Vitaminbedarf während der Schwangerschaft
Vitamine
Überall wo Wachstum und Entwicklung vermehrt stattfindet, steigt der Vitaminbedarf entsprechend an. Dies gilt besonders für die Vitamine der B-Gruppe.
Eine Sonderstellung unter den Vitaminen kommt der Folsäure zu. Bereits bei nichtschwangeren jungen Frauen besteht eine kritische Versorgungslage. Im Falle einer Schwangerschaft steigt der Folsäurebedarf um das doppelte, weshalb lediglich 10 Prozent der Schwangeren den Mehrbedarf durch Nahrungsaufnahme decken können. Da ein Mangel dieses Vitamins die Entstehung zahlreicher schwerer Missbildungen (Neuralrohrdefekt = offener Rücken, sowie im Bereich des Schädels des Ungeborenen) fördern kann, ist eine Substitution angezeigt.
Dies muss jedoch vor einer geplanten Schwangerschaft geschehen. Zum Zeitpunkt der sicheren Diagnose der Schwangerschaft ist der Embryo bereits einige Wochen alt. Die sensible Phase der Neuralrohrbildung ist dann schon weit fortgeschritten, weshalb eine Folsäuregabe in diesem Entwicklungsstadium einen geringen Effekt hat.
| Vitamine | Prozentualer Mehrbedarf während der Schwangerschaft | Empfohlene Gesamtzufuhr |
| Folsäure | 100% | 0,8 mg |
| Vitamin D | 100% | 10 µg |
| Vitamin B6 | 63% | 2,6 mg |
| Vitamin A | 38% | 1,1 mg |
| Vitamin C | 33% | 100 mg |
| Vitamin B1 | 25% | 1,5 mg |
| Vitamin B2 | 20% | 1,8 mg |
| Vitamin E | 17% | 14 mg |
| Vitamin B12 | 17% | 3,5 µg |
| Niacin | 13% | 2 mg |
Grundsätzlich ist im Rahmen einer Schwangerschaft die vorbeugende Aufnahme von Eisen, Magnesium und Folsäure angebracht. Die Substitution von Kalzium, Jod, Vitamin D und Vitaminen der B-Gruppe ist empfehlenswert, sollte jedoch kontrolliert stattfinden.
