Hagebutte: Reich an Vitamin C

Es gibt nicht viele Obstsorten, für die Dichter ein Lied geschrieben haben. Der Hagebutte schon. Generationen von Kindern haben seit Mitte des 19. Jahrhunderts Heinrich Hoffmann von Fallerslebens „Männlein im Walde“ besungen, das mit seinem purpurroten Mantel vom Spätsommer bis in den Winter hinein an Waldrändern, im Unterholz und in Gebüschen leuchtet. Bei den kleinen, länglichen oder auch kugelig runden „Männlein“ handelt es sich um die essbaren Früchte von Rosenarten wie Wild-, Zaun- oder Heckenrose, deren stachlige Zweige bis zu drei Meter hoch wuchern und die im Juni weiß und rosafarben blühen. In Deutschland hat die Hagebutte mehr als hundert verschiedene Namen, darunter Frauenrose, Mariendorn und „Dornröschen“.

Hagebutten oder Hagebuttentee können einen müden Kreislauf zu neuem Leben erwecken. Das war schon bei den alten Griechen bekannt, wo das Obst als Heilmittel und „Götterfrucht“ geschätzt wurden. Auf der gesamten Nordhalbkugel heimisch, begann die Züchtung von neuen Arten sehr wahrscheinlich zuerst in Asien. Übrigens handelt es sich um eine Scheinfrucht: Die Kerne oder „Nüsschen“ im Innern sind die eigentlichen Früchte. Die wertvollen Inhaltsstoffe aber stecken in der prallen Verpackung dieser Wildfrucht.

Was macht Hagebutten so gesund?

Allein der Vitamin-C-Gehalt der Hagebutten wird nur noch vom Sanddorn übertroffen, weshalb ein Tee oder Hagebuttenmus Erkältungen vorbeugen und sie vertreiben kann. Auch bei Rheuma können die Früchte und ein Extrakt daraus Linderung verschaffen, bei Fieber erfrischen sie. Zusammen mit Kalzium und Rutin stärkt ihr Vitamin C das Zahnfleisch.

Nebenbei kräftigt es das Immunsystem, wofür auch ihr roter Farbstoff Lycopin zuständig ist: Im Körper wird daraus Vitamin A gebildet, das die Zellen vor freien Radikalen und Alterungsprozessen schützt. Die Nerven beruhigt ihr Vitamin B1 – Eisen unterstützt die Blutbildung. Harntreibende Gerbstoffe entsäuern. Und werden die Tage im Herbst wieder kürzer, heben Hagebutten mit ihrer anregenden Wirkung auf die Drüsen die Stimmung.

Wie werden Hagebutten gelagert?

Frische Hagebutten sollte man möglichst sofort weiterverarbeiten, da sie nicht besonders lagerfähig sind. Alternativ kann man sie einfrieren. Zubereitungstipp für Mus und Marmelade: die frischen Früchte waschen und entstielen, 30 Minuten in Wasser einweichen und durch ein Sieb passieren, sodass die Kerne zurückbleiben. Mus oder Mark mit Honig süßen und in Gläsern bis zu 14 Tage im Kühlschrank aufbewahren. Mit Apfelsaft, Zitrone und Gelierzucker zu Marmelade weiterverarbeiten. Für Tees die Früchte auf einem feinen Gitter oder bei niedriger Hitze im Backofen trocknen.