Vitamine des B Komplexes

Ohne die B-Vitamine könnten Nerven, Haut, Haare und das Blut ihren normalen Aufgaben nicht mehr richtig nachgehen. Mangelzustände müssen deshalb unbedingt ausgeglichen werden. Erfahren Sie hier mehr über Vitamin B1 (Thiamin), Vitamin Bs (Riboflavin), Vitamin B3 (Niacin), Vitamin B6 (Pyridoxin), Vitamin B12 (Cobalamin) sowie Pantothensäure und Biotin.

Vitamin B1 (Thiamin)

Vitamin B1 hat wichtige Funktionen in vielen Enzymen, die die Verwertung der Kohlenhydrate regeln. Bei Mangel an diesem Vitamin kann der Körper die Kohlenhydrate nicht mehr zu Glukose (Traubenzucker) umbauen. Unser Gehirn ist jedoch auf die Glukose angewiesen, um seine Funktion aufrecht erhalten zu können. Thiamin spielt außerdem eine entscheidende Rolle bei der Übertragung von Signalen in den Nerven.

Da der Körper das Vitamin nur in geringer Menge speichern kann, muss es regelmäßig mit der Nahrung zugeführt werden. Eine Überdosierung ist nicht möglich, da ein Überschuss an Vitamin B1 wieder ausgeschieden wird. Der Bedarf ist bei schwerer körperlicher Arbeit oder Arbeiten in großer Hitze deutlich erhöht; Alkohol kann die Versorgung mit Thiamin ebenfalls gefährden. Mangel an Vitamin B1 bemerkt man meistens zuerst an den Nerven: Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und Reizbarkeit sowie unspezifischere Symptome wie Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Muskelschwäche oder Schlafstörungen können Anzeichen sein.

Thiamin kommt, wie die meisten B-Vitamine, in den Randschichten aller Getreidearten vor. Daher ist bei der Verwendung von geschälten Produkten die Zufuhr von Thiamin sehr gering. Weitere Lieferanten von Vitamin B1 sind Fleischprodukte, Kartoffeln oder Hülsenfrüchte.

Vitamin B2 (Riboflavin)

Vitamin B2 hat eine zentrale Funktion im Stoffwechsel, da es Wasserstoff von einem Moleköl zum anderen übertragen kann. Unter anderem hält Riboflavin die Atmungskette aufrecht: Sauerstoff wird in der Lunge ins Blut gebracht, verrichtet seine Arbeit im Körper und wird anschließend als Kohlendioxid wieder ausgeschieden.

Ein Mangel an diesem Vitamin macht sich in eingerissenen Mundwinkeln oder Hautveränderungen bemerkbar, ausgeprägte Mangelerscheinungen können zu Entzündungen von Schleimhäuten führen. Vitamin B2 kommt vor allem in Milch und Milcherzeugnissen, Fleisch, Gemüse sowie Kartoffeln vor.

Niacin (Nicotinsäureamid - PP-Faktor und Nicotinsäure)

Niacin ist die zusammenfassende Bezeichnung für Nicotinsäure und Nicotinsäureamid. Niacin beteiligt sich an vielen Stoffwechselvorgängen, mit denen der Körper in jeder Zelle Energie gewinnt. Fleisch ist der wichtigste Lieferant für Niacin. Mangelerscheinungen besteht in den Industrienationen eigentlich nicht, Ausnahme sind schwere Alkoholiker. Niacinmangel äußert sich in Veränderungen an Haut, Störungen des Verdauungstraktes und des Nervensystems.

Vitamin B6 (Pyridoxin)

Vitamin B6 ist eigentlich eine Gruppe von mehreren ähnlichen Stoffen, die alle Vitamincharakter haben. Das Vitamin reguliert den Eiweißstoffwechsel und spielt dadurch eine zentrale Rolle für alle Zellen. Vitamin B6 kommt in fast allen Lebensmitteln vor, allerdings ist das Vitamin sehr empfindlich und kann beim Kochen zerstört werden.

Mangel äußert sich in Nervenstörungen, trockener Haut und entzündeter Mundschleimhaut. Das Vitamin wird auch zur Behandlung von Erkrankungen wie z. B. Rheuma oder Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Einige Medikamente, beispielsweise Antiepileptika, die Pille oder Tuberkulosemittel erhöhen den Bedarf an Vitamin B6.

Pantothensäure

Dieses Vitamin ist zur Erhaltung und Regeneration der Zellen wichtig. Panthothensäure fürdert den Energiestoffwechsel der Hautzellen und regt sie zur Teilung an. Pantothensäure kommt in sehr vielen Lebensmitteln vor, wie beispielsweise in Eiern, Leber, Herz, Milch, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte.

Biotin

Biotin, auch als Vitamin H bekannt, ist vor allem für Gehirn, Haut, Haare und Nägel wichtig. Viel Biotin ist in Leber, Eiern, Nüssen und Sojabohnen enthalten. Biotinmangel zeigt sich in schuppender Haut mit Neigung zu Ekzemen, brüchigen Fingernägeln und stumpfen, gesplissten Haaren. Zur Behandlung gibt es Tabletten, die in einer Tagesdosis von mindestens 2,5 mg über einen längeren Zeitraum eingenommen werden müssen.

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Vitamin B12 (Cobalamin)

Dieses Vitamin spielt bei der Bildung der roten Blutkörperchen eine wichtige Rolle - ohne Vitamin B12 wörde es zur Blutarmut kommen. Da Vitamin B12 ausschließlich von Mikroorganismen produziert wird, gelingt die Zufuhr nur über tierische Produkte wie Fleisch, Fisch, Milch und Eier.

Ein Mangel kann bei streng vegetarischer Ernährung oder schweren Magen-Darm-Erkrankungen auftreten. Die Magenschleimhaut kann in diesem Falle einen Stoff, der zur Aufnahme von Vitamin B12 notwendig ist, nicht mehr bilden. Ein vollständiger Mangel führt zu perniziöser Anämie. Die Therapie dieser Erkrankung - das Vitamin muss gespritzt werden.