Vitamin B12 – geringe Dosis, große Wirkung

Vitamin B12 (Cobalamin) ist ein wasserlösliches Vitamin, das - genau wie andere Vitamine auch - vom Körper nicht selber hergestellt werden kann, sondern über Nahrungsmittel wie beispielsweise Hering oder Leber aufgenommen werden muss. Vitamin B12 ist besonders wichtig für unser Nervensystem, hat aber auch eine schützende Wirkung für unser Herz-Kreislauf-System. Ein Mangel an Vitamin B12 tritt in Europa nur selten auf, lediglich Veganer, die keine tierischen Lebensmittel zu sich nehmen, haben ein erhöhtes Risiko.

So wirkt Vitamin B12

Unser Körper braucht zwar nur geringe Mengen an Vitamin B12, trotzdem ist das Vitamin an vielen wichtigen Prozessen im Organismus beteiligt. So nimmt es unter anderem Einfluss auf das Zellwachstum sowie die Zellteilung und wird für die Bildung der Erythrozyten benötigt.

Darüber hinaus ist Vitamin B12 auch für unser Nervensystem von entscheidender Bedeutung, da es an der Ausbildung der Myelinscheide, welche die Nervenfasern umhüllt, mitwirkt. Ebenfalls wichtig ist Vitamin B12 für unser Gehirn. Wissenschaftler vermuten, dass bei Personen mit einem Vitamin B12-Mangel das Risiko, später einmal an Demenz zu erkranken, deutlich erhöht ist. Ebenso soll bei diesen Personen die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Abbau von Gehirnmasse kommt, steigen.

Schließlich wird Vitamin B12 auch eine schützende Wirkung für das Herz-Kreislauf-System nachgesagt: Es wandelt nämlich die Aminosäure Homocystein, die sich schädlich auf das Herz und den Kreislauf auswirken kann, in die ungefährliche Aminosäure Methionin um. Durch diese Umwandlung beugt Vitamin B12 Erkrankungen wie beispielsweise Arteriosklerose vor.

Vitamin B12: Täglicher Bedarf

Die Tagesdosis an Vitamin B12 beträgt lediglich drei Mikrogramm und ist damit deutlich niedriger als bei anderen Vitaminen. Bei schwangeren Frauen liegt der Bedarf etwas höher, er beträgt rund vier Mikrogramm.

Der tägliche Bedarf an Vitamin B12 kann beispielsweise durch den Verzehr eines der folgenden Lebensmittel gedeckt werden:

  • 5 Gramm Leber
  • 25 Gramm Hering
  • 90 Gramm Seelachs
  • 100 Gramm Rindfleisch
  • 100 Gramm Lachs
  • 150 Gramm Käse
  • 3 Eier
  • 500 Milliliter Vollmilch

Ein Blick auf die Liste der Lebensmittel, die über einen hohen Vitamin B12-Gehalt verfügen, macht deutlich, dass Vitamin B12 in erwähnenswerten Mengen nur in tierischen Nahrungsmitteln vorkommt. Deswegen müssen Vegetarier, aber vor allem Veganer aufpassen, dass es nicht zu einem Vitamin B12-Mangel kommt. Besteht die Gefahr eines Mangels, können sie diesem durch die Einnahme von Vitamin B12-Tabletten vorbeugen.

Neben tierischen Lebensmitteln sind sehr geringe Mengen an Vitamin B12 auch in pflanzlichen Lebensmitteln, welche bakteriell vergoren sind, enthalten. Zu diesen Lebensmitteln gehört beispielsweise Sauerkraut.

Mangel an Vitamin B12

Da Vitamin B12 eine sehr lange Halbwertszeit hat, entwickelt sich ein Vitamin B12-Mangel sehr langsam. Wird die Zufuhr von Vitamin B12 vollständig gestoppt, kann der Körper noch etwa zwei bis drei Jahre von den in der Leber angelegten Reserven zehren, erst dann macht sich der Mangel bemerkbar. Neben der Leber wird Vitamin B12 auch in Gehirn, Herz und Skelettmuskulatur gespeichert.

Die Ursache für einen Vitamin B12-Mangel kann zum einen darin liegen, dass dem Körper über die Nahrung zu wenig Vitamin B12 zugeführt wird. Deutlich häufiger ist es jedoch der Fall, dass die Aufnahmefähigkeit im Magen-Darm-Trakt gestört ist. Vitamine können normalerweise direkt über den Darm in den Körper aufgenommen werden, bei Vitamin B12 wird jedoch ein Transporteiweiß - der so genannte Intrinsic-Faktor - benötigt.

Oft ist die Produktion dieses Intrinsic-Faktors durch die Magenzellen bei älteren Menschen gestört, da bei ihnen besonders häufig eine Magenschleimhautatrophie vorliegt. Daneben wird die Produktion des Faktors aber auch durch chronische Magenschleimhautentzündungen, Medikamenten wie Omeprazol, die die Produktion der Magensäure hemmen, und schwere Entzündungen des Darms wie beispielsweise Morbus Crohn negativ beeinflusst.

Symptome bei Vitamin B12-Mangel

Wird zu wenig Vitamin B12 aufgenommen oder kann die vorliegende Menge nicht verwertet werden, kann dies zu einer Blutarmut führen, die in Fachkreisen auch als perniziöse Anämie bezeichnet wird. Die Blutarmut geht mit Symptomen wie Blässe, Konzentrationsstörungen und Müdigkeit einher.

Darüber hinaus kann es bei einem Vitamin B12-Mangel auch zu Empfindungsstörungen an den Füßen und den Händen kommen. Diese Missempfindungen sind auf Störungen im zentralen Nervensystem, die durch den Vitamin B12-Mangel hervorgerufen werden, zurückzuführen. Gleiches gilt für auftretende Gedächtnisstörungen, die sich bis hin zur Demenz entwickeln können.

Weitere Symptome, die durch einen Vitamin B12-Mangel hervorgerufen werden können, sind:

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Überdosierung von Vitamin B12

Eine Überdosierung von Vitamin B12 ist im Normalfall nicht möglich, da Vitamin B12 wasserlöslich ist und überschüssiges Vitamin B12 über die Nieren einfach wieder ausgeschieden wird.

Wird Vitamin B12 zu therapeutischen Zwecken verwendet und über eine Injektion verabreicht, ist eine Überdosis möglich, allerdings bleibt diese zumeist ohne Konsequenzen. Nur in seltenen Fällen kann es als Folge der Überdosierung zu lokalen allergischen Reaktionen sowie zu akne-ähnlichen Beschwerden kommen.