Fluor

Fluor ist ein giftiges, stark reaktionsfähiges Gas, das in der Natur eigentlich nicht in elementarer Form vorkommt, sondern nur durch chemische Verbindungen entsteht. Fluorid bildet sich, wenn sich Fluor mit einem anderen Element verbindet. Das Spurenelement Fluorid zählt zu den wichtigen Bausteinen im menschlichen Körper und wird größtenteils in den Zähnen und Knochen gespeichert. Fluorid wird über die Nahrung aufgenommen und häufig auch Zahnpasta, Speisesalz oder Mineralwasser beigesetzt, um Karies vorzubeugen. Diese Maßnahmen sind allerdings umstritten.
Fluor in Lebensmitteln
Fluor steckt in relativ wenigen Lebensmitteln. Darunter sind Seefische, Meeresfrüchte, Nüsse, schwarzer Tee, Fleisch und Sojaprodukte. Hauptsächlich ist Fluor jedoch in Leitungs- und Mineralwasser enthalten. In fluorarmen Gegenden in den USA, Kanada und Großbritannien wird teilweise extra Fluor ins Leitungswasser gegeben, um einem Mangel bei der Bevölkerung vorzubeugen. Die empfohlene Tagesdosis an Fluorid liegt bei 1,5 bis 4 Milligramm. Zwei Milligramm Fluor sind enthalten in:
- 379 g Schweineleber
- 405 g Scholle
- 2 kg Muskelfleisch
- 1240 g Garnelen
- 1505 g Butter
- 10 kg Gemüse
Fluor im Körper
Fluorid ist im menschlichen Körper für die Festigung der Knochenstruktur und die Härtung des Zahnschmelzes zuständig. Dadurch schützt das Fluor die Zähne vor Umwelteinflüssen und Säuren und somit vor Karies. 95 Prozent des Fluorids im Körper sind in den Zähnen und Knochen gespeichert – der Rest steckt in Haaren, Nägeln und Haut. Besonders in der Schwangerschaft raten Ärzte oft zu einer vermehrten Aufnahme von Fluor, da das Baby Fluor zur Ausbildung von Knochen und Zähnen benötigt.
Fluormangel
Ärzte und Wissenschaftler warnen, ein Fluormangel könne zu Karies, Osteoporose und Arterienverkalkung führen und empfehlen daher fluorhaltiges Mineralwasser, Zahnpasta und Fluortabletten. In der Regel ist dies jedoch nicht nötig, da bei einer normalen Ernährung bereits ausreichend Fluor über das Trinkwasser und Lebensmittel aufgenommen wird. Wesentlich gefährlicher als ein Fluormangel ist eine Überdosierung von Fluor.
Fluor-Überdosierung
Bei einer regelmäßigen Aufnahme von mehr als fünf Milligramm Fluor pro Tag kann es zur sogenannten Fluorose kommen. Diese führt paradoxerweise zu einer Aufweichung des Zahnschmelzes, die mit einer fleckigen Entfärbung der Zähne einhergeht. Da hohe Fluoridmengen dem Körper Kalzium entziehen, kann die Fluorose außerdem zu Osteoporose führen. Auch Störungen der Muskeln und Nierenfunktion können durch eine Überdosis an Fluor auftreten. Die Zahnflecken entstehen besonders häufig in den ersten acht Lebensjahren, wenn die Zähne sich am stärksten entwickeln. Daher gilt: möglichst wenig Fluor für Babys und Kinder. Bei einer akuten Fluorvergiftung kommt es zu Erbrechen und Krampfanfällen. Eine chronische Fluorvergiftung kann zu Knochenverdickungen und Gelenkversteifungen führen.
Fluor in der Kritik
Die Meinungen über Fluor gehen weit auseinander. Während viele Ärzte und Wissenschaftler Fluor als essenzielles Spurenelement im Körper ansehen und daher zu einer Beimischung von Fluor in Lebensmitteln raten, warnen Kritiker vor einer „Zwangsfluorisierung“ der Bevölkerung. Fakt ist, dass Fluor in jedem Fall wichtig für den menschlichen Körper ist. Ob aber eine zusätzliche Gabe von Fluor über Zahnpasta, Kochsalz oder Mineralwasser nötig ist, darüber lässt sich streiten. Gesunde Menschen mit einer ausgewogenen Ernährung haben zusätzliche Fluorgaben in der Regel nicht nötig und können daher auch auf Fluor-Zahnpasta und Co. verzichten. Bei Menschen mit wenig Zahnschmelz oder freiliegenden Zahnhälsen können diese Produkte jedoch helfen.
Autor/Quelle: Kristina Klement
