Akromegalie - Frühe Diagnose ist entscheidend

Die Akromegalie ist eine endokrinologische Erkrankung, die durch eine Überproduktion des Wachstumshormons (engl. Growth Hormone; abgekürzt GH) hervorgerufen wird. Bei 95 % der Patienten wird diese Hormonüberproduktion durch ein Hypophysenadenom ausgelöst. Die Erkrankung wurde erstmals durch Pierre Marie im Jahre 1886 beschrieben, doch wird vermutet, dass bereits Pharaonen unter Akromegalie litten: Die Bildnisse des Pharao Echnaton aus dem Jahre 1350 v. Chr. zeigen die typischen äußeren Merkmalen eines Akromegalie-Patienten.

Symptome von Akromegalie

Die Symptome der Akromegalie bleiben zunächst meist unauffällig, die Beschwerden entwickeln sich nur langsam und sind sehr unspezifisch. Dies erschwert die Diagnose: Von dem ersten Auftreten der Symptome bis zur Diagnose vergehen im Durchschnitt 9 Jahre. Bei 40 % der Patienten wird die Krankheit eher zufällig durch den behandelnden Arzt, Zahnarzt oder bei Röntgenuntersuchungen erkannt.

Mit einer Prävalenz von ca. 60 Patienten pro einer Million Einwohner ist die Akromegalie eine sehr seltene Erkrankung, und viele Ärzte treffen in ihrer beruflichen Laufbahn nicht auf Akromegalie-Patienten. Eine kürzlich abgeschlossene Studie geht allerdings davon aus, dass die Zahl um ein Vielfaches höher ist: Deutschlandweit wurde in Praxen von Hausärzten die Prävalenz verschiedener Erkrankungen untersucht und die Patienten u. a. auf erhöhte IGF-1 Werte gescreent. Dieser Wert ist bei Akromegalie-Patienten oft erhöht. Nach den Ergebnissen dieser Studie liegt die Prävalenz etwa 20-mal höher als die bisher angenommenen Erkrankungszahlen.

 

Wachstumshormon - Schlüsselhormon bei Akromegalie

Im Vorderlappen der Hypophyse liegen die Alphazellen, welche das Wachstumshormon bilden. Die Ausschüttung des Wachstumshormons wird bei Gesunden über den Somatotropin-releasing-Faktor (SRF = Growth-Hormone-Releasing-Hormon GHRH) und Somatostatin (SIH = Somatotropin-Inhibitory Hormone) aus dem Hypothalamus reguliert.

Dieser Regelkreis funktioniert beim Hypophysenadenom nicht mehr und es kommt zu einer vermehrten und unkontrollierten Ausschüttung des Wachstumshormons. Dieses wiederum vermittelt die vermehrten Freisetzung des Insulin-like Growth Factor 1 (IGF-1), in der Leber, das die meisten Symptome der Akromegalie verursacht.

 
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