Grüner Star (Glaukom)

Das Glaukom oder der "Grüne Star" ist in Deutschland noch immer eine häufige Ursache für Erblindungen. Wer über 40 Jahre alt ist, sollte deshalb alle zwei Jahre seinen Augeninnendruck überprüfen lassen. Menschen mit zusätzlichen Risikofaktoren sollten jedes Jahr zur Untersuchung gehen. Denn: Nur die regelmäßige Untersuchung beim Augenarzt spürt die Erkrankung rechtzeitig auf. Grüner Star (Glaukom) ist keine seltene Erkrankung: In Deutschland gibt es ungefähr 1 Million Glaukom-Patienten, allerdings kennen nur 600000 die Diagnose und werden entsprechend behandelt! Ein Viertel aller Blinden in Deutschland sind durch ein Glaukom erblindet. Die Häufigkeit steigt mit dem Lebensalter an: Während von den 40-Jährigen nur rund 1 % betroffen sind, leiden 18% der 85-Jährigen daran.
Entstehung von Glaukomen
Als Glaukome bezeichnet man eine Vielzahl von Augenkrankheiten, die - wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden - zu einem traurigen Resultat führen: Sie zerstören den Sehnerv. Das Fatale: Da das Glaukom meist keine Beschwerden verursacht, bemerkt der Betroffene die Erkrankung zunächst nicht.
Ein gewisser Druck im Augeninneren ist notwendig, damit das Auge seine kugelige Form behält. Für die Erhaltung des Drucks ist das so genannte Kammerwasser verantwortlich. Ist der Abfluss des Kammerwassers jedoch behindert, kann das Kammerwasser nicht mehr abfließen - der Augeninnendruck steigt an. Durch den Druck auf die empfindlichen Fasern des Sehnervs stirbt dieser allmählich ab. Die Folge: Ausfälle im Gesichtsfeld, langfristig droht die Erblindung. Bei Ausfällen oder Einschränkungen des Gesichtsfeldes nimmt man bestimmte Areale einfach nicht mehr wahr – sie sind wie ein blinder Fleck. Das Gesichtsfeld ist jedoch für unsere Orientierung, insbesondere im Straßenverkehr, mindestens so wichtig wie das zentrale Sehen.
Der Zustand des Sehnervs wird aber auch von der Durchblutung beeinflusst. Schon lange wird vermutet, dass neben dem Augendruck auch krankhafte Störungen der Durchblutung für das Glaukom verantwortlich sind. Diese machen sich außerhalb des Auges als chronisch kalte Füße und kalte Hände bemerkbar.
Früherkennung von Glaukomen
Nur eine Glaukom-Früherkennungsuntersuchung beim Augenarzt spürt die Erkrankung in frühen Stadien auf. Für die Diagnose "Grüner Star" ist der Sehnervschaden entscheidend. Die Risikofaktoren:
- Alter über 40 Jahre
- Verwandte 1. Grades mit Glaukom, da die Anlage zum Glaukom erblich ist
- Kurzsichtigkeit
- Diabetes mellitus
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Herzinsuffizienz, hoher oder niedriger Blutdruck
Der Vorteil einer frühen Entdeckung des Glaukoms: Bei rechtzeitiger Behandlung kann das Augenlicht durch eine medikamentöse Behandlung gerettet werden. Die Glaukom-Früherkennung ist schmerzfrei und nicht belastend, kostet den Patienten aber 16 Euro - die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Früherkennung nicht. Trotzdem eine Investition, die sich der Gesundheit zuliebe lohnt.
Diagnose von Glaukomen
Der Augenarzt macht zuerst eine ausführliche Anamnese und checkt mögliche Risikofaktoren. Er begutachtet den Augenhintergrund und misst den Augeninnendruck nach Betäubung mit einem Lokalanästhetikum. Bei Verdacht auf ein Glaukom wird dann das Gesichtsfeld bestimmt. Die Messung des Gesichtsfeldes gibt dem Augenarzt genaue Auskunft über den Verlauf der Glaukomerkrankung.
Behandlung von Glaukomen
Weit über 90% der Glaukom-Patienten können medikamentös mit Augentropfen behandelt werden. Das Ziel, die Senkung des Augeninnendrucks, kann auf zwei Wegen erreicht werden:
- die Produktion des Kammerwasser bremsen oder
- den Abfluss des Kammerwassers erhöhen.
Das Wichtigste dabei ist die regelmäßige Anwendung der Medikamente nach Anleitung des Augenarztes. Von den früh erkannten Glaukompatienten erblindet fast keiner. Medikamentös nicht behandelbare Patienten können mit einer Lasertherapie oder einer Operation behandelt werden. Ob ein Patient mit erhöhtem Augeninnendruck eine Glaukom-Prophylaxe erhalten sollte, muss im Einzelfall entschieden werden. Eine Studie zeigte, dass von den nicht behandelten Patienten 10% in fünf Jahren ein Glaukom entwickelten.
Autor/Quelle: gesundheit.de
