten Heckenrosen-Frucht gemacht. Die hübschen leuchtendroten, mitunter aber auch gelben, orangen oder bräunlichen Früchte entwickeln sich im Herbst aus den Blütenböden des Hagebutten-Strauchs.

Hagebutten haben einen hohen gesundheitlichen Wert und schmecken säuerlich-herb. Verwendung finden sie unter anderem als Hagebuttentee, Marmelade oder Hagebuttenmark. Erfahren Sie hier, was in den Früchten steckt.

Vitamin C in Hagebutten

Hagebutten werden verschiedene Heilwirkungen zugeschrieben. Einen beträchtlichen Anteil daran trägt das Vitamin C, das in großen Mengen in den säuerlichen Früchten steckt. Je nach Sorte haben 100 Gramm Hagebutten 400 bis 1.500 Milligramm Vitamin C. Einige Varianten erreichen sogar den Spitzenwert von 5.000 Milligramm.

Dies macht Hagebutten sehr wertvoll für die Gesundheit, denn Vitamin C:

  • stärkt das Immunsystem
  • hilft bei Frühjahrsmüdigkeit
  • beugt Erkältungskrankheiten vor und lindert sie
  • wirkt leicht entwässernd
  • fördert sanft den Stuhlgang
  • bildet neue Immunzellen und andere Körperzellen
  • festigt das Bindegewebe

Gesunde Inhaltsstoffe in Hagebutten

Außer Vitamin C stecken in Hagebutten aber auch zahlreiche andere Inhaltsstoffe, die eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben. Dazu gehören:

  • Fruchtsäuren
  • ätherische Öle
  • Pektine
  • Gerbstoffe
  • Kieselsäure
  • die Antioxidantien Lycopin und Flavonoide
  • die Vitamine Provitamin A, Vitamin B1 und B2 sowie Vitamin E
  • die Mineralstoffe Zink, Kupfer, Natrium, Phosphor, Eisen, Kalzium und Magnesium

Die Hagebuttenkerne sind zudem voller gesunder mehrfach ungesättigter Fettsäuren (Linolsäure und Alpha-Linolensäure), Phospholipiden und Aminosäuren.

Gesundheitliche Wirkung von Hagebutten

In der Pflanzenheilkunde werden die Schalen und Samen (Nüsschen) der Früchte verwendet. Homöopathische Produkte gewinnt man aus frischen Blütenblättern.

In der Medizin kommt unter anderem standardisiertes Hagebuttenpulver zum Einsatz. Dieses wird aus Schalen und Samen hergestellt und lindert bei Arthrose quälende Gelenkschmerzen, sodass sich der Erkrankte wieder besser bewegen kann. Für die entzündungs- und schmerzhemmende Heilwirkung ist ein Galaktolipid verantwortlich, das von dänischen Wissenschaftlern entdeckt wurde.

Der hohe Gehalt an Omega-3 Fettsäuren und an Carotinoiden in den Kernen reduziert außerdem den Feuchtigkeitsverlust der Haut sowie die Talgdrüsen-Produktion und kann bei Akne die Wundheilung fördern. Die Kieselsäure unterstützt die Bildung von neuem Gewebe und regeneriert die Zellen.

Tee und Marmelade als Hausmittel

Hagebuttentee wirkt abführend, fiebersenkend und leicht harntreibend. Dafür lassen sich auch die enthaarten Kerne als Tee zubereiten. Sie helfen bei Harnwegserkrankungen, Harnsteinen und rheumatischen Beschwerden. Das Lycopin, das in hoher Konzentration vorhanden ist, wirkt als Radikalfänger und kann helfen, Tumorzellen zu bekämpfen. Zudem soll Hagebutte gegen Zahnfleischbluten und vorbeugend gegen Parodontose wirken – hier kann der Tee einfach als Mundspülung verwendet werden.

Außerdem haben die roten Früchte dank des Vitamin B1 eine beruhigende, stressreduzierende Wirkung. Sie hemmen die Ausschüttung des Stress-Hormons Cortisol, das bei erhöhter körperlicher oder seelischer Belastung sehr schnell ein Burnout auslösen kann. Auch bei Appetitlosigkeit wird oft Hagebuttenmarmelade empfohlen.

Hagebutten lassen sich vielfältig zubereiten

Wer die knackigen roten Früchte roh essen möchte, wird sofort das Gesicht verziehen. Sie sind zwar nicht giftig, aber wegen ihres hohen Gerbstoff-Anteils extrem sauer. Außerdem werden die Nüsschen (Samen mit widerhakenbesetzten Härchen) am besten vorher entfernt.

Je später die Hagebutten geerntet werden, desto zuckerhaltiger sind sie. Am besten isst man sie jedoch nur getrocknet oder anderweitig verarbeitet.

Man kann Hagebutten nach dem Waschen, Halbieren und Entkernen entweder zu Trockenfrüchten verarbeiten oder andere gesundheitsfördernde Naturprodukte aus ihnen herstellen. Zum Trocknen legt man die halbierten Hagebutten einfach in die Sonne oder bei 40 Grad in den Backofen.

Hagebuttenmarmelade und Hagebuttenmark

Hagebuttenmarmelade ist eine Fruchtkonfitüre, die sich leicht selber machen lässt. Eines der vielen Rezepte nennt beispielsweise Hagebutten, Apfelsaft und Gelierzucker als Zutaten. Die Marmelade enthält im Gegensatz zum Hagebuttenmark noch Fruchtstückchen.

Hagebuttenmus, auch als Hagebuttenmark bezeichnet, wird aus frischen Früchten gekocht, die danach zweimal passiert und mit frischem Zitronensaft versetzt werden. Sehr lecker schmeckt das Mus mit Honig. Damit ist es für den Körper auch besser verwendbar. Schon ein Esslöffel Hagebuttenmark deckt den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C. Der Zitronensaft macht das Hagebuttenmark länger haltbar.

Ist Ihnen der leckere Brotaufstrich dennoch zu sauer, können Sie das Mark auch mit Gelierzucker im Verhältnis 2:1 verarbeiten. 1 Kilogramm frische Hagebutten ergeben 500 Gramm Hagebuttenmark.

Hagebuttenöl für die Haut

Hagebuttenöl ist ein aromatisch duftendes Öl, das mithilfe der Kerne und einem Basisöl hergestellt wird. Es wirkt allgemein kräftigend, anregend und zugleich entspannend.

Das leicht tönende Öl kann auf trockene Hautstellen gerieben und auch zur Behandlung von Hautjucken verwendet werden. Es hilft, Fältchen zu glätten und bringt Pigmentflecken zum Verblassen. Frauen können damit auch sichtbare Schwangerschaftsstreifen reduzieren.

Wählt man als Träger Olivenöl, eignet sich das Endprodukt außerdem als Salatöl.

Hagebuttentee selber machen

Hagebuttentee ist ein schmackhaftes erfrischendes Getränk. Der Tee lässt sich ganz einfach selber machen. Dazu gießt man zwei gehäufte Teelöffel getrocknete Hagebuttenschalen mit 250 Milliliter Wasser auf und lässt das Ganze fünf bis acht Minuten auf schwacher Flamme köcheln.

Sie sollten sich nicht wundern, wenn sich der Tee nicht rot färbt. Das ist nämlich nur dann der Fall, wenn zusätzlich noch Hibiskus verwendet wird. Hagebuttentee gibt es übrigens auch als Kernlestee, der bei Blasenleiden und Rheuma getrunken wird. Für ihn verwendet man die gründlich enthaarten Samen der Hagebutte.

Bereiten Sie sich Ihre Hagebuttenprodukte selbst zu, sollten Sie jedoch Vorsicht walten lassen und dabei immer Einmalhandschuhe tragen. Die Samenhärchen sind nämlich stark hautreizend.

Hagebutten kaufen und lagern

Fertigerzeugnisse aus Hagebutten sind im Bioladen, Reformhaus oder einem gut sortierten Supermarkt erhältlich. Frische Früchte sind jedoch nur selten zu bekommen. Die hochwertigsten Hagebutten stammen aus den Andengebieten Chiles und auch Dänemark. Sie haben einen noch wesentlich höheren Gehalt an gesunden Inhaltsstoffen.

Gepflückte Hagebutten sind im Kühlschrank etwa drei Tage haltbar. Auch selbst gemachtes Hagebuttenmus lässt sich im Kühlschrank einige Tage lagern. Eingekocht oder gefroren ist es sogar mindestens ein Jahr haltbar.

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Steckbrief: Hagebutte

Hagebutten wachsen an ein bis zwei Meter hohen Sträuchern (Rosa canina) und kommen nur auf der nördlichen Erdhalbkugel vor. Heute findet man sie überwiegend in Asien und ganz Europa. Die Pflanzen sind meist wildwachsend und lieben Gebüsche und Böschungen, wo sie direkt von der Sonne beschienen werden. Sie haben viele zarte blassrosa farbende oder weiße Blüten, die im Gegensatz zu denen der gezüchteten Rosenarten nicht gefüllt sind.

Im Herbst erscheinen die länglich-ovalen bis rundlichen, meist roten Früchte. Genaugenommen handelt es sich hierbei um Scheinfrüchte. Die eigentlichen Früchte sind die Nüsschen im Inneren, die oft als Samen bezeichnet werden.

Falls Sie wilde Hagebutten pflücken möchten, sollten Sie diese nur von Sträuchern ernten, die nicht gespritzt wurden und die fernab stark befahrener Straßen stehen. Außerdem schützen Sie Ihre Hände am besten mit dicken Handschuhen gegen die vielen Dornen. Reife Hagebutten lassen sich leicht vom Blütenboden abnehmen und geben auf leichten Druck ein wenig nach.